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Markentankstellen-Vergleich 2026: STAR vor HEM und JET

Markentankstellen-Vergleich 2026: STAR und HEM sind bei Diesel rund 4 Cent günstiger als Aral und Shell, AGIP ENI ist die teuerste große Marke.

Überarbeitung vom 17. September 2026: Zusammenfassung an die Tabelle angeglichen (4 Cent Abstand zu Aral und Shell, nicht zum Marktschnitt), Umweg-Rechnung korrigiert, Aussagen zur Preisführerschaft auf die Sektoruntersuchung 2011 bezogen und unbelegte Erklärungen entfernt.

Inhaltsverzeichnis

Welche Tankstellenmarke ist im April 2026 am günstigsten?

  • STAR ist mit 2,122 € pro Liter Diesel die im Schnitt günstigste Großmarke, AGIP ENI mit 2,194 € die teuerste, ein Unterschied von 7,2 Cent.
  • Aral und Shell, die beiden umsatzstärksten Marken Deutschlands, liegen 2,3 beziehungsweise 2,8 Cent über dem Marktschnitt. Ausschließlich dort zu tanken kostet im Jahresschnitt rund 35 € mehr als an einer durchschnittlichen Station.
  • Nur 1,1 Prozent aller Shell-Stationen gehören zum günstigsten Zehntel der deutschen Diesel-Preise. Bei HEM sind es 20,7 Prozent, bei STAR 19,2 Prozent.
  • AGIP ENI konzentriert sich am stärksten im Premium-Segment: 30,8 Prozent der Stationen liegen im teuersten Zehntel, fast dreimal so viel wie bei Shell.
  • E10 folgt fast deckungsgleich dem Diesel-Muster, mit AGIP ENI als Ausreißer nach oben (+6,3 Cent zum Markt) und JET als günstigstem Anbieter (-2,0 Cent).

Wer ist günstig, wer ist teuer?

Das Ranking ist relativ stabil und deckt sich mit dem, was der ADAC seit Jahren in seinen Stichprobenstudien beobachtet und was unser laufend aktualisiertes Marken-Ranking zeigt: Die Discount-Marken JET, STAR und HEM gewinnen den reinen Preisvergleich, die markenstärksten Premium-Anbieter Aral und Shell verlieren ihn. Bemerkenswert ist die Höhe der Spreizung: 7,2 Cent liegen allein zwischen STAR und AGIP ENI.

Die Erklärung ist nicht, dass JET billigeren Diesel einkauft. Alle großen Marken beziehen ihren Kraftstoff aus denselben Raffinerien und Pipelines. Der Unterschied entsteht am Standort: Aral und Shell sitzen häufiger an Autobahnabfahrten, Innenstadtachsen und Pendlerknotenpunkten, also in Lagen, in denen Pacht, Energiekosten und Personal teurer sind. Die Discounter setzen auf einfache Stadtrand- und Bundesstraßenlagen, oft ohne Shop oder mit reduziertem Sortiment. Diese Strukturentscheidung ist die wichtigste Eingangsgröße für den Preis. Mehr zur grundsätzlichen Logik freier und gebrandeter Standorte zeigt die Detailanalyse zu freien Tankstellen versus Markentankstellen.

Die Aral-Shell-Lücke: dauerhaft 2,5 Cent über dem Markt

Aral und Shell sind die beiden umsatzstärksten Markenketten Deutschlands. Beide liegen im Preisvergleich über dem Markt. Aktuell liegt Aral 2,3 Cent über dem Marktschnitt für Diesel, Shell sogar 2,8 Cent. Bei E10 wiederholt sich das Bild fast deckungsgleich: Aral +2,1 Cent, Shell +1,9 Cent.

Das Bundeskartellamt hat in seiner Sektoruntersuchung Kraftstoffe von 2011 das Verhalten der fünf großen Mineralölkonzerne als „oligopolistisches Parallelverhalten“ bezeichnet. Nach den damaligen Feststellungen starteten in der Regel Aral oder Shell die Preiserhöhungsrunden, der jeweils andere zog nach drei Stunden nach, und die übrigen Oligopolmitglieder folgten in festen Zeitkorridoren. Seit der 12-Uhr-Regel vom 1. April 2026 sind Preiserhöhungen nur noch einmal täglich um 12 Uhr zulässig, das damalige Muster lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres auf heute übertragen. Der Preisabstand der beiden Marken zum Markt ist in den Daten trotzdem sichtbar.

Welche Marke hat die meisten Stationen im günstigsten Zehntel?

Der Mittelwert verschleiert, wie unterschiedlich Marken ihre Preise streuen. Aussagekräftiger ist die Frage: Welcher Anteil der Stationen einer Marke gehört überhaupt zum günstigsten Zehntel aller deutschen Diesel-Preise? Die Antwort ist überraschend deutlich.

MarkeStationen im günstigsten ZehntelAnteilStationen im teuersten ZehntelAnteil
HEM82 von 39720,7 %205,0 %
STAR92 von 48019,2 %112,3 %
JET116 von 68616,9 %243,5 %
AVIA107 von 63716,8 %284,4 %
ESSO124 von 1.07711,5 %817,5 %
TotalEnergies73 von 7469,8 %9212,3 %
Aral187 von 2.1688,6 %26912,4 %
AGIP ENI35 von 4777,3 %14730,8 %
Shell18 von 1.6691,1 %1619,6 %

Die Zahl 1,1 Prozent ist der vielleicht eindrücklichste Befund dieser Auswertung. Shell betreibt 1.669 Stationen mit Diesel-Preis im Datensatz, aber nur 18 davon liegen im günstigsten Zehntel der deutschen Preise. Bei HEM, einer Marke mit einem Viertel so vielen Stationen, sind es 82. Anders gesagt: Wer die billigste Tankstelle in der Umgebung sucht, findet sie statistisch fast nie an einer Shell-Zapfsäule.

STAR und HEM sind das Spiegelbild dieses Musters. STAR hat nur 11 von 480 Stationen im teuersten Zehntel, das sind 2,3 Prozent. Die Marke ist also nicht nur im Schnitt günstig, sondern auch sehr verlässlich darin. Beim Ansteuern einer STAR- oder HEM-Tankstelle liegt die Wahrscheinlichkeit bei rund einem Fünftel, an einer der absolut günstigsten Stationen Deutschlands zu landen.

AGIP ENI: der konsequenteste Premium-Anbieter

AGIP ENI ist mit 477 Diesel-Stationen im Datensatz die kleinste der hier untersuchten Großmarken, aber die mit dem schärfsten Premium-Profil. 147 Stationen, also 30,8 Prozent, liegen im teuersten Zehntel der Diesel-Preise in Deutschland. Zum Vergleich: Bei Shell sind es 9,6 Prozent, bei Aral 12,4 Prozent.

Eine mögliche Erklärung liegt in der Standortverteilung: AGIP-ENI-Tankstellen sind vor allem in Bayern und Baden-Württemberg vertreten. Die regionale Datenlage zeigt die SpritFuchs-Übersicht für Bayern. Höhere Standortkosten und der Fokus auf Premium-Stationen dürften erklären, warum AGIP ENI von allen Großmarken den größten Aufschlag gegenüber den günstigsten Marken hält.

Markenvergleich Diesel und E10: die vollständige Tabelle

Die folgende Tabelle bildet das aktuelle Preisniveau aller neun ausgewerteten Großmarken ab, sortiert nach Diesel-Schnittpreis aufsteigend. Spalten „Δ Markt“ zeigen den Abstand zum bundesweiten Durchschnittspreis aller Stationen mit gültigem Diesel- und E10-Wert.

#MarkeStationenE10 (€)Diesel (€)Δ Diesel zum MarktΔ E10 zum MarktMin Diesel (€)Max Diesel (€)
1STAR4792,0432,122−0,018−0,0192,0392,299
2HEM3932,0472,123−0,017−0,0151,9892,249
3JET6862,0422,126−0,014−0,0201,9992,399
4AVIA6022,0522,132−0,007−0,0101,6792,609
5ESSO1.0632,0652,148+0,008+0,0031,5092,799
6TotalEnergies7452,0722,151+0,012+0,0102,0292,599
7Aral2.1582,0832,163+0,023+0,0212,0092,649
8Shell1.6252,0812,168+0,028+0,0192,0692,609
9AGIP ENI4752,1252,194+0,055+0,0632,0492,609

Auffällig sind die Spalten „Min Diesel“ und „Max Diesel“. Der niedrigste Einzelpreis im gesamten Datensatz steht bei einer ESSO-Station mit 1,509 €. Der höchste Wert mit 2,799 € liegt ebenfalls bei ESSO. Das Beispiel zeigt: Selbst innerhalb einer Marke ist die Spannweite enorm, und der Standort schlägt das Markenlogo. Wo die teuersten Stationen pauschal sitzen, zeigt die Auswertung zu Autobahn-Tankstellen.

Warum sind manche Tankstellenmarken teurer als andere?

Drei Faktoren erklären den Großteil der beobachteten Spreizung. Der erste ist die Standortwahl: Premium-Lagen mit hoher Frequenz und teurer Pacht zwingen jede Marke zu höheren Preisen. Aral und Shell betreiben überdurchschnittlich viele dieser A-Lagen. Hinzu kommt die Markenstrategie: STAR, HEM und JET haben sich bewusst als preisaggressive Anbieter positioniert und investieren ihre Marge in Marktanteil statt in Service- und Shopflächen. Der dritte Faktor ist das oligopolistische Preisführer-Verhalten, das das Bundeskartellamt in der Sektoruntersuchung 2011 beschrieben hat: Aral und Shell setzten damals die Preisrunden, die anderen folgten mit Zeitversatz.

Ein vierter Faktor wird oft übersehen: Markentreue und Kundenbindung. Bonusprogramme wie Payback bei Aral oder ClubSmart bei Shell können dazu führen, dass Kunden seltener spontan zur günstigeren JET- oder STAR-Tankstelle nebenan wechseln.

Die regionale Verteilung verstärkt den Effekt zusätzlich. Aral betreibt die mit Abstand größte Stationsdichte in Deutschland, ist also häufig die nächstgelegene Tankstelle und damit die Standardwahl für Pendler ohne Preisvergleich. Die SpritFuchs-Daten zeigen, dass 73,4 Prozent aller Aral-Stationen entweder im teuersten oder zweitteuersten Quintil liegen. Mit Aral „aus Bequemlichkeit“ landet man also in fast drei von vier Fällen oberhalb des Marktdurchschnitts.

Bei den Discountern dreht sich das Bild. STAR und HEM sind regional konzentrierter (mit Schwerpunkt Norddeutschland und Nordrhein-Westfalen) und in vielen Regionen schlicht nicht verfügbar. Das ist ein praktisches Problem: Die günstigsten Marken sind nicht überall die günstigste Option, weil sie überhaupt nicht überall sind. JET hingegen verteilt seine Stationen flächendeckender und ist damit die zugänglichste Discount-Marke für die meisten Autofahrer in Deutschland.

Wie wurden die Markenpreise ausgewertet?

Für diesen Markenvergleich hat SpritFuchs den vollständigen Tagesdatensatz der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) aus dem Tankerkönig-Datendump für den Zeitraum vom 21. Februar bis zum 24. April 2026 ausgewertet. In die Auswertung sind ausschließlich Stationen eingeflossen, für die zum Stichtag sowohl ein Diesel- als auch ein E10-Preis verfügbar war – insgesamt rund 7.732 Tankstellen verteilt auf neun große Markenanbieter.

Verglichen wurde der aktuelle Tagesschnittpreis je Marke gegen den Bundesschnitt aller Stationen. Zusätzlich wurde jede Station in eines von zehn Preis-Decilen einsortiert, also dem günstigsten oder teuersten Zehntel zugeordnet. Diese Verteilungssicht zeigt nicht nur den Mittelwert, sondern auch, wie konsequent eine Marke ihren Preisanspruch durchhält. Eine Marke kann im Schnitt günstig sein, ihre Stationen aber breit über das gesamte Preisspektrum streuen – oder sie kann sehr eng am Premium-Segment kleben und kaum Stationen im günstigen Drittel haben.

Wie viel spart der Wechsel zu einer günstigeren Marke?

Auf 50 Liter Tankvolumen ergibt der Wechsel von Aral oder Shell zu STAR, HEM oder JET eine Ersparnis von 2 € pro Tankfüllung. Bei einem Vielfahrer mit 30.000 Kilometern Jahresleistung und einem Verbrauch von 6 Liter pro 100 Kilometer summiert sich das auf rund 70 € pro Jahr – ohne Fahrtechnik, ohne Fahrzeugwechsel, allein durch konsequente Markenwahl. Vergleichen Sie vor jeder Tankfüllung die Preise im Umkreis und wählen Sie die günstigere Alternative, wenn sie erreichbar ist. Ob sich die Anfahrt rechnet, zeigt der Umweg-Rechner. Den aktuellen Stand der Spritpreise für Ihren Ort zeigt die SpritFuchs-Preisübersicht, einmal täglich aktualisiert aus den MTS-K-Daten.

Geht es allein um den Preis, lohnt es sich, eine STAR- oder HEM-Tankstelle gezielt anzufahren: Die Wahrscheinlichkeit, eine der günstigsten Stationen Deutschlands zu erwischen, liegt bei rund einem Fünftel pro Besuch. Wer sich an Aral- oder Shell-Stationen gewöhnt hat, sollte sich bewusst sein, dass der Markenkomfort im Jahresmittel zwischen 35 und 70 € kostet. Das ist kein Bagatellbetrag, aber eben auch kein Hinderungsgrund, wenn die Lage stimmt. Die wichtigste Regel bleibt: Der Standort entscheidet stärker als das Logo. Eine schlecht gelegene HEM-Tankstelle an der Autobahn kann teurer sein als eine gut gelegene Aral-Station im Stadtrand. Vergleichen lohnt sich pro Tankfüllung – nicht pauschal pro Marke.

Häufig gestellte Fragen

Welche Tankstellenmarke ist 2026 am günstigsten?

Im Bundesschnitt liegt STAR bei 2,122 Euro je Liter Diesel und damit am günstigsten unter den großen Marken, dicht gefolgt von HEM mit 2,123 Euro und JET mit 2,126 Euro. Wer konsequent bei diesen drei Marken tankt, zahlt im Schnitt rund 4 Cent weniger pro Liter als an Aral- oder Shell-Stationen.

Warum sind Aral und Shell teurer als JET oder STAR?

Aral und Shell betreiben sogenannte A-Lagen mit höherem Service- und Shop-Anteil – Autobahnabfahrten, Stadtmitten, Pendlerachsen. Diese Standorte sind teurer in Pacht und Logistik, was sich am Preisschild niederschlägt. JET, STAR und HEM positionieren sich dagegen bewusst als Discountmarken und konkurrieren über Preis statt Standort und Shopfläche.

Wie groß ist der Preisunterschied zwischen Markentankstellen?

Zwischen der günstigsten Marke STAR und der teuersten großen Marke AGIP ENI liegen 7,2 Cent pro Liter Diesel im Schnitt. Bei einer 50-Liter-Tankfüllung sind das 3,60 Euro Differenz, hochgerechnet auf 15.000 Kilometer Jahresfahrleistung etwa 50 bis 60 Euro Ersparnis pro Jahr – allein durch konsequente Markenwahl.

Stimmt es, dass Shell fast nie zu den günstigsten Tankstellen gehört?

Ja. Nur 1,1 Prozent aller Shell-Stationen befinden sich im günstigsten Zehntel deutscher Diesel-Preise. Bei HEM sind es 20,7 Prozent, bei STAR 19,2 Prozent. Wer auf der Suche nach dem absoluten Tagestiefpreis ist, findet diesen statistisch fast nie an einer Shell-Zapfsäule.

Welche Marke ist am teuersten?

AGIP ENI führt das Ranking der teuersten Marken mit deutlichem Abstand an. Im Schnitt zahlt man dort 5,5 Cent über dem Marktdurchschnitt für Diesel und 6,3 Cent über dem Marktdurchschnitt für E10. 30,8 Prozent aller AGIP-ENI-Stationen liegen im teuersten Zehntel – kein anderer großer Anbieter konzentriert seine Stationen so stark im Premium-Segment.

Lohnt sich ein Umweg, um zu einer günstigeren Marke zu fahren?

Bei einer 50-Liter-Tankfüllung und 4 Cent Ersparnis pro Liter sind das 2 Euro. Ein Umweg von insgesamt 5 Kilometern (hin und zurück) kostet bei einem Verbrauch von 6 Liter pro 100 Kilometer und 2,12 Euro Dieselpreis rund 0,64 Euro. Rechnerisch lohnt sich der Umweg also bis rund 15 Kilometer Mehrweg pro Tankfüllung.

Warum tauchen ESSO und TotalEnergies in der Mitte auf?

ESSO und TotalEnergies pendeln zwischen Discount- und Premium-Strategie. Ihre A-Lagen sind teuer wie bei Aral und Shell, ihre Standardlagen aber preislich näher am Markenschnitt. Im Mittel ergibt sich für ESSO ein Aufschlag von 0,8 Cent, für TotalEnergies 1,2 Cent gegenüber dem Marktdurchschnitt – kein Discount, aber auch kein Premium-Aufschlag wie bei Aral oder AGIP ENI.

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