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Von SpritFuchs Redaktion

Spritpreis-Report Juni 2026: 16 Cent günstiger als Mai — und ab 1. Juli ist alles vorbei

Diesel lag im Juni 2026 im Bundesschnitt bei 1,792 € — 16,4 Cent unter dem Mai-Niveau. Der Iran-Deal stürzte Brent, das Saarland blieb günstigster Markt. Am 1. Juli endet der Tankrabatt mit einem Aufschlag von 16,7 Cent brutto.

Inhaltsverzeichnis

Methodik

Grundlage dieses Monatsreports sind die offiziellen Tagesmeldungen der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K), die SpritFuchs jede Nacht aus dem Datendump von data.tankerkoenig.de in die eigene Datenbank importiert. Für den Auswertungszeitraum 1. Juni 2026 bis 25. Juni 2026 standen 365.971 Preisbeobachtungen von 15.052 deutschen Tankstellen zur Verfügung. Die Werte für den 26. und 27. Juni werden nachgeschoben, sobald der Datendump die Tage einliest — für den Monatstrend ändern sie nichts, weil sich die letzten drei Tage des Tankrabatts im typischen Stichtags-Korridor bewegen. Eine tagesaktuelle Übersicht der nationalen Durchschnitte findet man im Spritpreis-Überblick auf SpritFuchs.

Verglichen werden Tagesdurchschnitte je Sorte (Diesel, Super E10, Super E5), gewichtet über jede gemeldete Preisänderung, nicht über die Stationen. Damit fließen Tankstellen mit häufigeren Preisbewegungen — typischerweise freie Tankstellen und Discount-Marken — anteilig stärker ein. Das entspricht der Methodik der MTS-K-Auswertungen und ist näher dran am tatsächlichen Marktgeschehen als ein reines Stationsmittel. Die Bundesländer- und Markenwerte beziehen sich auf denselben Zeitraum und wurden direkt aus dem Preis-Verlauf aggregiert, nicht aus tagesaktuellen Schnappschüssen.

Kernergebnisse

  • Diesel lag im Bundesschnitt bei 1,792 € pro Liter, Super E10 bei 1,844 €, Super E5 bei 1,901 € — Diesel damit 5,2 Cent unter E10.
  • Gegenüber Mai 2026 fiel Diesel um 16,4 Cent, E10 um 11,5 Cent und E5 um 11,6 Cent.
  • Innerhalb des Juni fiel Diesel von 1,864 € (Woche 1) auf 1,713 € (Woche 4) — ein Rückgang von 15,1 Cent in nur vier Wochen.
  • Der niedrigste Tageswert: 1,697 € Diesel am 19. Juni 2026, direkt nach dem US-Iran-Rahmenabkommen vom 15. Juni.
  • Das Saarland blieb mit 1,764 € Diesel günstigster Markt, Schleswig-Holstein mit 1,822 € der teuerste — Spread 5,8 Cent.
  • Bei den Marken führten OIL!, AVIA XPress, STAR und JET mit rund 1,77 € Diesel, Aral und AGIP ENI bildeten mit 1,819 € und 1,829 € das obere Ende.
  • Am 30. Juni 2026 läuft der Tankrabatt aus — die Energiesteuer steigt um 14,04 Cent netto, an der Zapfsäule sind das 16,7 Cent brutto.

Der Iran-Deal hat den Juni billig gemacht

Anfang Juni notierte Brent noch bei rund 95 Dollar pro Barrel, mit einer Tendenz nach oben — die OPEC+ hatte für Juli eine Förderausweitung von 188.000 Barrel angekündigt, was die Märkte zunächst nicht ausreichend fand, weil parallel die Spannungen zwischen Iran und Israel die Versicherungsprämien auf Tankerladungen durch die Straße von Hormus nach oben trieben. Genau in diese Lage platzte am 15. Juni das virtuell unterzeichnete US-iranische Rahmenabkommen, in dem Washington im Gegenzug für eine 60-tägige Verhandlungsphase über das Atomprogramm die Marine-Begleitschutz-Mission im Persischen Golf herunterfahren ließ. Brent stürzte binnen einer Woche um zwölf Dollar.

An der Zapfsäule wirkte das schneller, als es im April und Mai üblich war: zwischen 17. und 19. Juni fiel der bundesweite Diesel-Tagesschnitt vier Mal in Folge — von 1,733 € auf den Monatstiefststand von 1,697 €. Dass die Weitergabe diesmal in drei statt zehn Tagen erfolgte, lag an zwei Faktoren. Erstens halten freie Tankstellen und Discount-Marken im laufenden Tankrabatt-Endspurt höhere Lagerumschlagsfrequenzen, weil sie auf die letzten Tankfüllungen vor dem 1. Juli setzen. Zweitens verlangt die seit Mai geltende 12-Uhr-Regel, dass eine Preiserhöhung am Tag erst nach 12 Uhr und nur einmal pro 24 Stunden erfolgen darf — wer am Vormittag also die fallenden Großhandelspreise nicht in die Säule überträgt, riskiert, im Tagesverlauf Marktanteile zu verlieren. Das Bundeskartellamt hat in seinen Monitoring-Reports für die Tankrabatt-Phase mehrfach festgehalten, dass die Pass-Through-Quote im Juni bei 84 bis 91 Prozent lag — historisch hoch.

Vom Pfingstgipfel zum Vier-Wochen-Tief: Juni in der Wochenkurve

Vier Wochen lassen sich im Juni 2026 sauber gegeneinanderstellen, und die Spreizung ist ungewöhnlich groß. In der ersten Woche (1. bis 7. Juni) lag der Diesel-Schnitt noch bei 1,864 €, getrieben von dem Anstieg, der die letzten Mai-Tage begleitet hatte — Pfingsten brachte traditionell höhere Margen, weil die Wochenend-Mobilität die Nachfrage hochhielt. Die zweite Woche (8. bis 14. Juni) brachte die ersten Hinweise auf das spätere Iran-Tauwetter, der Diesel-Schnitt sank auf 1,829 €. Die dritte Woche (15. bis 21. Juni) lieferte den eigentlichen Sturz — Tagestief 1,697 € am 19. Juni, Wochenschnitt 1,750 €. In der vierten Woche (22. bis 25. Juni) stabilisierte sich der Markt bei 1,713 €. Insgesamt verlor der Diesel-Liter zwischen erster und vierter Juniwoche 15,1 Cent — mehr, als der gesamte Tankrabatt seit Mai an Energiesteuer-Senkung an die Pumpe gebracht hatte.

Bei E10 fiel die Bewegung mit minus 8,8 Cent (1,889 € auf 1,800 €) deutlich kleiner aus, weil die Bioethanol-Beimischung den Liter weniger an den Rohöl-Preis koppelt und die Bioethanol-Großhandelsnotierungen im Juni stabil blieben. Das erklärt auch den ungewöhnlichen Befund, dass Diesel im Juni-Schnitt 5,2 Cent günstiger war als E10 — eine Inversion, die im Markt vor 2026 nahezu unbekannt war. Wer also im Juni einen Benziner statt eines Diesels fuhr, hat von der Iran-Deal-Welle nur die Hälfte abbekommen.

Bundesländer im Juni: Saarland erneut vorn, Spread auf 5,8 Cent geschrumpft

An der Spitze der günstigsten Bundesländer steht im Juni 2026 erneut das Saarland mit einem Diesel-Schnitt von 1,764 €. Die Mechanik dahinter hat sich seit dem Mai-Report nicht verändert: Pendlerverkehr nach Luxemburg, wo Diesel im Juni bei rund 1,42 € lag, hält die Säulenpreise in der Grenzregion strukturell unter Druck — eine Tankfüllung jenseits der Grenze spart selbst nach Aufschlag der deutschen Kraftfahrzeugnutzung schnell zehn Euro. Auf Rang 2 folgte Rheinland-Pfalz (1,776 € Diesel), getragen von der Nähe zur MiRO-Raffinerie Karlsruhe und einer dichten Versorgung entlang der A6/A61-Achse. Berlin (1,778 €) und Bremen (1,782 €) profitieren vom intensiven Stadtwettbewerb mit hoher Tankstellendichte pro 10.000 Einwohner.

Am unteren Ende des Rankings stand Schleswig-Holstein (1,822 €), unverändert seit dem Mai-Report. Holborn Hamburg als einzige nennenswerte Raffinerie der Region bedient den norddeutschen Bedarf mit geringer Diversität — wenn dort gewartet wird, springen die Säulenpreise spürbar an, während die Wettbewerbsdichte mit nur 4,3 Tankstellen pro 10.000 Einwohner deutlich unter dem Saarland-Wert von 5,8 liegt. Sachsen (1,812 €) und Thüringen (1,802 €) liefern weiter das ost-westliche Versorgungsmuster der PCK-Schwedt-Abhängigkeit nach: die Raffinerie läuft seit dem Russland-Embargo bei rund 60 Prozent Auslastung mit kasachischem Öl, was die regionale Großhandelsmarge erhöht.

Der entscheidende Befund ist aber nicht das Ranking selbst, sondern die Spannweite: 5,8 Cent zwischen Saarland und Schleswig-Holstein sind enger als die 6,4 Cent Mitte Juni und deutlich enger als die 10,2 Cent, die der Mai-Report festhielt. Die Tankrabatt-Weitergabe hat sich zwischen den Regionen weiter angeglichen, weil die freien Tankstellen in allen Bundesländern den Endspurt vor dem 1. Juli aggressiv nutzen, um eigene Marktanteile gegen die Markenstationen zu verteidigen.

Tabelle: Bundesländer-Ranking Juni 2026

RangBundeslandØ DieselØ E10Ø E5Stationen
1Saarland1,764 €1,817 €1,875 €223
2Rheinland-Pfalz1,776 €1,825 €1,882 €634
3Berlin1,778 €1,831 €1,890 €272
4Bremen1,782 €1,829 €1,887 €72
5Nordrhein-Westfalen1,783 €1,827 €1,885 €3.117
6Mecklenburg-Vorpommern1,787 €1,850 €1,907 €352
7Baden-Württemberg1,788 €1,835 €1,893 €2.015
8Sachsen-Anhalt1,792 €1,852 €1,910 €170
9Niedersachsen1,793 €1,861 €1,917 €1.993
10Bayern1,795 €1,840 €1,896 €2.476
11Hessen1,797 €1,858 €1,915 €1.193
12Hamburg1,801 €1,857 €1,914 €308
13Brandenburg1,801 €1,855 €1,913 €334
14Thüringen1,802 €1,856 €1,912 €615
15Sachsen1,812 €1,869 €1,927 €675
16Schleswig-Holstein1,822 €1,876 €1,936 €603
Quelle: SpritFuchs, MTS-K Tagesdaten 1.–25. Juni 2026, 365.971 Preismeldungen über 15.052 Stationen.

Marken: Discount-Cluster bleibt das günstigste Tankziel

Im Juni 2026 hat sich das aus dem Mai bekannte Marken-Schichtbild verfestigt. Den günstigsten Diesel-Schnitt aller Marken-Stationen lieferte OIL! mit 1,768 €, dicht gefolgt von AVIA XPress (1,769 €), STAR (1,770 €) und JET (1,770 €). Auch bft (1,771 €), SB (1,772 €) und HEM (1,772 €) liegen in diesem Discount-Korridor — die 0,4-Cent-Spanne innerhalb der sieben günstigsten Marken zeigt, wie eng der Preiswettbewerb unter den Discount-Stationen mittlerweile ist. JET führt das Mengenranking dieses Clusters mit 686 Stationen an, gefolgt von STAR (482) und HEM (395). Wer also entlang einer Bundesstraße eine Discount-Marke sucht, findet meist eine — die Netzdichte trägt das Versprechen niedriger Preise.

Im Mittelfeld liegen Q1 (1,776 €), CLASSIC (1,778 €), Raiffeisen (1,779 €) und AVIA (1,784 €) zwischen 1,776 € und 1,790 €. Hier ist die Beziehung zum vorgelagerten Großhandel meist gemischt: Genossenschaften wie Raiffeisen bedienen ländliche Märkte mit kürzeren Lieferketten, während AVIA als Markenverbund freier Tankstellen ein Misch-Sortiment fährt. Die nationalen Premium-Marken TotalEnergies (1,800 €), ESSO (1,805 €), Shell (1,813 €), Aral (1,819 €) und AGIP ENI (1,829 €) liegen alle oberhalb der 1,80-Euro-Marke. Aral mit 2.169 Stationen führt das deutsche Tankstellennetz nach Anzahl an — und liegt im Juni 5,1 Cent über dem JET-Schnitt. Auf eine 50-Liter-Tankfüllung sind das 2,55 € Unterschied pro Fahrt zur Markentankstelle.

Der Marken-Spread zwischen günstigster und teuerster Marke (OIL! versus AGIP ENI) liegt im Juni bei 6,1 Cent. Das ist enger als die 10 Cent, die das Marken-Ranking vom 20. Juni für die letzten 30 Tankrabatt-Tage gemessen hat, weil die Diesel-Preisspitze der ersten Juni-Tage in dieser Wochen-Auswertung dominanter wirkte. Über den vollen Monat gerechnet bewegen sich Discount- und Premium-Marken in praktisch synchron fallender Tendenz — beide Cluster geben den Brent-Sturz weiter, die Markenstationen tun das mit ein bis zwei Tagen Verzögerung.

Was erklärt die Unterschiede?

Drei Treiber bestimmen die Juni-Preise und werden auch nach dem Tankrabatt-Ende weiterwirken. Erstens die Raffineriestruktur: Süddeutschland wird über MiRO Karlsruhe und Ingolstadt/Vohburg versorgt, der Südwesten über Karlsruhe und BASF Ludwigshafen, der Norden über Holborn Hamburg und die Importe über die ARA-Häfen Rotterdam, Amsterdam, Antwerpen. Wer in der Nähe einer Raffinerie wohnt, zahlt im Schnitt 1,5 bis 3 Cent weniger pro Liter — die niedrigeren Logistikkosten schlagen direkt durch. Zweitens die Wettbewerbsdichte: Stadtstaaten wie Berlin und Bremen sowie das Saarland mit dem zweiten luxemburgischen Markt im Hinterkopf zeigen, dass Markenstationen ihre Preise dort am ehesten an Discount-Konkurrenten anpassen, wo sich täglich mehrere Stationen im Sichtkontakt befinden. Drittens die Bezugskette: Freie Tankstellen kaufen über Spotmärkte und drehen den Großhandelsweg in drei bis vier Tagen, während markengebundene Stationen über langfristige Lieferverträge mit den Konzernmarken arbeiten, die einen Glätter zwischen Großhandelspreis und Säulenpreis legen.

Hinzu kommt die politische Komponente, die für Juni einmalig war. Der seit 1. Mai 2026 laufende Tankrabatt — eine Energiesteuersenkung von 14,04 Cent netto, an der Säule 16,7 Cent brutto — endet am 30. Juni 2026. Die letzte Tankrabatt-Woche zeigt bereits eine asymmetrische Vorbereitung: Discount-Marken geben den Energiesteuer-Rabatt im Schnitt zu 41 Prozent weiter, Aral und Shell zu 40 Prozent, ESSO zu 38 Prozent. Das Bundeskartellamt beobachtet dieses Endspurt-Muster eng — die Behörde hat bereits angekündigt, asymmetrische Preisanpassungen am 1. Juli besonders zu prüfen, weil ein abrupter Mittagssprung gegen die seit Mai geltende 12-Uhr-Regel verstoßen würde.

Was das für Autofahrer heißt

Drei Schlussfolgerungen für die kommenden Tage. Erstens: Wer den Tank im Juni 2026 noch einmal zu Discount-Preisen füllen möchte, hat dafür wenige Tage Zeit. Bis einschließlich Montag, 29. Juni 2026, gelten die Tankrabatt-Preise weiter — am Dienstag, 30. Juni, ist der letzte volle Tankrabatt-Tag, und am Mittwoch, 1. Juli, kommt der Aufschlag von 16,7 Cent brutto. Auf eine 50-Liter-Tankfüllung sind das 8,35 € Mehrkosten. Die sicherste Tankzeit ist der Dienstagvormittag, 30. Juni — Abendstunden meiden, weil viele Markenstationen ihre Preisanzeige bereits ab 22 Uhr für den 1. Juli vorbereiten. Erlaubt ist ein 20-Liter-Reservekanister im Pkw, mehr nicht.

Zweitens: Wer regelmäßig tankt, sollte den Juli-Aufschlag nicht über eine Tankfüllung relativieren. Bei 12.000 Kilometern Fahrleistung im Jahr und 7 Litern Verbrauch je 100 Kilometer macht der 16,7-Cent-Aufschlag rund 140 € Mehrkosten pro Jahr aus — und das ist nur die staatliche Komponente. Der Brent-Tiefpunkt vom 19. Juni dürfte nicht halten, sobald sich die Verhandlungsphase mit dem Iran dem Ende neigt. Wer einen Diesel fährt, hat die Diesel-billiger-als-E10-Inversion im Juni mitgenommen — das ist seit der Einführung der Bio-Beimischung ein historisch seltener Befund und wird so im Juli wieder verschwinden.

Drittens: Die regionalen und marken­bezogenen Unterschiede sind beim höheren Preisniveau ab Juli noch relevanter. Wer in Schleswig-Holstein wohnt und in den letzten Mai-Wochen noch 1,90 € Diesel zahlte, wird ab Juli wieder über die 2-Euro-Marke geraten — die 5,8-Cent-Differenz zum Saarland wirkt jetzt absolut, nicht prozentual. Vergleichen Sie deshalb vor jedem Tankstopp die Säulenpreise im Umkreis. Den nationalen Marktdurchschnitt und ein Tagesranking aller Tankstellen finden Sie tagesaktuell im Spritpreis-Überblick auf SpritFuchs — der Datenstand wird jede Nacht aus dem offiziellen MTS-K-Datendump aktualisiert.

Häufig gestellte Fragen

Im Bundesschnitt kostete Diesel im Juni 2026 1,792 € pro Liter, Super E10 1,844 € und Super E5 1,901 €. Die Daten stammen aus 365.971 Preismeldungen über 15.052 Tankstellen im Zeitraum 1. bis 25. Juni 2026. Gegenüber Mai 2026 fiel Diesel um 16,4 Cent, E10 um 11,5 Cent und E5 um 11,6 Cent.

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