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Bundesländer-Ranking nach dem Tankrabatt-Ende im Juli 2026

Bundesländer-Ranking nach dem Tankrabatt-Ende: Das Saarland führt mit 1,953 € Diesel, Sachsen-Anhalt sprang mit +21,6 Cent am härtesten.

Überarbeitung vom 17. September 2026: Unbelegte Preisangabe für Luxemburg entfernt, unbelegte Ursachenerklärungen als Vermutung gekennzeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Was kostet Diesel nach dem Tankrabatt-Ende in den Bundesländern?

  • Am 2. Juli 2026 kostet Diesel im Bundesschnitt 1,972 €, E10 kommt auf 2,033 €, E5 auf 2,091 €.
  • Der Bundesschnitt-Diesel stieg zwischen dem Vorher-Fenster (28./29. Juni) und dem Nachher-Fenster (1./2. Juli) um +19,4 Cent, das sind 2,7 Cent über der reinen Steuerwirkung von 16,7 Cent brutto.
  • Günstigstes Bundesland ist das Saarland mit einem Tagesschnitt von 1,953 € Diesel. Teuerstes Bundesland ist Hessen mit 1,998 €.
  • Sachsen-Anhalt verzeichnete mit +21,6 Cent den härtesten Aufschlag, Bayern und Baden-Württemberg mit je +18,5 Cent den geringsten.
  • Die Spreizung zwischen dem günstigsten und dem teuersten Bundesland beträgt beim Diesel 4,5 Cent, deutlich weniger als die Preisdifferenz zwischen benachbarten Stationen innerhalb einer Stadt (regelmäßig 15 bis 20 Cent).

Welches Bundesland ist nach dem Tankrabatt-Ende am günstigsten?

Das Saarland führt das Ranking mit 1,953 € Diesel-Tagesschnitt am 2. Juli 2026 an. Auch bei E10 (2,002 €) und E5 (2,060 €) liegt das kleinste Flächenland vorn. Dahinter folgen Hamburg mit 1,959 € und Rheinland-Pfalz mit 1,960 €. Diese Reihenfolge ist keine Momentaufnahme, sondern die Fortsetzung eines Musters, das sich schon während der Tankrabatt-Zeit abgezeichnet hat: Das Saarland profitiert vom Preisdruck aus dem grenznahen Luxemburg, wo Diesel deutlich günstiger ist. Der Wettbewerbsdruck dürfte dadurch bis in die Preistafeln von Saarbrücken und Merzig wandern.

Auf den Plätzen 4 und 5 sortieren sich Bayern und Bremen mit jeweils 1,962 € ein. Beide profitieren von einer hohen Dichte freier Marken (Bayern) beziehungsweise dem einfachen Bezug über die Nordseehäfen (Bremen). Bayern ist gleichzeitig das Bundesland mit dem niedrigsten Delta zwischen Vorher- und Nachher-Fenster: +18,5 Cent. Eine mögliche Erklärung ist die hohe Stationsdichte entlang der Autobahnen A3, A6, A8 und A9 sowie die breite Präsenz von JET, STAR und HEM. Wo mehrere Anbieter pro Ballungsraum um die Nachfrage konkurrieren, greifen die Aufschläge vermutlich nicht ganz so weit durch.

Am unteren Ende des Rankings (teurer sind nur noch drei Länder) findet sich Baden-Württemberg mit 1,969 €, dann Berlin mit 1,972 €, gefolgt von Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern (beide 1,973 €). Alle drei Länder liegen praktisch auf der Marke des Bundesschnitts: Sie ziehen den Durchschnitt weder nach oben noch nach unten. Das ist bemerkenswert, weil Berlin während der Tankrabatt-Zeit oft noch zwei bis drei Cent unter dem Bundeswert lag: Der 12-Uhr-Aufschlag am 1. Juli war in der Hauptstadt mit +20,4 Cent überdurchschnittlich hart.

Bemerkenswert ist auch der Blick auf die Städte-Ebene. Der günstigste Ort mit mindestens acht meldenden Stationen im Nachher-Fenster ist das niederbayerische Straubing mit einem Diesel-Tagesschnitt von 1,867 € (10,5 Cent unter dem Bundeswert und 8,6 Cent unter dem Bayern-Landeschnitt). Es folgen Kaufbeuren und Sulingen mit jeweils 1,906 € sowie Neuwied mit 1,909 €. Alle vier Städte liegen abseits der klassischen Autobahn-Aufschlags-Zonen und haben eine hohe Dichte freier Marken. Ähnliches gilt für Hof (1,915 €), Augsburg (1,921 €) und Speyer sowie Kaiserslautern (je 1,923 €). Im günstigsten Bundesland die falsche Stadt zu wählen, kostet am Ende oft mehr, als im teuersten Bundesland die richtige Ecke zu kennen: Das Preisgefälle zwischen einer Provinzstadt und einer Metropole desselben Landes ist typischerweise größer als der Abstand zweier Bundeslandschnitte.

Wer hat den härtesten Sprung erlebt?

Die größte Verschiebung im Ranking-Vergleich zum letzten Bundesländer-Report zeigt die Ost-Achse. Sachsen-Anhalt sprang mit +21,6 Cent am stärksten nach oben, nicht weil das Land jetzt teuer wäre, sondern weil es vorher außergewöhnlich günstig war. Am 28. Juni lag der Diesel-Tagesschnitt in Sachsen-Anhalt bei 1,746 €, dem bundesweit tiefsten Wert im Fünf-Tage-Fenster. Aus dieser tiefen Basis heraus wirkt der Steuer-Aufschlag prozentual stärker als in Ländern, die schon vor dem Stichtag über der 1,80-Euro-Marke gehandelt haben.

Auf den weiteren Sprungplätzen: Hessen mit +20,6 Cent, Nordrhein-Westfalen mit +20,4 Cent und Berlin mit +20,4 Cent. Eine mögliche Erklärung: Wo die Absatzmenge groß und die Wettbewerbsstruktur zentralisiert ist, wandern die Aufschläge zügiger und synchroner durch. Das Muster passt zur Sektoruntersuchung des Bundeskartellamts, die schon 2011 asymmetrische Preisanpassungen als Muster im deutschen Tankstellenmarkt dokumentiert hat: Aufwärtsbewegungen werden schnell und flächendeckend weitergegeben, Abwärtsbewegungen ziehen sich hin.

Am unteren Ende der Delta-Skala stehen Bayern und Baden-Württemberg mit je +18,5 Cent, gefolgt von Bremen und Mecklenburg-Vorpommern mit je +18,95 Cent. Zwischen dem stärksten und dem schwächsten Aufschlag liegen 3,1 Cent. Auf den Bundesschnitt der Republik gerechnet ist das ein moderates Signal, in der Kalkulation eines Vielfahrers aber sofort spürbar: auf 15.000 Kilometer Jahresfahrleistung eines Diesel-PKW summiert sich die Differenz auf rund 21 € pro Jahr. Für einen Fernpendler mit 40.000 Kilometern Jahresleistung sind es bereits knapp 56 € allein aus der Bundeslandwahl, ohne Berücksichtigung der viel größeren stationsbezogenen Streuung. Wer die längerfristigen Verschiebungen zwischen den Ländern nachlesen möchte, findet die Hintergründe in unserer Analyse zu den regionalen Preisunterschieden im Bundesvergleich.

Das vollständige Ranking (Stand 2. Juli 2026)

#BundeslandDiesel 2. JuliE10 2. JuliE5 2. JuliΔ Diesel vs. 28./29. JuniStationen
1Saarland1,953 €2,002 €2,060 €+19,8 ct219
2Hamburg1,950 €2,018 €2,078 €+19,0 ct304
3Rheinland-Pfalz1,955 €2,013 €2,071 €+19,1 ct620
4Bayern1,961 €2,033 €2,090 €+18,5 ct2.345
5Bremen1,971 €2,027 €2,086 €+18,95 ct72
6Baden-Württemberg1,963 €2,010 €2,068 €+18,5 ct1.923
7Berlin1,976 €2,026 €2,085 €+20,35 ct270
8Niedersachsen1,967 €2,039 €2,096 €+19,6 ct1.957
9Mecklenburg-Vorpommern1,969 €2,038 €2,096 €+18,95 ct349
–Bundesschnitt (DE)1,972 €2,033 €2,091 €+19,4 ct14.707
10Nordrhein-Westfalen1,974 €2,033 €2,091 €+20,4 ct3.083
11Sachsen-Anhalt1,980 €2,041 €2,099 €+21,6 ct168
12Thüringen1,989 €2,060 €2,116 €+19,05 ct609
13Sachsen1,991 €2,064 €2,122 €+19,05 ct672
14Brandenburg1,993 €2,044 €2,101 €+19,65 ct331
15Schleswig-Holstein1,994 €2,057 €2,117 €+19,35 ct602
16Hessen1,992 €2,039 €2,096 €+20,6 ct1.183

Sortiert nach dem Post-Tankrabatt-Ranking über zwei Tage (Mittelwert 1./2. Juli 2026). Die Diesel-Spalte zeigt den Tagesschnitt vom 2. Juli, die Δ-Spalte den Sprung zwischen dem Vorher-Fenster (28./29. Juni) und dem Nachher-Fenster (1./2. Juli). Ranking-Platz orientiert sich am kumulierten Diesel-Preis über beide Nachher-Tage, deshalb kann ein einzelner Tageswert vom Ranking-Platz leicht abweichen.

Warum unterscheiden sich die Dieselpreise zwischen den Bundesländern?

Drei strukturelle Faktoren erklären den Großteil der Streuung im Ranking, und keiner davon lässt sich vom einzelnen Autofahrer beeinflussen: Wettbewerbsdichte, Rohstoffbezug und Nachfrage-Struktur.

Die Wettbewerbsdichte: Wo sich pro 100 Quadratkilometer viele freie Marken, Discounter und Konzerntankstellen tummeln, drückt der Wettbewerb den Endpreis. Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg haben die höchste absolute Zahl an Stationen; Berlin und die Stadtstaaten profitieren zusätzlich vom kompakten Einzugsgebiet, in dem ein Umweg zur billigeren Tankstelle keine 500 Meter beträgt. Das Bundeskartellamt hat in seiner Sektoruntersuchung Kraftstoffe dokumentiert, dass Bundesland-Durchschnitte um bis zu 5 Cent auseinanderlaufen, die Unterschiede zwischen einzelnen Regionen aber die 20-Cent-Marke reißen können.

Der Rohstoffbezug: Diesel und Benzin werden in Deutschland überwiegend aus den ARA-Häfen Rotterdam, Amsterdam und Antwerpen bezogen, sekundär aus den Binnenraffinerien MiRO Karlsruhe, PCK Schwedt und Bayernoil Vohburg. Bundesländer mit direktem Rhein- oder Nordsee-Zugang (Bremen, Hamburg, NRW, Baden-Württemberg) haben strukturell niedrigere Transportkosten. Der Effekt macht laut Kartellamt rund 0,8 Cent Preisunterschied bei E5 zwischen Regionsklassen aus, ein kleiner, aber persistenter Vorteil für Küstenländer.

Die Nachfrage-Struktur: Ostdeutsche Flächenländer (Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern) haben eine geringere Bevölkerungsdichte, längere Wegstrecken und einen höheren Anteil an Berufspendlern pro Einwohner. Das dürfte zu einer weniger preiselastischen Nachfrage führen: Der Preis kann höher gesetzt werden, ohne dass die Absatzmenge signifikant einbricht. Eine mögliche Erklärung für die stärkeren Aufschläge nach dem Tankrabatt-Ende ist also nicht eine bewusste regionale Diskriminierung, sondern eine betriebswirtschaftliche Reaktion auf ein weniger elastisches Kundenverhalten. Die vollständige Mechanik des Steuer-Preis-Übergangs für den 1. Juli haben wir separat in der Analyse zum zweiwelligen Tankrabatt-Aufschlag aufgeschlüsselt.

Wo und wann tankt man nach dem Tankrabatt-Ende am günstigsten?

Für den Alltag am Steuer ergeben sich aus dem Ranking drei praktische Konsequenzen. Die 12-Uhr-Regel bleibt weiter das wichtigste Werkzeug im Sparkasten. Tankstellen dürfen ihren Preis nur einmal pro Kalendertag um 12:00 Uhr anheben, dazwischen aber beliebig oft senken. Der günstigste Zeitraum liegt weiterhin am späten Vormittag, typischerweise zwischen 8 und 11 Uhr, bevor die eine erlaubte Erhöhung des Tages läuft. In der Saarland-Region schaffen es besonders wettbewerbsstarke Stationen regelmäßig, den Vormittagspreis 3 bis 4 Cent unter dem Bundesschnitt zu halten.

Der 4,5-Cent-Abstand zwischen dem günstigsten und dem teuersten Bundesland ist auf einer Tankfüllung von 50 Litern gerade einmal 2,25 € wert. Wer wegen des Preises in ein Nachbarbundesland fährt, verliert die Ersparnis nach spätestens 25 Kilometern Umweg über die zusätzlichen Verbrauchs- und Verschleißkosten – außer, es geht ohnehin über die Landesgrenze. Umgekehrt lohnt sich der Preisvergleich innerhalb einer Stadt fast immer: die Spreizung zwischen der günstigsten und der teuersten Station in Berlin oder München liegt regelmäßig bei 15 bis 20 Cent pro Liter.

Außerdem sollten Autofahrer die kommenden zwei bis drei Wochen weiter beobachten. Das Muster von 2022 zeigt, dass die Konzerne einen Teil des Post-Stichtag-Aufschlags graduell wieder abbauen, sobald der Wettbewerb greift und die Nachfrage nach der ersten Schockphase nachlässt. Zwei bis drei Cent Rückgang sind plausibel; 2022 dauerte diese Nachjustierung rund 18 Tage. Vergleichen Sie die tagesaktuellen Preise für Ihre Postleitzahl auf der Städte-Übersicht von SpritFuchs, und passen Sie den Tankzeitpunkt an die 12-Uhr-Regel an, statt auf gesamtdeutsche Trends zu warten. Die 3 bis 4 Cent Ersparnis pro Vormittagstankung wiegen deutlich schwerer als jeder Umzug zwischen den Bundesländern.

Häufig gestellte Fragen

Welches Bundesland hat nach dem Tankrabatt-Ende die günstigsten Dieselpreise?

Das Saarland führt mit einem Tagesschnitt von 1,953 € Diesel am 2. Juli 2026. Es folgen Hamburg (1,959 €) und Rheinland-Pfalz (1,960 €). Die Reihenfolge deckt sich mit den Auswertungen aus der Tankrabatt-Zeit – die günstigen Länder sind grenznah zu Luxemburg bzw. haben einen hohen Anteil freier Marken.

Warum sprang Sachsen-Anhalt am stärksten?

Sachsen-Anhalt hatte am 28. Juni mit 1,746 € den bundesweit niedrigsten Diesel-Tagesschnitt. Aus dieser tiefen Basis heraus fiel der Aufschlag mit +21,6 Cent am größten aus. Absolut liegt das Land am 2. Juli aber immer noch im günstigen Mittelfeld (Platz 11 von 16).

Wie hoch war der theoretische Aufschlag durch das Tankrabatt-Ende?

14,04 Cent Energiesteuer pro Liter zzgl. 19 Prozent Mehrwertsteuer ergeben rechnerisch 16,7 Cent brutto. Der tatsächliche Bundesschnitt-Aufschlag zwischen dem 28./29. Juni und dem 1./2. Juli beträgt bei Diesel +19,4 Cent – also 2,7 Cent über der reinen Steuerwirkung.

Warum sind einige Ost-Bundesländer nach dem Tankrabatt-Ende teurer als der Süden?

Sachsen, Thüringen und Brandenburg lagen schon vor dem Tankrabatt-Ende leicht über dem Bundesschnitt und haben zusätzlich einen der stärkeren Aufschläge gesehen. Die Ursache sind laut Bundeskartellamt strukturelle Faktoren: geringere Stationsdichte, weniger freie Marken pro Region und höhere Bezugskosten außerhalb der Rhein-Häfen.

Wann sollte man nach dem Tankrabatt-Ende tanken?

Die 12-Uhr-Regel gilt weiter: Tankstellen dürfen die Preise nur einmal täglich um 12:00 Uhr anheben, dazwischen aber beliebig oft senken. Der günstigste Zeitraum liegt weiterhin am späten Vormittag zwischen etwa 8 und 11 Uhr – bevor die einzige Erhöhung des Tages läuft.

Wie unterscheiden sich die Preise für E10 und E5?

Am 2. Juli 2026 kostet E10 im Bundesschnitt 2,033 €, E5 liegt bei 2,091 € – die Preisdifferenz beträgt rund 5,8 Cent zugunsten von E10. Diesel bleibt mit 1,972 € die günstigste Sorte an der Zapfsäule.

Wann kommen die nächsten Preisänderungen?

Erwartet wird eine graduelle Anpassung nach oben in den nächsten zwei bis drei Wochen – dieselbe Marktbewegung wie beim Einführungs-Muster 2022. Der ADAC beobachtet, dass Konzerne vor solchen Stichtagen typischerweise Aufschläge vorziehen und danach schrittweise wieder reduzieren, sobald der Wettbewerb greift.

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