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Von SpritFuchs Redaktion

Spritpreis-Report Juli 2026: Diesel im Schnitt 2,102 €

Spritpreis-Report Juli 2026: Diesel im Schnitt 2,102 € — 28,0 Cent über Juni. Bundesländer-Rangfolge, Höchststand und der Ausblick für August.

Inhaltsverzeichnis

Wie teuer war Diesel im Juli 2026?

Der Spritpreis-Report Juli 2026 fällt ernüchternd aus: Diesel kostete im bundesweiten Monatsschnitt 2,102 € pro Liter, das sind 28,0 Cent mehr als im Juni. Es war der zweitgrößte Monatssprung des laufenden Jahres. Nur der Anstieg von Februar auf März (45,5 Cent), als die Frühjahrsrallye die Preise Richtung Jahreshöchststand trieb, fiel heftiger aus.

Der Sprung hat einen naheliegenden Grund. Im Juni lief noch der Tankrabatt, die auf drei Monate befristete Energiesteuersenkung, die am 30. Juni endete. Der Juni-Monatsschnitt von 1,822 € war der günstigste des Jahres, der Juli-Schnitt von 2,102 € markiert die Rückkehr zum Normalniveau. Zwischen beiden Werten liegen jene 28,0 Cent, die den ganzen Report prägen. Wer die längere Linie sehen will, findet den kompletten Verlauf seit Januar in unserer Preisentwicklung; die aktuellen bundesweiten Spritpreise zeigen den Tagesstand.

Interessant ist, dass der Aufschlag größer ausfiel als die reine Steuerwirkung. Die zurückkehrende Energiesteuer erklärt rund 16,7 Cent, die restlichen gut 11 Cent stammen aus dem steigenden Grundpreis: Der Juni-Schnitt war durch einen vollen Rabattmonat gedrückt, der Juli kombinierte die Steuerrückkehr mit einem über den Monat kletternden Markt. Der Sprung misst also nicht nur den Wegfall des Rabatts, sondern auch die parallel anziehende Kurve.

Für den Alltag bedeutet das konkret: Eine 55-Liter-Tankfüllung Diesel kostete im Juli-Schnitt rund 116 €, im Juni waren es noch etwa 100 €. Gut 15 € mehr pro Füllung, allein durch den Monatswechsel.

Warum Diesel und Super E10 im Juli fast gleich viel kosteten

Diesel und Super E10 trennten im Juli nur 0,1 Cent: Diesel lag bei 2,102 €, E10 bei 2,103 €. Super E5 war mit 2,161 € die teuerste der drei Sorten. Damit setzte sich fort, was den Sommer 2026 kennzeichnet: Das klassische Preisprivileg des Diesels gegenüber Benzin ist praktisch verschwunden.

Bemerkenswert ist der Blick auf das Gesamtjahr. Für die beiden Benzinsorten war der Juli der teuerste Monat seit Beginn unserer Datenreihe am 1. Januar 2026: E10 überbot mit 2,103 € den bisherigen Höchstwert aus dem April (2,094 €), E5 lag mit 2,161 € ebenfalls über dem April (2,152 €). Diesel dagegen blieb mit 2,102 € klar unter seinem Jahreshoch, das im April bei 2,250 € und im März bei 2,169 € gelegen hatte. Der April war der teuerste Dieselmonat des Jahres, wie die Halbjahresbilanz im Detail zeigt.

Diese Schere erklärt die Annäherung. Benzin kletterte im Juli auf neue Jahreshöchststände, während Diesel seine Frühjahrsspitzen nicht wieder erreichte. So trafen sich beide Kurven nahezu in der Mitte. Ob das ein Dauerzustand wird oder eine Momentaufnahme, entscheidet der Herbst.

Ein Rückblick auf das ganze Jahr zeigt, wie beweglich dieses Verhältnis ist. Im Januar lag Diesel noch rund 5 Cent unter E10, dem gewohnten Bild. Während der Rohölrallye im März und April drehte es sich um: Diesel notierte zeitweise gut 15 Cent über E10, weil der Kraftstoff enger am Rohölmarkt hängt und stärker importabhängig ist. Im Juni fiel Diesel wieder etwa 5 Cent unter E10, im Juli standen beide praktisch gleichauf. Wer allein aus dem Vormonat auf das Verhältnis der nächsten Wochen schließt, liegt in diesem Jahr regelmäßig daneben.

In welchem Bundesland war Diesel im Juli am günstigsten?

Am günstigsten tankte man Diesel im Saarland mit 2,079 € im Monatsschnitt, am teuersten in Schleswig-Holstein mit 2,126 €. Die gesamte Spanne über alle 16 Bundesländer betrug damit 4,7 Cent, ein für Diesel eher enges Feld.

RangBundeslandDiesel ØSuper E10 ØSuper E5 Øggü. Juni (Diesel)
1Saarland2,079 €2,070 €2,128 €+29,2 Cent
2Bayern2,083 €2,083 €2,140 €+26,6 Cent
3Baden-Württemberg2,085 €2,074 €2,132 €+27,0 Cent
4Berlin2,089 €2,087 €2,147 €+27,2 Cent
5Rheinland-Pfalz2,094 €2,096 €2,153 €+29,7 Cent
6Hamburg2,099 €2,105 €2,164 €+27,1 Cent
7Niedersachsen2,101 €2,113 €2,169 €+27,8 Cent
8Bremen2,102 €2,099 €2,159 €+28,0 Cent
9Mecklenburg-Vorpommern2,102 €2,113 €2,172 €+27,3 Cent
10Thüringen2,107 €2,118 €2,173 €+27,0 Cent
11Brandenburg2,108 €2,109 €2,166 €+26,5 Cent
12Sachsen-Anhalt2,109 €2,116 €2,174 €+28,0 Cent
13Nordrhein-Westfalen2,113 €2,115 €2,173 €+29,6 Cent
14Sachsen2,116 €2,129 €2,186 €+27,2 Cent
15Hessen2,121 €2,120 €2,178 €+29,4 Cent
16Schleswig-Holstein2,126 €2,133 €2,193 €+27,6 Cent
Die Rangfolge folgt dem gewohnten Süd-Nord-Muster: Bayern und Baden-Württemberg vorn, der Norden mit Schleswig-Holstein hinten. Bremen traf mit 2,102 € punktgenau den Bundesschnitt. Auffällig ist, wie eng die Werte beieinanderliegen. 4,7 Cent zwischen dem günstigsten und dem teuersten Flächenland sind für einen ganzen Monat wenig, und sie bestätigen, was die 12-Uhr-Regel bewirkt: Seit dem 1. April 2026 dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um 12:00 Uhr anheben, was die Anhebungen bundesweit synchronisiert und regionale Ausreißer glättet.

Die letzte Spalte erzählt eine eigene Geschichte. Den härtesten Aufschlag gegenüber Juni verzeichnete Rheinland-Pfalz mit 29,7 Cent, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (29,6), Hessen (29,4) und dem Saarland (29,2). Am mildesten fiel der Sprung in Brandenburg (26,5) und Bayern (26,6) aus. Dass ausgerechnet das Saarland trotz eines der größten Aufschläge das günstigste Bundesland blieb, liegt an seinem niedrigen Juni-Ausgangswert: Als grenznahes Land zu Luxemburg startete es aus dem tiefsten Preisniveau und musste am weitesten steigen, um wieder auf Normalniveau zu landen.

Die beiden Benzinspalten folgen im Wesentlichen derselben Reihenfolge. Zwischen Super E10 und Super E5 liegen in jedem Bundesland rund 6 Cent, der übliche Abstand zwischen der Sorte mit höherem Ethanolanteil und der teureren E5-Variante. Bemerkenswert ist die Rolle der Stadtstaaten: Berlin reiht sich mit 2,089 € auf Rang vier unter die günstigen Länder ein und war damit der preiswerteste Ballungsraum, während Hamburg mit 2,099 € im Mittelfeld landete. Der Osten sortiert sich mit Sachsen und Sachsen-Anhalt eher im teureren Drittel ein, was zu dem Bild einer preisunelastischeren Nachfrage in dünner besiedelten Regionen passt. Die aktuellen Preise jeder einzelnen Stadt lassen sich jederzeit über das lokale Tankstellennetz nachschlagen.

Was den Juli-Preissprung ausgelöst hat

Zwei Kräfte trafen im Juli aufeinander. Die erste war hausgemacht: Mit dem Auslaufen des Tankrabatts am 30. Juni kehrte die volle Energiesteuer zurück, was für Diesel einen theoretischen Aufschlag von rund 16,7 Cent brutto bedeutete. Dieser Effekt schlug bereits in den ersten Julitagen durch und hob das gesamte Monatsniveau an.

Die zweite Kraft kam vom Weltmarkt. Nach der Beruhigung im Juni zog der Rohölpreis Mitte Juli wieder an, getrieben von geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Weil der Rohölanteil nur einen Teil des Literpreises ausmacht, wirkt sich ein Ölanstieg gedämpft, aber spürbar aus, und er verlängerte den Julitrend nach oben, statt ihn nach der ersten Tankrabatt-Welle abflachen zu lassen. Welche Marken den Aufschlag wie stark weitergaben, hat unser Spritmarken-Ranking für den Monat aufgeschlüsselt.

Der zeitliche Ablauf ließ sich in den Tagesdaten gut nachzeichnen. In den ersten Julitagen sprang der Preis mit der zurückkehrenden Steuer nach oben, sackte um den 4. Juli kurz auf den Monatstiefpunkt von 1,953 € und zog dann bis zur Monatsmitte durch. Weil ein Rohölanstieg erst mit einigen Tagen Verzögerung an der Zapfsäule ankommt und Preisanhebungen seit April gebündelt zur Mittagszeit erfolgen, verteilte sich die zweite Welle über gut zwei Wochen, statt an einem einzigen Stichtag zu erscheinen.

Zwischen den Marken blieb der Abstand dabei klein. Der Aufschlag traf günstige und teure Anbieter in ähnlichem Maß, weil die einheitliche Mittagsanhebung die Erhöhungen quer über die Marken hinweg gleichschaltet. Der oft beschriebene Effekt, dass Preise nach einem Schock schnell steigen und nur langsam wieder fallen, prägte damit eher den Tagesverlauf als die Rangfolge der Anbieter.

Über beidem wacht die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt, an die jede Tankstelle ihre Preise meldet. Genau diese amtlichen Meldungen bilden auch die Grundlage dieses Reports.

Der Monat endete auf seinem Höchststand

Der Juli schloss teuer: Am 30. Juli lag der Diesel-Bundesschnitt bei 2,229 €, dem höchsten Tageswert des Monats. Sein Tiefpunkt fiel auf den 4. Juli mit 1,953 €. Zwischen diesen beiden Tagen liegen 27,6 Cent, fast die gesamte Bewegung des Monats spielte sich also innerhalb des Julis ab.

Der Verlauf war dabei kein glatter Anstieg. Nach dem frühen Tief kletterte Diesel bis zur Monatsmitte, pendelte in der letzten Juliwoche um die 2,21-€-Marke und sprang zum 30. Juli noch einmal auf den Höchststand. An diesem Tag lag Diesel mit 2,229 € sogar über beiden Benzinsorten, über E5 (2,214 €) wie über E10 (2,156 €). Dass der Monat auf seinem Gipfel endet, ist das wichtigste Signal für den August: Er startet nicht vom Monatsschnitt, sondern von oben.

Wie sehr der Monatssprung zählt, zeigt ein Handwerksbetrieb mit einem Diesel-Transporter, der im Jahr 25.000 Kilometer fährt und dabei rund 1.875 Liter verbraucht. Zum Juli-Schnitt kostet dieser Sprit etwa 3.941 € im Jahr, zum Juni-Niveau wären es 3.416 € gewesen. Der Unterschied von rund 525 € entspricht genau den 28,0 Cent, hochgerechnet auf die Jahresstrecke. Wählt derselbe Betrieb konsequent das günstigste statt des teuersten Bundeslandes, macht die Spanne von 4,7 Cent obendrein noch rund 88 € im Jahr aus.

Für den Tankstopp bleibt der Hebel derselbe wie im ganzen Jahr. Preiserhöhungen kommen seit April gebündelt um die Mittagszeit, weshalb der Vormittag zwischen acht und elf Uhr das günstigste Fenster ist. Unser Ratgeber wann man am besten tankt rechnet das Sparpotenzial im Detail durch. Bei einem Niveau von über zwei Euro macht der richtige Zeitpunkt schnell den Unterschied einer ganzen Tankfüllung im Jahr aus.

Anders als im ersten Halbjahr fehlt dem August ein steuerlicher Hebel nach unten. Der Tankrabatt ist Geschichte, die nächste planbare Änderung an der Preisstruktur ist erst der weiter steigende CO2-Preis zum Jahreswechsel. Ob es günstiger wird, hängt daher fast allein am Rohölmarkt: Bleibt er ruhig, kann die Kurve seitwärts laufen, ein neuer Schock am Ölmarkt würde sie sofort wieder nach oben ziehen.

So sind die Juli-Werte berechnet

Alle Zahlen dieses Reports stammen aus dem nächtlich berechneten MTS-K-Rollup von SpritFuchs, der auf den amtlichen Preismeldungen der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beruht. Ausgewertet wurde der Zeitraum vom 1. bis 30. Juli 2026, also 30 Tanktage, mit im Schnitt rund 14.600 meldenden Stationen pro Tag. Der 31. Juli lag zum Redaktionsschluss noch nicht als abgeschlossener Tageswert vor.

Die Monatswerte sind die Mittel der Tagesdurchschnitte, bundesweit und je Bundesland getrennt. Ein einzelner besonders teurer oder besonders billiger Ausreißer verschiebt einen aus tausenden Meldungen gebildeten Tagesschnitt kaum, weshalb die Monatswerte belastbar sind. Die Angaben zu Juni und den Vormonaten folgen derselben Methode. Superlative wie „teuerster Monat“ beziehen sich ausschließlich auf unser Datenfenster seit dem 1. Januar 2026. Die Daten stehen unter der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0. Der Report ist eine Rückschau, keine Prognose: Er beschreibt, was war, nicht was der August bringt.

Häufig gestellte Fragen

Im bundesweiten Monatsschnitt kostete Diesel im Juli 2026 2,102 € pro Liter. Das waren 28,0 Cent mehr als im Juni und der zweitgrößte Monatssprung des Jahres.

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