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Von SpritFuchs Redaktion

Tankstädte-Ranking Juli 2026: 21 Cent Spread zwischen Kaufbeuren und Helmstedt

Zehn Tage nach Tankrabatt-Ende: Kaufbeuren führt mit 1,901 Euro Diesel, Helmstedt bildet mit 2,115 Euro das Schlusslicht — SpritFuchs-Analyse von 14.700 MTS-K-Stationen.

Inhaltsverzeichnis

Methodik

Für dieses Ranking hat SpritFuchs die amtlichen MTS-K-Daten der nationalen Preisübersicht für den Zeitraum vom 3. bis 9. Juli 2026 ausgewertet — also die volle erste Woche nach dem Tankrabatt-Ende, die frei von Nachwirkungen des Sprungtags am 1. Juli ist. Grundlage sind rund 874.000 Preisbeobachtungen aus 14.700 aktiven Tankstellen, importiert aus dem nächtlichen Datendump des Bundeskartellamts. Ausgewertet wurde je Stadt der einfache Durchschnitt aller gemeldeten Diesel-Preise; ergänzt werden E5- und E10-Mittelwerte für die gleiche Periode.

In das Städte-Ranking aufgenommen wurden nur Städte mit mindestens acht Stationen, die im Beobachtungszeitraum durchgehend Diesel-Meldungen abgegeben haben. Diese Schwelle filtert Kleinstorte mit ein oder zwei Autohof-Stationen heraus, deren Mittelwerte statistisch fragil sind — sie liefert aber immer noch Zugriff auf mittelgroße Kreisstädte, in denen sich Wettbewerbseffekte gut ablesen lassen. Die Zahlen tragen damit dieselbe Basis wie die täglichen Preisseiten auf SpritFuchs; wer sie nachrechnen möchte, findet die Tagesdurchschnitte im Open-Data-Export.

Kernergebnisse

  • Zwischen der günstigsten Stadt (Kaufbeuren, 1,901 Euro Diesel) und der teuersten (Helmstedt, 2,115 Euro) liegen 21,4 Cent pro Liter — bei einer 60-Liter-Tankfüllung 12,84 Euro Preisunterschied.
  • Vier der zehn günstigsten Städte liegen in Rheinland-Pfalz (Neuwied, Kaiserslautern, Koblenz, Speyer), zwei in Bayern (Kaufbeuren, Rosenheim), zwei in Baden-Württemberg (Heilbronn, Freiburg). Rheinland-Pfalz zieht seine Preisrolle aus Juni-Ranking und Bundeskartellamt-Sektorberichten in den Juli mit.
  • Sechs der zehn teuersten Städte liegen in Nordrhein-Westfalen (Werl, Overath, Eschweiler, Willich, Soest, Grevenbroich). Zwei sitzen in Niedersachsen (Helmstedt, Seesen), Neumünster in Schleswig-Holstein und Grimma in Sachsen komplettieren die Liste.
  • Der bundesweite Diesel-Durchschnitt kletterte zwischen 29. Juni (1,789 Euro) und 9. Juli (2,037 Euro) um 24,8 Cent. Der harte Sprung fand am 1. Juli statt: 1,898 auf 1,982 Euro, plus 8,4 Cent in einem einzigen Erhöhungsfenster.
  • Neumünster (Schleswig-Holstein) verzeichnete mit einem Wochen-Delta von 27,9 Cent den härtesten Sprung aller ausgewerteten Städte mit mindestens zehn Stationen. Papenburg und Bad Oeynhausen folgen mit je 24,1 Cent.
  • Speyer, im Juni-Ranking die günstigste deutsche Tankstadt, rutschte im Juli auf Rang 10 (1,935 Euro Diesel). Der bayerische Newcomer Kaufbeuren übernimmt die Spitze — ein Beleg, wie schnell sich Rangfolgen nach exogenen Schocks wie einem Steuerschritt verschieben können.

Die zehn günstigsten Tankstädte im Juli

An der Spitze steht Kaufbeuren im Allgäu, das mit einem Diesel-Wochen-Mittel von 1,901 Euro den einzigen Ort im Ranking unter der 1,91-Euro-Marke bildet. Die kreisfreie Stadt profitiert von einer für ihre Größe erstaunlichen Tankstellendichte und der Nähe zur A7, die eine überregionale Konkurrenz von Durchreisenden erzwingt. Die acht ausgewerteten Stationen unterbieten den bundesweiten Diesel-Schnitt der Woche (1,970 Euro) um durchschnittlich 6,9 Cent.

Auffällig ist das Rheinland-Pfalz-Cluster: Neuwied (1,918 Euro, Rang 2), Kaiserslautern (1,930 Euro, geteilter Rang 5), Koblenz (1,934 Euro, Rang 8) und Speyer (1,935 Euro, Rang 10) stellen zusammen vier der zehn Spitzenplätze. Der Bundesland-Effekt Rheinland-Pfalz speist sich aus mehreren Faktoren: die Nähe zu Luxemburg mit seinen strukturell niedrigeren Kraftstoffsteuern erzeugt einen Grenz-Sog, der bis in die Städte im Landesinneren zurückwirkt; freie Tankstellenketten und mittelständische Betreiber sind im rheinland-pfälzischen Bild überdurchschnittlich präsent; und die Sektoruntersuchung Kraftstoffe des Bundeskartellamts von 2011 hat für Teile von Rheinland-Pfalz eine niedrigere Konzentration der großen Konzernanteile dokumentiert.

Baden-Württemberg tritt mit Heilbronn (1,925 Euro, Rang 3) und Freiburg (1,930 Euro, geteilter Rang 5) auf. Heilbronn überrascht — die Stadt liegt an keiner klassischen Grenzachse, aber die Autobahnkreuzung A6/A81 sowie eine dichte Konkurrenzsituation zwischen freien Ketten und Konzernstationen halten das Preisniveau niedrig. Freiburg dagegen ist ein Klassiker der günstigen Städte: die Nähe zur französischen Grenze und zur Schweiz zieht Preisdruck in beide Richtungen.

Die zehn teuersten Tankstädte

Am unteren Ende des Rankings dominiert ein Cluster, das sich geografisch teils gut erklären lässt, teils aber auch strukturell wirkt. Helmstedt in Niedersachsen führt die Liste mit 2,115 Euro pro Liter Diesel an — ein Wert, der bemerkenswert weit über dem Bundesschnitt liegt. Die Stadt an der A2 nahe der ehemaligen innerdeutschen Grenze hat historisch wenig freie Konkurrenz an ihren Autobahn-Stationen; der Autobahn-Aufschlag ist bekannt (siehe unser Ratgeber zu Autobahn-Tankstellen), und er trifft in Helmstedt eine Stadt, die keine dichte innerstädtische Alternative zum Konzerntank bietet.

Nordrhein-Westfalen stellt sechs der zehn teuersten Städte: Werl (2,081 Euro), Overath (2,070 Euro), Eschweiler (2,062 Euro), Willich (2,052 Euro), Soest (2,050 Euro) und Grevenbroich (2,045 Euro). Alle sechs liegen im Speckgürtel von Ballungsräumen — im Rheinland zwischen Köln, Düsseldorf und Aachen, im westfälischen Ruhr-Umland zwischen Dortmund und Kassel. Die Sektoruntersuchung Kraftstoffe 2011 des Bundeskartellamts hatte in ihrem Kartenmaterial bereits eine auffällige Häufung oligopolistischer Marktstrukturen im westlichen NRW markiert; das Institut der deutschen Wirtschaft hat 2022 in einer Kurzstudie zu Tankstellen-Oligopolen die Beobachtung bestätigt.

Neumünster in Schleswig-Holstein (2,054 Euro), Seesen in Niedersachsen (2,062 Euro) und Grimma in Sachsen (2,044 Euro) runden das Bild ab. Neumünster ist ein Sonderfall: die Stadt liegt geografisch schon im Norden, aber der harte Sprung zwischen Juni und Juli — 27,9 Cent innerhalb einer Woche — war deutlich stärker als in ähnlichen Städten. Der ADAC hatte für Schleswig-Holstein bereits ein Preisniveau bis zu acht Cent über dem Bundesschnitt festgestellt; die Neumünsteraner Zahlen bestätigen diesen Befund für die erste Juli-Woche.

Der komplette Ranking-Blick

Die folgende Tabelle listet die zehn günstigsten und zehn teuersten Städte im 7-Tage-Durchschnitt vom 3. bis 9. Juli 2026, sortiert nach Diesel. E5 und E10 sind zur Einordnung mit ausgewiesen; sie folgen dem Diesel-Ranking nicht exakt, weichen aber selten stärker als einen halben Cent von der Diesel-Rangfolge ab.

RangStadtBundeslandDiesel (€/L)E5 (€/L)E10 (€/L)Stationen
1KaufbeurenBayern1,9012,0311,9768
2NeuwiedRheinland-Pfalz1,9182,0481,9919
3HeilbronnBaden-Württemberg1,9252,0361,97613
4FriesoytheNiedersachsen1,9292,0461,9959
5HeinsbergNordrhein-Westfalen1,9302,0371,9818
5KaiserslauternRheinland-Pfalz1,9302,0581,99917
5FreiburgBaden-Württemberg1,9302,0271,97215
8RosenheimBayern1,9342,0632,0068
8KoblenzRheinland-Pfalz1,9342,0642,00414
10SpeyerRheinland-Pfalz1,9352,0371,97710
BundesdurchschnittDeutschland1,9702,0922,03414.700
10GrimmaSachsen2,0442,1692,1268
9GrevenbroichNordrhein-Westfalen2,0452,1552,10711
8SoestNordrhein-Westfalen2,0502,1662,10612
7WillichNordrhein-Westfalen2,0522,1922,13210
6NeumünsterSchleswig-Holstein2,0542,1562,09711
5SeesenNiedersachsen2,0622,2102,1929
4EschweilerNordrhein-Westfalen2,0622,1722,11210
3OverathNordrhein-Westfalen2,0702,1852,1258
2WerlNordrhein-Westfalen2,0812,2182,1588
1HelmstedtNiedersachsen2,1152,2412,1818
Die Ränge im unteren Block sind von unten nach oben gezählt: „1" bezeichnet die teuerste Stadt.

Wer hat den härtesten Sprung erlebt?

Nicht jede teure Stadt ist auch eine Stadt, die durch den Tankrabatt-Wegfall besonders hart getroffen wurde. Um das aufzudröseln, hat SpritFuchs für jede Stadt den Diesel-Mittelwert der letzten Tankrabatt-Woche (25. bis 29. Juni 2026) mit dem Mittelwert der ersten vollen Woche danach (3. bis 9. Juli) verglichen. Berücksichtigt wurden Städte mit mindestens zehn Stationen und stabiler Datenlage in beiden Perioden.

An der Spitze der Wochen-Sprünge steht Neumünster mit 27,9 Cent (1,775 → 2,054 Euro). Papenburg (Niedersachsen) und Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen) folgen mit je 24,1 Cent, Lippstadt mit 23,7 Cent, Flensburg mit 23,3 Cent, Forchheim in Bayern mit 23,2 Cent, Gelsenkirchen mit 23,0 Cent, Frankfurt am Main mit 22,8 Cent, Arnsberg mit 22,5 Cent und Kaiserslautern mit 22,4 Cent. Der bundesweite Durchschnittssprung im gleichen Fenster lag bei 21,4 Cent — die Top-10-Städte im Sprung-Ranking liegen also zwischen 1 und 6,5 Cent über dem Bundeswert.

Interessant: Kaiserslautern ist die einzige Stadt, die sowohl unter den zehn günstigsten (Rang 5 im aktuellen Preisniveau) als auch unter den zehn Städten mit dem größten Wochen-Delta auftaucht. Der Grund dafür ist rechnerisch: Kaiserslautern kam von einer sehr niedrigen Basis (1,706 Euro Diesel Ende Juni), und selbst nach einem Sprung von 22,4 Cent liegt die Stadt in Rheinland-Pfalz immer noch unter der 1,94-Euro-Marke. Das relative Timing eines Aufschlags — von wo aus? — verändert das absolute Ranking entscheidend.

Was erklärt die Unterschiede?

Die 21,4 Cent Spannweite zwischen Kaufbeuren und Helmstedt lassen sich nicht mit einer einzelnen Ursache erklären. Aus den offiziellen Sektorberichten und der SpritFuchs-Rohdatenlage lassen sich drei stabile Treiber isolieren.

Der erste ist Wettbewerbsintensität. Das Bundeskartellamt betont in seinen Sektoruntersuchungen wiederholt, dass regional unterschiedliche Preisniveaus vor allem auf „unterschiedliche wettbewerbliche Verhältnisse" zurückgehen. Städte mit einer hohen Dichte an freien Tankstellen und mittelständischen Betreibern sehen im Schnitt niedrigere Preise. Rheinland-Pfalz, das in unserem Ranking vier der zehn Spitzenplätze stellt, ist genau so ein Cluster; das westliche Nordrhein-Westfalen zeigt strukturell das Gegenbild — viele Konzernstationen, weniger freie Alternativen. Unsere Rohdaten bestätigen die Tendenz: In den zehn günstigsten Städten liegt der Anteil freier Tankstellen bei 38 Prozent, in den zehn teuersten bei 32 Prozent. Der Unterschied wirkt klein, aber er kompoundiert über die Konkurrenzdynamik im gesamten Preisbildungsfenster.

Der zweite Treiber ist Grenznähe. Der ADAC hat für Anfang Juli 2026 dokumentiert, dass Saarland rund vier Cent unter dem Bundesschnitt liegt, während Schleswig-Holstein bis zu acht Cent darüber landet. Die Erklärung ist konsistent: Grenznähe zu einem Nachbarland mit niedrigerer Kraftstoffsteuer (Luxemburg, Österreich, Polen im Osten) übt Preisdruck aus. Kaufbeuren profitiert vom Weg zur österreichischen Grenze, Freiburg von Frankreich und der Schweiz, das rheinland-pfälzische Trio Kaiserslautern-Koblenz-Speyer vom Luxemburg-Sog. Helmstedt am östlichen Rand Niedersachsens sitzt in einer Region ohne unmittelbaren Grenzeffekt, dafür mit einer über Jahrzehnte gewachsenen Autobahn-Preisstruktur.

Der dritte Treiber ist Autobahn-Kopplung. Städte, deren Kraftstoffangebot maßgeblich aus Autobahn-Stationen besteht, zahlen in aller Regel höhere Preise. Der Autobahn-Aufschlag von 20 bis 30 Cent gegenüber innerstädtischen Preisen ist in unseren SpritFuchs-Auswertungen wiederkehrend nachweisbar und wird durch die A2-Lage von Helmstedt sowie die Autobahnkreuze rund um Overath und Werl mitgeprägt.

Was das für Autofahrer heißt

Die Zahlen zeigen: Ort und Zeitpunkt entscheiden zusammen. 21 Cent Unterschied pro Liter sind kein kleiner Effekt — auf ein Pendler-Jahr mit rund 15.000 Kilometern und einem Verbrauch von sechs Litern Diesel gerechnet sind das rund 190 Euro allein aus der Standort-Wahl der Tankstelle. Wer beruflich in Werl oder Overath tanken muss, kann diese Prämie nicht wegverhandeln, aber sie einordnen und den eigenen Preisvergleich schärfer machen.

Der einfachste Hebel bleibt das Tages-Timing. Seit dem 1. April 2026 gilt in Deutschland die 12-Uhr-Regel des Kraftstoff-Preisanpassungsgesetzes: Preiserhöhungen sind nur einmal täglich um 12:00 Uhr erlaubt, Preissenkungen bleiben unbeschränkt. Das öffnet ein günstiges Vormittagsfenster zwischen 8 und 11 Uhr, in dem die Preise auf dem Tiefpunkt des Vortags liegen — regelmäßig 3 bis 4 Cent unter den Nachmittagswerten. Wie das im Detail funktioniert und welche Uhrzeiten sich lohnen, zeigt der SpritFuchs-Ratgeber „Wann tanken?".

Vergleichen Sie die aktuellen Preise in Ihrer Stadt vor jeder Tankfüllung — die 21 Cent Spread im Städte-Ranking spiegeln sich auch innerhalb einer einzelnen Stadt wider. Der Unterschied zwischen der günstigsten und der teuersten Station am selben Ort erreicht in vielen Kreisen zwischen 15 und 30 Cent pro Liter. Wer die Preistabelle einmal aufruft, statt reflexhaft die gewohnte Konzernstation anzusteuern, spart bei einer 60-Liter-Füllung leicht 8 bis 15 Euro. Bei zehn Tankfüllungen im Jahr summiert sich das auf 80 bis 150 Euro — für einen Klick.

Häufig gestellte Fragen

Kaufbeuren im Allgäu führt das SpritFuchs-Ranking mit einem 7-Tage-Mittelwert von 1,901 Euro pro Liter Diesel (Zeitraum 3. bis 9. Juli 2026). Die Stadt liegt damit rund 13,6 Cent unter dem bundesweiten Diesel-Durchschnitt der gleichen Woche.

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