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Von SpritFuchs Redaktion

Diesel teurer als Benzin: 7,6 Cent Aufschlag im August

Diesel teurer als Benzin: Der Aufschlag wächst auf 7,6 Cent, weil Diesel die sechste Woche steigt und Benzin trotz billigem Öl kaum nachgibt.

Inhaltsverzeichnis

Diesel teurer als Benzin: 7,6 Cent Aufschlag Anfang August

Diesel ist teurer als Benzin, und der Abstand wächst: Am 5. August 2026 misst der ADAC einen Diesel-Bundesschnitt von 2,204 €, während Super E10 auf 2,128 € liegt. Das sind 7,6 Cent Aufschlag für Diesel gegenüber Benzin, fast doppelt so viel wie die 5,1 Cent, die der Verband eine Woche zuvor gemeldet hatte.

Der Grund für die Schere liegt in zwei gegenläufigen Bewegungen. Diesel hat um 1,4 Cent zugelegt und ist damit zum sechsten Mal in Folge teurer geworden. Super E10 gibt gleichzeitig 1,1 Cent nach. Der eine Kraftstoff klettert also weiter, der andere sinkt, und beide Bewegungen vergrößern denselben Abstand. Für den Alltag heißt das: Ein Dieselfahrzeug zahlt pro Liter 7,6 Cent mehr als ein vergleichbarer Benziner. Über eine 55-Liter-Tankfüllung summiert sich dieser Aufschlag auf 4,18 €. Auf ein ganzes Jahr gerechnet fällt er stärker ins Gewicht, als die kleine Zahl vermuten lässt: Ein Diesel-Pkw mit 15.000 Kilometern Fahrleistung und einem Verbrauch von 6,5 Litern je 100 Kilometer schluckt rund 975 Liter. Allein der aktuelle Abstand zum Benzin kostet diesen Fahrer damit gut 74,10 € im Jahr, ohne dass sich am Rohöl oder an der Steuer irgendetwas geändert hätte.

Bemerkenswert ist der Zustand an sich. Das Steuerprivileg auf Diesel, rund 18 Cent niedrigere Energiesteuer als bei Benzin, müsste den Dieselpreis rechnerisch klar unter Benzin halten. In diesem Jahr arbeitet der Rohstoffmarkt jedoch immer wieder gegen diesen Vorteil: Im Frühjahr lag Diesel zeitweise gut ein Dutzend Cent über Benzin, im Hochsommer schrumpfte der Abstand fast auf null, und nun öffnet sich die Schere erneut. Wie sich die bundesweiten Durchschnitte für die einzelnen Sorten entwickeln, zeigt fortlaufend die nationale Preisübersicht.

Warum sinkt Benzin nicht, obwohl das Rohöl fällt?

Weil die Tankstellen fallende Rohstoffkosten nur zögerlich weitergeben. Brent-Rohöl notiert Anfang August bei rund 79 US-Dollar je Barrel und ist damit binnen einer Woche um fast fünf US-Dollar gefallen. Gegenüber dem Zwischenhoch der zweiten Juli-Hälfte von gut 100 US-Dollar liegt der Preis etwa 17 Prozent tiefer. An der Zapfsäule kommt davon bislang wenig an.

Der ADAC benennt die Lücke ungewöhnlich deutlich. Der leichte Rückgang bei Benzin sei angesichts des gesunkenen Rohölpreises zwar nachvollziehbar, falle aber spürbar geringer aus, als es die Ölpreisentwicklung hergäbe. Beim Super E10 sieht der Verband seit Wochen erhebliches Potenzial für weitere Preissenkungen. In der Sprache der Wettbewerbsbeobachter ist das ein Lehrstück für asymmetrische Preisweitergabe: Steigt der Rohstoff, ziehen die Preise rasch an, sinkt er, tropfen die Rückgänge nur langsam durch.

Dass Diesel und Benzin dabei auseinanderlaufen, hat einen einfachen Kern. Rohöl wird an der Börse in einem einzigen Preis gehandelt, an der Zapfsäule zerfällt es in zwei Produkte mit eigenem Angebot und eigener Nachfrage. Diesel hängt am Güterverkehr, dessen Bedarf sich kaum drücken lässt, egal was der Liter kostet. Benzin trägt im Sommer die Reise- und Urlaubsfahrten, deren Fahrer eher auf den Preis reagieren. Fällt der Rohstoff, gibt der stärker umkämpfte Benzinmarkt tendenziell zuerst nach, während der Diesel seinen Aufschlag länger hält. Genau dieses Muster zeigen die Zahlen der laufenden Woche.

Der Diesel folgt derselben Logik mit umgekehrtem Vorzeichen. Sein Bundesschnitt hatte in den SpritFuchs-Tagesdaten schon Ende Juli sein Hoch überschritten und beginnt seither nachzugeben, bevor der wöchentliche ADAC-Vergleich die Wende zeigt. Der Wochenschnitt ist ein Rückspiegel: Er glättet die letzten sieben Tage und meldet einen Anstieg, während die jüngsten Tagespreise bereits fallen.

Was kostet Diesel in Berlin, München und Hamburg?

Günstiger als der Bundesschnitt. Der SpritFuchs-Puls durch die drei größten Städte, jeweils im Umkreis von zehn Kilometern und mit Stand 5. August 2026, zeigt Diesel klar unter der 2,204-€-Marke des ADAC.

StadtDiesel-MedianSuper E5-MedianStationen im Umkreis
München2,109 €2,059 €127
Hamburg2,149 €2,119 €142
Berlin2,169 €2,109 €150
Der mittlere der drei Diesel-Mediane liegt bei 2,149 € und damit 5,5 Cent unter dem bundesweiten ADAC-Wert. Große Ballungsräume mit dichtem Stationsnetz tanken also erneut günstiger als der Landesschnitt, ein Muster, das sich Woche für Woche wiederholt. Wie sich die Großstädte im breiteren Feld einordnen, zeigt das Ranking der günstigsten Tankstädte.

An den Zahlen fallen zwei Dinge auf. Der Diesel gibt in den Metropolen bereits nach: In Hamburg und München liegen die Mediane rund vier Cent unter den Werten der Vorwoche, während der Bundesschnitt noch steigt. Die Brent-Entlastung erreicht die wettbewerbsstarken Städte offenbar zuerst. Und die Diesel-über-Benzin-Umkehr gilt auch lokal: In allen drei Städten steht der Diesel-Median über dem der teureren Super-E5-Sorte, von rund drei Cent in Hamburg bis zu sechs Cent in Berlin. Wo Diesel selbst das Premium-Benzin überholt, ist vom früheren Dieselvorteil an der Säule nichts mehr übrig.

Ein Hinweis zur Einordnung: Die städtischen Werte oben sind Mediane für Super E5, der bundesweite Vergleichswert des ADAC bezieht sich auf das günstigere Super E10. Beide Benzinsorten dürfen daher nicht direkt gegeneinander gerechnet werden, der Diesel-Median dagegen ist überall dieselbe Sorte.

Wann tankt man Anfang August am günstigsten?

Am Vormittag und mit Blick auf die Karte statt auf den Bundesschnitt. Seit der 12-Uhr-Regel des Kraftstoff-Preisanpassungsgesetzes, die am 1. April 2026 in Kraft getreten ist, dürfen die Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr anheben. Über den restlichen Tag bewegen sie sich nach unten. Das Fenster zwischen 8 und 11 Uhr ist deshalb im Schnitt 3 bis 5 Cent günstiger als der frühe Nachmittag, wie der Ratgeber zum günstigsten Tankzeitpunkt im Detail zeigt.

Konkret heißt das: Wer den Tank am Vormittag füllt, bevor die 12-Uhr-Anhebung greift, sichert sich den Tiefstand des Tages, statt am Abend auf ein langsames Absinken zu warten. Das gilt für Diesel und Benzin gleichermaßen, weil die Regel keine Sorte ausnimmt. Für Vielfahrer, die ohnehin planen müssen, verschiebt sich damit die entscheidende Frage weg vom Wochentrend hin zur Tageszeit und zum Standort.

In einer Phase, in der Diesel teurer als Benzin ist und der Aufschlag mit 7,6 Cent wächst, zählt der Preisvergleich vor Ort mehr als jeder Wochenschnitt. Der Abstand zwischen der günstigsten und der teuersten Station einer Stadt übersteigt an vielen Tagen die gesamte Bewegung, die eine Sorte in einer Woche macht. Ein Blick auf die aktuellen Preise am eigenen Standort lohnt sich also mehr als die Frage, ob der Bundesschnitt an einem einzelnen Tag ein oder zwei Cent gestiegen ist.

Für die kommenden Tage deutet die Richtung nach unten, zumindest beim Benzin: Fällt Brent weiter und gibt der ADAC den Druck an die Konzerne weiter, sollte sich vor allem Super E10 verbilligen. Ob der Diesel-Bundesschnitt dem Beispiel der Großstädte folgt und seine sechste Anstiegswoche zur letzten wird, verrät der nächste Wochenvergleich. Der Juli hatte laut Monatsbilanz ohnehin die teuersten Benzin-Monatsschnitte seit Jahresbeginn 2026 gebracht. Bis dahin gilt der Befund dieser Woche: Diesel ist teurer als Benzin, und wer jetzt sparen will, tankt vormittags und dort, wo die Karte den niedrigsten Preis zeigt.

Häufig gestellte Fragen

Weil der Rohstoffmarkt gegen den Steuervorteil arbeitet: Diesel steigt seit sechs Wochen, Benzin gibt kaum nach. Am 5. August 2026 liegt Diesel mit 2,204 € rund 7,6 Cent über Super E10 (2,128 €), obwohl die niedrigere Energiesteuer Diesel rechnerisch etwa 18 Cent unter Benzin halten müsste.

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News

Dieselpreis steigt fünfte Woche trotz fallendem Ölpreis

Der ADAC misst am 28. Juli 2026 einen Diesel-Bundesschnitt von 2,190 €, 2,2 Cent mehr als in der Vorwoche und die fünfte Woche in Folge teurer. Super E10 gibt dagegen nur 0,7 Cent auf 2,139 € nach. Auffällig ist der Widerspruch zum Rohstoff: Brent-Rohöl ist im selben Zeitraum von 91 auf rund 84 US-Dollar gefallen. In den SpritFuchs-Tagesdaten hat der Diesel-Bundesschnitt sein Hoch schon am 24. Juli bei 2,216 € überschritten und ist seither auf 2,191 € gesunken. Die Brent-Entlastung beginnt also durchzusickern, bevor der Wochenvergleich sie zeigt.

Analyse

Spritpreis-Report Juli 2026: Diesel im Schnitt 2,102 €

Diesel kostete im Juli 2026 im Bundesschnitt 2,102 € — 28,0 Cent mehr als im Juni und der zweitgrößte Monatssprung des Jahres. Super E10 (2,103 €) und Super E5 (2,161 €) erreichten sogar ihren höchsten Monatswert seit Jahresbeginn. Am günstigsten tankte man im Saarland (2,079 €), am teuersten in Schleswig-Holstein (2,126 €).

News

Diesel 9,8 Cent teurer in einer Woche: Nahost treibt Brent auf 91 Dollar — Diesel wieder über E10

Der ADAC misst am 22. Juli 2026 einen Diesel-Bundesschnitt von 2,168 Euro — 9,8 Cent teurer als in der Vorwoche. Super E10 legt 6,3 Cent auf 2,146 Euro zu. Auslöser ist Brent-Rohöl, das binnen einer Woche von rund 85 auf 91 US-Dollar gestiegen ist. Diesel ist damit erstmals seit Mitte Mai wieder teurer als E10. Der Automobilclub nennt die Preise durch Öl und Wechselkurs allein nicht erklärbar und ruft das Bundeskartellamt zu einer kritischen Marktbeobachtung.

News

Bundeskartellamt-Q2-Bericht: Tankstellen behielten bis zu 3,7 Cent vom Tankrabatt ein

Am 10. Juli 2026 hat das Bundeskartellamt seine Quartalsbilanz zum Tankrabatt vorgelegt: Vom 16,7 Cent brutto großen Steuernachlass kamen bei Diesel 13,8 Cent (82,6 %) und bei Super E5 nur 13,0 Cent (77,8 %) am Zapfhahn an. Die restlichen 2,9 bis 3,7 Cent blieben laut MTS-K überwiegend als zusätzliche Tankstellenmarge hängen. Nach Auslaufen des Rabatts sprangen die Preise am 1. Juli um rund 10 Cent nach oben, und in der aktuellen Woche liegt Diesel bundesweit bei 1,953 €, E10 bei 2,024 €.