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Von SpritFuchs Redaktion

Günstigste Tankstädte Deutschlands: Der lebende Preisvergleich

Wo tankt man in Deutschland aktuell am günstigsten — und wo zahlt man am meisten? Laufend aktualisierter Städte- und Bundesländer-Vergleich auf Basis der MTS-K-Daten.

Basis: täglich aktualisierte MTS-K-Daten aus über 17.700 Tankstellen, ausgewertet in der SpritFuchs-Datenbank.

Inhaltsverzeichnis

Der Status quo: Spritpreise in Deutschland (Stand April 2026)

Diesel kostet heute über 2,35 Euro. Vor einer Woche waren es noch 12 Cent weniger. Ein Blick auf die Preistafeln tut uns als Autofahrern gerade richtig weh.

Laut SpritFuchs-Daten vom 3. April 2026 lag der bundesweite Diesel-Schnitt bei exakt 2,354 Euro. Super E10 kostet aktuell im Schnitt 2,14 Euro — 9 Cent mehr als sieben Tage zuvor. Bei Super E5 kratzen wir mit 2,20 Euro bedenklich an neuen Rekordmarken. Wer aktuelle Durchschnittspreise über einen längeren Zeitraum beobachtet, erkennt sofort: Der Markt ist extrem nervös.

Eine 50-Liter-Tankfüllung Diesel kostet uns heute 6 Euro mehr als noch Ende März. Für uns als Verbraucher ist das bares Geld, das am Ende des Monats fehlt. Wir analysieren bei SpritFuchs täglich die Rohdaten der MTS-K (Markttransparenzstelle für Kraftstoffe). Diese offiziellen Zahlen zeigen uns schwarz auf weiß: Die Spritpreise sind nicht nur hoch, sondern auch extrem volatil.

Aber der bundesweite Durchschnitt ist nur die halbe Wahrheit. Wo wir tanken, ist fast genauso wichtig wie wann wir tanken.

Günstigste Bundesländer: Hier tanken wir aktuell am billigsten

RangBundeslandØ E10 (€)Abstand zum Bundesschnitt
1Nordrhein-Westfalen2,13−1 Cent
2Bayern2,14±0 Cent
3Baden-Württemberg2,15+1 Cent
15Sachsen-Anhalt2,18+4 Cent
16Brandenburg2,17+3 Cent
Nordrhein-Westfalen profitiert aktuell von einem extremen lokalen Preiskampf. Nirgendwo sonst in Deutschland sehen wir einen so brutalen Wettbewerb zwischen freien Tankstellen und den großen Marken. Wer in NRW blind die erstbeste Zapfsäule ansteuert, verschenkt massiv Geld — Extremfälle kosten hier zwischen 1,54 Euro und 2,58 Euro pro Liter E10. Ein kurzer Blick auf die Spritpreise in Nordrhein-Westfalen vor dem Losfahren ist Pflicht.

Der Osten Deutschlands zeigt ein anderes Bild. Brandenburg führt unsere Liste als teuerstes Bundesland an. Der durchschnittliche E10-Preis liegt hier bei stolzen 2,17 Euro — vier Cent mehr als in NRW, also 2,00 Euro Mehrkosten pro Tankfüllung.

Diesel vs. E10: Der Abstand ist kollabiert

Die wahre Schmerzgrenze erreichen wir derzeit beim Diesel. Der einstige Preisvorteil des Selbstzünders ist Geschichte. Diesel kostet aktuell 22 Cent mehr als E10. Vor gerade einmal 30 Tagen lag dieser Aufschlag noch bei vergleichsweise moderaten 10 Cent. Warum der Diesel-Vorteil verschwunden ist, haben wir in unserem Artikel Dieselpreis 2026: Warum der Liter jetzt über 2,27 Euro kostet ausführlich erklärt.

Diesel war in den letzten 30 Tagen deutlich volatiler als E5. Die Schwankung lag bei gewaltigen 32 Cent, verglichen mit 21 Cent bei Super E5. Der Diesel-Preis bewegte sich erratisch zwischen 2,03 und 2,35 Euro. Die Standardabweichung lag bei 9 Cent — ein glasklares Zeichen für unruhige Märkte.

Wer vor der Kaufentscheidung steht, findet in unserem Beitrag Diesel oder Benziner: Was lohnt sich 2026 noch? die TCO-Rechnung im Detail.

Extrem-Stationen: 3,00 € an der Autobahn, 1,95 € auf dem Land

Die größte Preisspanne herrscht in Nordrhein-Westfalen: 104 Cent Unterschied zwischen günstigster und teuerster Tankstelle. Das absolute Negativbeispiel setzte im März die WEVAG-Autobahntankstelle in Bocholt mit 3,00 Euro für den Liter E10 — fast 50 % über dem Landesschnitt. Autobahntankstellen nutzen ihre Monopolstellung schamlos aus.

Am anderen Ende stehen drei freie Tankstellen, die sich dem wilden Preis-Ping-Pong verweigern:

TankstelleOrtØ E10Schwankung (30 Tage)
Beducker — Qualität günstig tankenMeitingen (BY)2,05 €4 Cent
BFT PickelmannRöttenbach (BY)2,08 €5 Cent
Neeb Tank (Gebrüder Neeb)2,05 €4 Cent
Das beweist: Fairer Kraftstoffhandel funktioniert auch ohne minütliche Preissprünge.

Die kleinste Spanne: Bremen zeigt, wie Wettbewerb aussieht

Am geringsten ist die Preisspanne in Bremen mit nur 7 Cent Unterschied zwischen teuerster und billigster Station. Dort regelt die extrem hohe Tankstellendichte auf kleinstem Raum den Wettbewerb. Wenn die Konkurrenz nur hundert Meter entfernt ist, kann sich niemand astronomische Preise erlauben — aber das Preisniveau insgesamt liegt mit 2,09 Euro auch nicht niedrig. Homogen teuer ist eben auch teuer.

Der richtige Tanktag

Auch der Wochentag spielt eine kleine Rolle: Mittwoch war zum Zeitpunkt dieser Analyse (April 2026) der günstigste Tanktag (E10-Schnitt 1,98 Euro), Sonntag der teuerste. Der Unterschied liegt aber nur bei rund 2 Cent pro Liter — ein Bruchteil dessen, was die Uhrzeit ausmacht.

Update Juli 2026: Seit der 12-Uhr-Regel (KPAnG, in Kraft seit 1. April 2026) dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um 12:00 Uhr erhöhen, Senkungen sind jederzeit möglich. Am günstigsten tankst du deshalb meist vormittags kurz vor 12 Uhr, am teuersten direkt nach dem Mittagssprung — nicht mehr morgens im Berufsverkehr oder abends, wie vor der Reform. Die Uhrzeit schlägt den Wochentag dabei um ein Vielfaches: Der Preissprung um 12 Uhr beträgt im Schnitt 14 bis 18 Cent, der Wochentag-Effekt nur wenige Cent. Details liefert unser Ratgeber: Wann ist Tanken am günstigsten?.

Historie: So sah es im März 2026 aus

Zum Vergleich — so sahen die Rangfolgen vor einem Monat aus:

  • Günstigstes Bundesland (März): Saarland, E10-Schnitt 2,02 € (Nähe zu Frankreich und Luxemburg, dichte Infrastruktur, aggressiver lokaler Wettbewerb).
  • Teuerstes Bundesland (März): Bremen, E10-Schnitt 2,09 € (homogen hohes Preisniveau trotz geringer Spanne).
  • Diesel-Benziner-Abstand (März): Diesel lag 19 Cent über E10. Innerhalb von 30 Tagen hatte sich die Preisrelation um über 22 Cent gedreht — vor 60 Tagen war Diesel noch 4 Cent günstiger als E10.
  • Stärkster Monatsanstieg: Diesel +25,1 % auf 2,14 € Monatsschnitt. E10 +14,3 % auf 2,01 €.
Der Wechsel des "günstigsten Bundeslandes" vom Saarland (März) zu Nordrhein-Westfalen (April) zeigt gut, warum bundesweite Pauschalaussagen in diesen Märkten irreführend sind. Die langfristige Entwicklung seit Jahresbeginn zeigt unsere Preisentwicklung. Wir aktualisieren diesen Report monatlich — ältere Snapshots werden unter diesem Abschnitt archiviert.

So sparst du trotz hoher Tankstellen-Preise

  1. Timing. Seit der 12-Uhr-Regel am besten vormittags kurz vor 12 Uhr tanken, den Wochentag danach berücksichtigen. Direkt nach dem Mittagssprung um 12 Uhr ist der Preis meist am höchsten. Details: Ratgeber: Wann ist Tanken am günstigsten?
  2. Stammtankstelle mit stabilem Preis finden. Die "Beducker"-Station in Meitingen zeigt, dass faire Margen möglich sind. Solche Ausreißer gibt es in vielen Regionen — sie halten ihren Preis oft wochenlang konstant.
  3. Autobahn konsequent meiden. In extremen Fällen kostet ein Liter E10 dort 50 % mehr als an der Abfahrt 500 Meter weiter.
  4. E10 statt E5, wenn das Auto es verträgt. Aktuell fast 6 Cent günstiger — der marginale Mehrverbrauch fällt dagegen nicht ins Gewicht. Details: E10 vs. E5: Was ist der Unterschied?.
  5. Regional vergleichen. Unser Städtevergleich zeigt die größten Städte auf einen Blick. Wer in Berlin wohnt, sollte gezielt die E10-Preise in Berlin zwischen Außenbezirken und Zentrum checken — fünf Kilometer Fahrt sparen oft fünf Euro pro Tankfüllung.
Blindes Tanken bestraft der Markt sofort. Wer die Muster kennt, tankt günstiger. Wir behalten die Daten jedenfalls weiter für euch im Blick — und werden diesen Report in den kommenden Monaten laufend aktualisieren.

Datenstand: 3. April 2026 (primärer Snapshot), zuletzt aktualisiert 17. April 2026. Preisdaten: SpritFuchs / MTS-K (Bundeskartellamt).

Häufig gestellte Fragen

Auf Bundesländer-Ebene ist Nordrhein-Westfalen derzeit am günstigsten mit einem E10-Schnitt von 2,13 € (Stand: 3. April 2026). Davor — im März 2026 — führte das Saarland mit 2,02 €. Die Rangliste wechselt monatlich je nach Raffinerie-Versorgung und lokalem Wettbewerb.

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