Bundesländer-Ranking Mitte Juni 2026: 6,4 Cent Differenz vom Saarland bis Schleswig-Holstein
Auswertung von 14.811 Tankstellen über sieben Tage: Wo Diesel und E10 Mitte Juni 2026 am günstigsten und am teuersten kosten — und was 17 Tage vor dem Tankrabatt-Ende passiert.
Inhaltsverzeichnis
Methodik
Diese Auswertung stützt sich auf die nächtlichen Tagesdaten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K), die SpritFuchs in der Supabase-Datenbank vorhält. Grundlage für das Ranking ist eine Live-Abfrage der Tankstellenpreise vom 13. Juni 2026 mit 14.811 geöffneten Tankstellen, die mindestens einen Dieselpreis melden, sowie eine ergänzende Sieben-Tage-Auswertung der täglichen Rollup-Tabelle für den Zeitraum 7. bis 11. Juni 2026. Eine Übersicht der bundesweiten Tagesmittel pflegt SpritFuchs unter derspritfuchs.de/preise.
Die Zuordnung zu den 16 Bundesländern erfolgt über das Feld state der Station, das beim nächtlichen Import aus der Postleitzahl abgeleitet wird. Ausreißer nach unten — geschlossene Stationen mit „Schaufenster"-Preisen unter 1,50 Euro — und nach oben — Ladenhüter und Autobahnstationen mit Werten jenseits 2,50 Euro — verbleiben im Mittelwert, beeinflussen aber das Ranking nicht spürbar. Die Spanne wird zusätzlich durch den Median geprüft, der bei allen 16 Bundesländern in einem engen Korridor von 1,799 bis 1,839 Euro liegt.
Kernergebnisse
- Das Saarland ist Mitte Juni 2026 das mit Abstand günstigste Bundesland zum Diesel-Tanken: 1,800 Euro je Liter im Schnitt, 1,837 Euro für E10.
- Schleswig-Holstein bildet das Schlusslicht — 1,864 Euro Diesel und 1,896 Euro E10 sind 6,4 beziehungsweise 5,9 Cent über dem Bestwert.
- Der Bundesschnitt liegt bei 1,828 Euro Diesel und 1,859 Euro E10. Acht Bundesländer sind günstiger, sieben teurer, eines (Bayern) genau am Schnitt.
- E10 ist in allen 16 Bundesländern wieder teurer als Diesel — die im Mai zeitweise beobachtete Inversion ist beendet.
- Seit dem Start des Tankrabatts am 1. Mai ist Diesel pro Bundesland zwischen 30,0 (Baden-Württemberg) und 35,6 Cent (Bremen) günstiger geworden — deutlich mehr als die 16,7 Cent Brutto-Entlastung allein erklären, da Brent parallel von 110 auf 92 Dollar fiel.
- 17 Tage vor dem Tankrabatt-Ende am 30. Juni 2026 hat sich das Preisniveau praktisch eingependelt. Die Bewegung der letzten Woche beträgt im Bundesschnitt unter einem Cent.
Saarland und Rheinland-Pfalz bleiben das günstige Eck
An der Spitze stehen die zwei Bundesländer, die auch in unseren Auswertungen aus dem Mai und April das günstige Eck markierten: das Saarland und Rheinland-Pfalz. Beide profitieren von einer Konstellation, die sich kaum verändert. Im Saarland sorgt die geographische Nähe zu Luxemburg, das deutlich niedrigere Verbrauchsteuern auf Kraftstoffe erhebt, für einen permanenten Preisdruck. Tankstellen entlang der A8 und A6 müssen mit dem Pendler-Tank-Tourismus konkurrieren, dazu kommt die Versorgung über die Rhein-Schiene aus Karlsruhe.
Rheinland-Pfalz liegt nur 1,4 Cent dahinter, bei 1,814 Euro Diesel. Die Erklärung ist hier noch klarer: Die MiRO-Raffinerie in Karlsruhe und der BASF-Standort Ludwigshafen verkürzen die Lieferwege auf wenige Dutzend Kilometer. Speyer, Heilbronn und Ludwigshafen tauchten schon in unserer Tankstädte-Auswertung Anfang Juni als günstigste Städte des Landes auf — die Bundesland-Statistik bestätigt das Muster auf höherer Ebene.
Etwas überraschend ist die Position von Bremen auf Rang zwei mit 1,814 Euro Diesel. Bei nur 72 erfassten Diesel-Stationen ist die Stichprobe statistisch dünn, aber der Streubereich von 1,759 bis 1,899 Euro zeigt, dass es sich nicht um einen Ausreißer einzelner Stationen handelt. Bremen liegt im Versorgungsschatten der Hamburger Holborn-Raffinerie und der Rotterdamer ARA-Häfen — ein Mix, der für die kleinste Großstadt unter den Stadtstaaten zu strukturell günstigeren Preisen führt als für Hamburg.
Der Norden zahlt am meisten — und Hamburg liegt mit drin
Am Ende der Tabelle ballen sich die norddeutschen Bundesländer. Schleswig-Holstein führt das Feld der teuren Länder mit 1,864 Euro Diesel und 1,896 Euro E10 an. Hamburg folgt mit 1,837 Euro Diesel auf Rang 15, Brandenburg mit ebenfalls 1,837 Euro auf Rang 14, Niedersachsen mit 1,836 Euro auf Rang 13. Vier der fünf teuersten Bundesländer liegen damit nördlich des 52. Breitengrads.
Drei Faktoren erklären das Nord-Gefälle. Erstens die Versorgungslogistik: Während der Südwesten Deutschlands über Pipelines direkt aus Karlsruhe, Ludwigshafen und den ARA-Häfen versorgt wird, hängt der Norden stärker an der Hamburger Holborn-Raffinerie und an Importwegen über Brunsbüttel, Wilhelmshaven und Rostock. Längere Tankwagen-Touren bedeuten höhere Logistikkosten pro Liter. Zweitens die geringere Wettbewerbsdichte: Auf 100 Quadratkilometer kommen in Schleswig-Holstein deutlich weniger Tankstellen als in Nordrhein-Westfalen oder dem Saarland — freie Stationen, die in dichten Märkten den Preisdruck erhöhen, sind im ländlichen Norden seltener. Drittens der Pendlerverkehr: Wo die Konkurrenz fehlt, geben Markenstationen Schwankungen langsamer weiter.
Hamburg fällt aus der norddeutschen Reihe nicht heraus, sondern bestätigt sie. Die Hansestadt liegt mit 1,837 Euro Diesel exakt auf dem Niveau von Brandenburg — bemerkenswert, weil eine Großstadt mit dichter Tankstellenstruktur eigentlich näher am bundesweiten Schnitt liegen sollte. Die hohen Mieten an den innerstädtischen Standorten und die schwache freie-Tankstellen-Quote drücken das Preisniveau nach oben.
Die Mitte: ein Drei-Cent-Cluster zwischen Berlin und Hessen
Zwischen Platz 4 (Berlin, 1,816 Euro) und Platz 10 (Hessen, 1,830 Euro) liegen sieben Bundesländer in einem engen Drei-Cent-Korridor. In diesem Bereich entscheiden lokale Faktoren stärker als Landesgrenzen: ein günstiger Brand-Mix in der Hauptstadt, der Wettbewerbsdruck im Ruhrgebiet, die hohe Stationsdichte in Bayern. Statistisch lässt sich hier kaum noch ein Bundesland-Effekt isolieren — wer in Köln tankt, zahlt im Schnitt nicht messbar mehr oder weniger als in Stuttgart.
Auffällig ist die Position von Berlin auf Rang vier. Mit 1,816 Euro Diesel liegt die Hauptstadt 1,2 Cent unter dem Bundesschnitt. Erklärung: Berlin hat eine ungewöhnlich hohe Quote freier Tankstellen entlang der A100, am Flughafen Schönefeld und am Stadtrand. Der Wettbewerb dort drückt den Schnitt deutlich unter das, was eine Großstadt sonst zeigt — Hamburg liegt 2,1 Cent darüber, München fehlt in der Bundesland-Statistik, gehört aber zu Bayern, das exakt am Bundesschnitt steht.
Bayern und Nordrhein-Westfalen, die beiden bevölkerungsreichsten Bundesländer, liegen mit 1,828 und 1,823 Euro Diesel praktisch auf dem Bundesschnitt. Das ist ein guter Hinweis darauf, dass die hier präsentierten Mittelwerte nicht durch einzelne Mega-Märkte verzerrt werden — die zwei größten Märkte definieren den Schnitt mit, ohne ihn nach unten zu reißen.
Bundesländer-Ranking Mitte Juni 2026
Vollständige Tabelle aller 16 Bundesländer, sortiert nach Diesel-Schnitt. „Δ Tankrabatt" zeigt den Cent-Rückgang gegenüber dem Sieben-Tage-Schnitt der Woche vor dem Tankrabatt-Start (25.–30. April 2026):
| # | Bundesland | Diesel (€) | E10 (€) | Δ Bundesschnitt Diesel | Δ Tankrabatt Diesel |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Saarland | 1,800 | 1,837 | −2,8 ct | −33,7 ct |
| 2 | Bremen | 1,814 | 1,837 | −1,4 ct | −35,6 ct |
| 3 | Rheinland-Pfalz | 1,814 | 1,843 | −1,4 ct | −35,0 ct |
| 4 | Berlin | 1,816 | 1,854 | −1,2 ct | −34,9 ct |
| 5 | Baden-Württemberg | 1,820 | 1,853 | −0,8 ct | −30,0 ct |
| 6 | Mecklenburg-Vorpommern | 1,820 | 1,858 | −0,8 ct | −33,1 ct |
| 7 | Nordrhein-Westfalen | 1,823 | 1,848 | −0,5 ct | −34,3 ct |
| 8 | Bayern | 1,828 | 1,848 | ±0 ct | −30,8 ct |
| 9 | Sachsen | 1,829 | 1,867 | +0,1 ct | −33,0 ct |
| 10 | Hessen | 1,830 | 1,870 | +0,2 ct | −34,4 ct |
| 11 | Thüringen | 1,833 | 1,875 | +0,5 ct | −33,8 ct |
| 12 | Sachsen-Anhalt | 1,833 | 1,860 | +0,5 ct | −34,8 ct |
| 13 | Niedersachsen | 1,836 | 1,882 | +0,8 ct | −34,0 ct |
| 14 | Brandenburg | 1,837 | 1,873 | +0,9 ct | −34,2 ct |
| 15 | Hamburg | 1,837 | 1,865 | +0,9 ct | −34,4 ct |
| 16 | Schleswig-Holstein | 1,864 | 1,896 | +3,6 ct | −33,6 ct |
Was erklärt die Unterschiede?
Das Sechs-Cent-Gefälle vom Saarland nach Schleswig-Holstein speist sich aus drei langfristig stabilen Strukturen, nicht aus einer Tagesdynamik.
Die Raffinerie-Geographie ist der erste Treiber. Deutschland hat 13 betriebene Raffinerien, der Schwerpunkt liegt im Westen und Süden: MiRO Karlsruhe, BP Gelsenkirchen, Shell Rheinland, BAYERNOIL in Vohburg und Ingolstadt, Holborn Hamburg. Wer im Versorgungsradius einer Raffinerie tankt, profitiert von kürzeren Tankwagen-Touren und höherer Markttransparenz. Schleswig-Holstein hat keine eigene Raffinerie, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg hängen am PCK Schwedt, dessen Auslastung seit dem Russland-Embargo nur bei rund 60 Prozent liegt — das hebt das regionale Preisniveau.
Die Tankstellendichte ist der zweite Treiber. Im Saarland kommen rund 5,8 Tankstellen auf 10.000 Einwohner, in Schleswig-Holstein nur 4,3. Mehr Stationen pro Kopf bedeutet mehr Wettbewerb um Stammkunden — und mehr Druck auf die Markentankstellen, ihre Preise nach unten anzupassen. Das ist kein abstrakter Effekt: An A6-Autobahn-Abfahrten im Saarland tankt man heute regelmäßig zwei bis drei Cent unter dem Bundesschnitt, auf der A23 zwischen Hamburg und Heide drei bis vier Cent darüber.
Die Wettbewerbsstruktur ist der dritte Treiber. Freie Tankstellen — also unabhängige Stationen ohne Markendach — sind im Süden und Westen stärker vertreten als im Norden. Sie geben Rohölpreis-Senkungen schneller weiter und drücken so den lokalen Schnitt. In Schleswig-Holstein dominiert Aral, in Hamburg Shell und Esso. Markenstationen ziehen sich Senkungen länger zurück, um Marge zu sichern — der „Rocket-and-feather"-Effekt, den das Bundeskartellamt seit Jahren beobachtet.
Halbzeit beim Tankrabatt — die Zwischenbilanz
Die Bundesländer-Spalte „Δ Tankrabatt" zeigt eine Auffälligkeit, die in der Mai-Auswertung schon zu erkennen war: Die Weitergabe streut zwischen 30,0 und 35,6 Cent — also weit mehr als die 16,7 Cent Brutto-Entlastung. Ein Großteil der Differenz erklärt sich aus dem parallelen Brent-Rückgang von 110 Dollar Anfang Mai auf 92 Dollar am 11. Juni. Aber die Streuung bleibt: Bremen, Rheinland-Pfalz und Berlin haben rund fünf Cent stärker reduziert als Bayern und Baden-Württemberg.
Der Grund ist nicht Wohlwollen einzelner Konzerne, sondern Mathematik. Bayern und Baden-Württemberg starteten im April 2026 mit dem niedrigsten Vorkrisen-Niveau (2,156 bzw. 2,138 Euro Diesel) und hatten schlicht weniger Luft nach unten. Sie konnten weniger fallen, weil der Markt dort schon vorher näher am Boden lag. Bremen und Schleswig-Holstein starteten mit 2,190 und 2,217 Euro deutlich höher — und hatten entsprechend mehr Strecke zu absolvieren.
In 17 Tagen — am 30. Juni 2026 um Mitternacht — endet der Tankrabatt. Die Energiesteuer steigt um 14,04 Cent, brutto rund 17 Cent inklusive Mehrwertsteuer. Das Bundeskartellamt warnt schon jetzt vor dem klassischen Stichtags-Aufschlag: Tankstellen werden ihre Preise nicht erst um Mitternacht anziehen, sondern voraussichtlich schon im Lauf des 30. Juni schrittweise nach oben fahren. Der Effekt war 2022 beim Auslaufen des damaligen Rabatts gut sichtbar — der Liter sprang teils 20 bis 22 Cent in wenigen Stunden.
Was das für Autofahrer heißt
Für die nächsten 17 Tage bleibt das Bundesländer-Gefälle relativ stabil. Wer im Saarland, in Rheinland-Pfalz oder im westlichen Baden-Württemberg wohnt, tankt am günstigsten zur Mittagszeit kurz vor 12 Uhr und am Abend zwischen 18 und 21 Uhr — die typischen Tagestief-Fenster. Wer in Schleswig-Holstein, Hamburg oder im nördlichen Niedersachsen tankt, sollte nicht versuchen, das durch Bundesland-Übergänge zu kompensieren. Sechs Cent Ersparnis sind nach 80 Kilometern Umweg aufgefressen — die Bundesland-Differenz ist statistisch interessant, aber kein Reisegrund.
Die zentrale Empfehlung gilt für alle 16 Bundesländer gleichermaßen. Füllen Sie Ihren Tank in den letzten Tagen vor dem 30. Juni nicht zur Mittagszeit am Stichtag selbst, sondern am Wochenende davor, idealerweise Sonntag- oder Montagabend. Vergleichen Sie vor dem Tankstopp die aktuellen Preise in Ihrer Region — gerade in den Tagen rund um das Tankrabatt-Ende werden die Spannen zwischen einzelnen Stationen größer als die Spannen zwischen ganzen Bundesländern. Wer einen Stichtags-Voll-Tank am 30. Juni 2026 abends in Schleswig-Holstein fährt, zahlt am Folgetag rund 8,50 Euro weniger pro 50 Liter — der größte Spar-Hebel des gesamten Halbjahrs.
Häufig gestellte Fragen
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Diesel kostet zur Wochenmitte 1,89 Euro pro Liter, E10 1,91 Euro — ein Rückgang um 6,9 beziehungsweise 6,3 Cent gegenüber der Vorwoche. Treiber sind ein Brent-Preis unter 95 Dollar trotz Iran-Israel-Spannungen und eine OPEC+-Produktionserhöhung um 188.000 Barrel pro Tag für Juli. Diese Entlastung hat ein Verfallsdatum: Der Tankrabatt läuft am 30. Juni aus, danach werden Benzin und Diesel rechnerisch rund 17 Cent pro Liter teurer.
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Der Tankrabatt endet am 30. Juni 2026 — Autofahrer haben noch 26 Tage, bevor die Energiesteuer wieder um 14,04 Cent pro Liter ansteigt und der Bruttopreis an der Zapfsäule um rund 17 Cent zulegt. Aktuell liegt Diesel im SpritFuchs-Median über Berlin, München und Hamburg bei 1,854 Euro, E10 bei 1,869 Euro — parallel klettert Brent wieder Richtung 100 US-Dollar. Wer planen kann, sollte den letzten Volltank-Termin Ende Juni vormerken.
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Im Bundesländer-Vergleich nach einer Woche Tankrabatt führt Baden-Württemberg mit 2,027 Euro Diesel das Ranking an, Schleswig-Holstein bildet bei 2,081 Euro das Schlusslicht. Im Schnitt wurden 11,3 Cent pro Liter Diesel und 9,5 Cent pro Liter E10 weitergegeben — von theoretisch möglichen 16,7 Cent. Das entspricht einer Weitergabequote von 67,7 Prozent bei Diesel und 56,9 Prozent bei E10. Die höchste Weitergabe verzeichneten Rheinland-Pfalz und Sachsen mit jeweils 12,7 Cent, am wenigsten reagierte Niedersachsen mit nur 10,0 Cent. Im Vergleich zur RWI-Studie zum Tankrabatt 2022 (87 Prozent Diesel-Weitergabe) liegt die aktuelle Senkung deutlich darunter.