Winterdiesel vs. Sommerdiesel: Unterschied und Zeiträume
Winterdiesel vs. Sommerdiesel: ab 16. November bis -20 °C filtrierbar, ohne Aufpreis, und was hilft, wenn der Diesel bei Frost versulzt.
Überarbeitung vom 6. Oktober 2026: Rechtsgrundlage (10. BImSchV) ergänzt, Preisspanne in vier Großstädten (September 2026) aufgenommen, Herstellerangaben zu Premium-Diesel korrigiert, unbelegte Passagen gestrichen.
Inhaltsverzeichnis
Was unterscheidet Winterdiesel von Sommerdiesel?
Winterdiesel und Sommerdiesel unterscheiden sich in der Kältefestigkeit: Sommerdiesel muss bis 0 °C durch einen genormten Kraftstofffilter fließen, Winterdiesel bis -20 °C. Gemessen wird das als CFPP-Wert („Cold Filter Plugging Point“), also die Temperatur, bei der ausflockende Paraffinkristalle den Prüffilter noch nicht verstopfen. Die europäische Dieselnorm DIN EN 590 definiert dafür Klimaklassen, welche davon wann gilt, legt der deutsche nationale Anhang fest. Verbindlich wird die Norm über die 10. Bundes-Immissionsschutzverordnung (10. BImSchV): Nach deren § 4 darf Diesel der Qualität „B7“ nur verkauft werden, wenn er der DIN EN 590 in der Ausgabe vom Mai 2022 genügt.
Erreicht wird die Kältefestigkeit in der Raffinerie. Aral beschreibt, dass dem Winterdiesel Kälteadditive zugesetzt werden, die Form und Größe der Paraffinkristalle beeinflussen, und dass sich die Winterqualität auch in der Zusammensetzung von der Sommerware unterscheidet. Weil auf höhersiedende Bestandteile teilweise verzichtet wird, hat Winterdiesel tendenziell eine etwas niedrigere Cetanzahl, also eine etwas geringere Zündwilligkeit.
Ab wann gibt es Winterdiesel? Die vier Zeiträume der DIN EN 590
Winterdiesel gibt es in Deutschland vom 16. November bis zum 28. Februar, für die Saison 2026/27 also vom 16. November 2026 bis zum 28. Februar 2027. Davor und danach liegen zwei Übergangszeiträume, in denen der Diesel bis -10 °C filtrierbar bleiben muss. Seit dem 1. Oktober 2026 wird also bereits Übergangsware ausgeliefert.
| Zeitraum | Qualität | CFPP-Grenzwert |
|---|---|---|
| 15. April bis 30. September | Sommerdiesel | 0 °C |
| 1. Oktober bis 15. November | Übergangsware Herbst | -10 °C |
| 16. November bis 28. Februar | Winterdiesel | -20 °C |
| 1. März bis 14. April | Übergangsware Frühjahr | -10 °C |
Umgestellt wird in Raffinerien und Tanklagern, an der Zapfsäule ist eine eigene Kennzeichnung laut auto motor und sport meist nicht nötig. Viele Mineralölgesellschaften liefern ihre Winterware mit einem CFPP von -22 °C aus, also etwas besser als die Norm verlangt.
Kostet Winterdiesel mehr als Sommerdiesel?
Nein, Winterdiesel kostet nach Angaben des ADAC nichts extra, auch auto motor und sport schreibt, dass er an Tankstellen nicht mehr kostet. In den Tagesdaten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) lässt sich ein Saisoneffekt ohnehin nicht sauber isolieren: Die Umstellung verteilt sich über Wochen, und andere Einflüsse überlagern sie. Am 1. Oktober 2026 etwa begann zeitgleich mit der Herbst-Übergangsware die erneute Steuersenkung um 16,7 Cent je Liter.
Für den Literpreis zählt deshalb nicht die Saisonqualität, sondern wann und wo man tankt. Seit dem 1. April 2026 dürfen Tankstellen ihre Preise nach der 12-Uhr-Regel nur noch um 12 Uhr erhöhen; wie groß der Unterschied zwischen zwei Stationen derselben Stadt ist, zeigt der letzte Abschnitt.
Ab welcher Temperatur versulzt Diesel?
Diesel versulzt, wenn Paraffinkristalle den Kraftstofffilter zusetzen. Nach Angaben von Aral flocken die Paraffine unterhalb von etwa 0 °C aus und werden ab etwa -7 °C als Trübung sichtbar; laut ADAC bilden sich ab etwa minus sieben Grad sogar im Winterdiesel erste Paraffinpartikel. Solange die Kristalle klein bleiben, passieren sie den Filter. Wachsen sie zusammen, springt der Motor nicht mehr an oder geht während der Fahrt aus.
Eine zweite Ursache nennt Aral: Über die Tankbelüftung sammelt sich im Laufe des Jahres etwas Wasser im Filter, das bei Frost zu Eis wird und den Durchfluss zusätzlich verringert. Ist der Diesel einmal versulzt, empfiehlt der Automobilclub:
- Das Fahrzeug in einer beheizten Garage deutlich über 0 °C auftauen lassen, bis der gesamte Kraftstoffweg wieder frei ist.
- Keinesfalls mit Föhn oder Heißluftgebläse nachhelfen.
- Die Filterheizung prüfen lassen, normgerechten Kraftstoff nachtanken und den Kraftstofffilter gegebenenfalls ersetzen.
- Additive zur Fließverbesserung nur verwenden, wenn der Fahrzeughersteller sie freigibt.
Gilt die Winterdiesel-Pflicht auch für B10 und HVO?
Die vier Zeiträume gelten für den Standard-Diesel „B7“, der bis zu 7 Volumenprozent Biodiesel (Fettsäuremethylester, FAME) enthalten darf und der DIN EN 590 genügen muss. Für die beiden anderen Dieselsorten verweist die 10. BImSchV auf eigene Normen: „B10“ mit mehr Biodiesel auf DIN EN 16734 und paraffinischer Diesel „XTL“, zu dem HVO gehört, auf DIN EN 15940. Welche Kältewerte diese Sorten im Winter einhalten, nennt die Verordnung nicht selbst.
Wer B10 oder XTL anbietet, muss an derselben Tankstelle auch B7 bereithalten; ausgenommen sind kleine Stationen mit weniger als 500 Kubikmetern Dieselabsatz in den zwei Vorjahren. Ob das eigene Auto B10 oder HVO verträgt, steht in der Bedienungsanleitung oder in der Freigabeliste des Herstellers.
Bringt Premium-Diesel im Winter zusätzlichen Schutz?
Ja, nach Herstellerangaben, die der ADAC wiedergibt, ist Premium-Diesel wie Aral Ultimate, Shell V-Power oder Total Excellium deutlich kältefester als normaler Diesel. Sind Temperaturen unter -20 °C angekündigt, nennt der Club ihn als mögliche Alternative. Aral gibt an, Ultimate Diesel ganzjährig ausschließlich in Winterqualität zu verkaufen, und nennt für seine Winterdiesel im genormten CFPP-Test Ergebnisse von -24 °C oder besser.
Im deutschen Alltag reicht normaler Winterdiesel mit seinen -20 °C in der Regel aus. Premium-Diesel ist zudem teurer, und den Aufpreis zahlt man das ganze Jahr. Ob er sich rechnet, prüft unser Vergleich, ob sich Premium-Kraftstoff wie V-Power oder Ultimate lohnt.
Was sollten Dieselfahrer vor dem 16. November tun?
Bis Mitte November genügt es, Sommer-Restmengen zu verbrauchen und dann Winterware nachzutanken. Der ADAC rät:
- Rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit Winterdiesel tanken, mit möglichst wenig Sommerdiesel im Tank.
- Die Wartungsvorschriften des Herstellers einhalten, besonders die Intervalle für den Kraftstofffilterwechsel.
- Das Auto möglichst kälte- und windgeschützt abstellen.
| Stadt | Stationen | Günstigste | Teuerste | Spanne |
|---|---|---|---|---|
| Köln | 58 | 2,405 € | 2,463 € | 5,8 Cent |
| Frankfurt am Main | 47 | 2,417 € | 2,479 € | 6,2 Cent |
| Berlin | 220 | 2,409 € | 2,476 € | 6,7 Cent |
| München | 81 | 2,377 € | 2,451 € | 7,4 Cent |
Grundlage sind die Diesel-Mittelwerte je Station aus den amtlichen MTS-K-Tagesdaten, berücksichtigt sind Stationen mit Preisen an mindestens 12 der 14 Tage. Am größten war die Spanne in München: Auf 50 Liter macht sie dort 3,70 € aus. In Köln war sie mit 5,8 Cent am kleinsten, Frankfurt am Main und Berlin lagen dazwischen. Vergleichen Sie vor dem nächsten Tankstopp die Spritpreise in Ihrer Nähe.
Häufig gestellte Fragen
Ab wann gibt es Winterdiesel 2026?
Vom 16. November 2026 bis zum 28. Februar 2027 gilt die Winterqualität mit -20 °C. Schon seit dem 1. Oktober 2026 wird Übergangsware ausgeliefert, die bis -10 °C filtrierbar bleiben muss. Eine Kennzeichnung an der Säule ist laut auto motor und sport meist nicht nötig.
Ab wie viel Grad versulzt Diesel?
Paraffine flocken laut Aral unterhalb von etwa 0 °C aus, sichtbar wird die Trübung um -7 °C. Liegen bleibt das Auto erst, wenn die Kristalle den Filter zusetzen; beim Winterdiesel ist das laut Norm erst unter -20 °C der Fall.
Kann man Sommerdiesel und Winterdiesel mischen?
Ja, beide mischen sich problemlos im Tank, allerdings sinkt dadurch der Kälteschutz. Deshalb sollte vor dem Winter möglichst wenig Sommerdiesel im Tank sein, bevor man Winterware nachtankt.
Hilft ein Fließverbesserer, wenn der Diesel schon versulzt ist?
Nicht als Notlösung. Additive gehören nur in den Tank, wenn der Fahrzeughersteller sie freigibt. Ein liegengebliebenes Auto muss in einer beheizten Garage auftauen, Föhn oder Heißluft sind tabu.
Ist Premium-Diesel im Winter besser?
Nach Herstellerangaben ist er kältefester, und bei angekündigten Temperaturen unter -20 °C kann er eine Alternative sein. Für normale Winter in Deutschland genügt Standard-Winterdiesel in der Regel.
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