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Von SpritFuchs Redaktion

Sprit sparen im Alltag: 10 Tipps, die wirklich Geld bringen

Praktische Spritspartipps mit Zahlen vom ADAC und Umweltbundesamt: Wer Reifendruck, Fahrweise und Klimaanlage richtig im Griff hat, senkt den Verbrauch um zehn bis fünfzehn Prozent — bei 15.000 Kilometern Jahresfahrleistung sind das 200 bis 350 Euro.

Inhaltsverzeichnis

Was Spritsparen wirklich bringt — und wie viel

Wer im Alltag den Verbrauch um zehn bis fünfzehn Prozent senken will, braucht weder ein neues Auto noch teure Technik, sondern eine andere Fahrweise und ein paar Routinen. Das Statistische Bundesamt taxiert den Durchschnittsverbrauch privater Pkw in Deutschland seit Jahren auf rund 7,4 Liter je 100 Kilometer. Bei der bundesdeutschen Standardfahrleistung von 13.500 bis 15.000 Kilometern pro Jahr ergeben das etwa 1.000 bis 1.110 Liter Sprit jährlich. Selbst eine moderate Verbrauchsreduktion von zehn Prozent spart so 100 bis 110 Liter — bei aktuell rund 1,75 Euro für E10 und 1,80 Euro für Diesel sind das 175 bis 200 Euro im Jahr, ohne dass man die aktuellen Tagespreise auch nur einmal vergleicht.

Die folgenden Tipps stammen aus Empfehlungen von ADAC, Umweltbundesamt und unabhängigen Verbrauchstests. Sie sind keine Theorie, sondern messbare Effekte. Wer alle Hebel zieht, kommt im Alltag durchaus auf eine Ersparnis von zwanzig Prozent — vorausgesetzt, man fährt nicht ohnehin schon perfekt.

Vorausschauend fahren — der größte einzelne Hebel

Häufiges Beschleunigen und Bremsen kostet Energie zweimal: einmal beim Gasgeben und ein zweites Mal, weil die kinetische Energie an der Bremse als Wärme verpufft. Wer dagegen rechtzeitig vom Gas geht, weil die nächste Ampel rot wird oder eine Kolonne sich verdichtet, nutzt eine besondere Eigenschaft moderner Motoren: den Schubbetrieb. Sobald man im Gang vom Gas geht, schaltet die Einspritzung den Kraftstoff vollständig ab. Der Verbrauch in dieser Phase liegt bei null. Erst beim Auskuppeln oder Anhalten beginnt der Motor wieder zu fressen.

Genauso wichtig ist eine konstante Geschwindigkeit. Das Verbrauchsoptimum eines durchschnittlichen Pkw liegt bei 80 bis 100 km/h im höchsten Gang. Wer auf der Autobahn mit Tempo 160 fährt statt 120, verbraucht je nach Modell 30 bis 50 Prozent mehr — der Luftwiderstand wächst nämlich quadratisch zur Geschwindigkeit. Diese Tatsache betrifft jeden Pkw, vom Kleinwagen bis zum SUV. Tempomat und Geschwindigkeitsbegrenzer helfen, sich nicht in unbemerkte Tempo-Schübe zu verlieren.

Niedrige Drehzahl, früh schalten

Die zweite Spar-Säule ist die Schaltstrategie. Faustregel: bei etwa 2.000 Umdrehungen hochschalten, bei modernen Motoren auch früher. Praktisch bedeutet das, im Stadtverkehr nach 30 km/h schon im dritten, ab 50 km/h im vierten und ab 60 km/h im fünften Gang zu fahren. Viele Schalthinweise im Bordcomputer kommen heute zu spät — der Motor packt das längst aus dem Standgas heraus. Wer dauerhaft hochtourig fährt, verbraucht 20 bis 30 Prozent mehr, weil der Motor permanent mehr Leistung liefert, als für das gefahrene Tempo nötig wäre.

Bei Automatikgetrieben übernimmt die Elektronik diese Aufgabe meistens schon. Hier hilft eher ein sanfter Gasfuß: Wer im Eco-Modus fährt und die Beschleunigung dosiert, verhindert das überhastete Herunterschalten in einen niedrigeren Gang.

Reifendruck und Wartung — die unsichtbaren Spritfresser

Reifendruck ist der unterschätzte Klassiker. Schon 0,4 bar zu wenig erhöhen den Rollwiderstand so stark, dass der Mehrverbrauch laut ADAC bei rund 0,3 Litern auf 100 Kilometer liegt. Über ein Jahr summiert sich das zu vielen Dutzend Litern, die schlicht in Wärme verpuffen. Der ADAC empfiehlt, den Druck alle zwei Wochen zu prüfen und ihn ruhig 0,2 bar über dem Sollwert im Tankdeckel zu halten — das reduziert den Verbrauch zusätzlich, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen.

Genauso wichtig sind regelmäßige Wartung und ein sauberer Luftfilter. Ein verschmutzter Luftfilter, alte Zündkerzen oder defekte Lambda-Sonden treiben den Verbrauch auf eine Weise nach oben, die man im Tagesgeschäft kaum bemerkt. Erst beim direkten Vergleich vor und nach einer Inspektion fällt der Unterschied auf. Wer regelmäßig in der Werkstatt ist und Verschleißteile rechtzeitig tauschen lässt, spart oft mehr Sprit, als die Inspektion kostet.

Klimaanlage, Dachträger und das Gewicht

Die Klimaanlage erhöht den Verbrauch laut Umweltbundesamt um zehn bis fünfzehn Prozent auf der Autobahn und um zehn bis dreißig Prozent im Stadtverkehr. In einem Kleinwagen kann das bis zu zwei Liter mehr auf 100 Kilometer bedeuten. Drei Routinen helfen: Erstens den Innenraum nur sechs Grad unter die Außentemperatur kühlen — alles darunter wird teuer. Zweitens auf Umluft schalten, sobald der Innenraum kühl ist, weil die Anlage dann nicht mehr permanent warme Außenluft herunterkühlen muss. Drittens die Klimaanlage auf kurzen Strecken gar nicht erst einschalten, weil sie bis zur effektiven Kühlung mehrere Minuten braucht.

Aerodynamik ist der zweite große Posten. Ein leerer Dachträger kostet bei Tempo 130 bis zu 0,5 Liter pro 100 Kilometer, eine geschlossene Dachbox 1,5 bis 2 Liter. Wer Träger nur an Reise-Wochenenden braucht, sollte sie zwischendurch konsequent abnehmen. Heckträger für Fahrräder fallen weniger ins Gewicht, addieren aber spürbar.

Gewicht selbst ist überschätzt. 50 Kilogramm Mehrgewicht kosten etwa 0,2 Liter auf 100 Kilometer. Aber wer dauerhaft Werkzeugkisten, Getränkekästen oder Sportausrüstung im Kofferraum spazieren fährt, summiert das über das Jahr. Den Kofferraum einmal im Monat ausmisten ist eine der einfachsten Spar-Routinen überhaupt.

Was kostet was: die Spritfresser im Vergleich

SpritfresserMehrverbrauch je 100 kmMehrkosten bei 15.000 km/Jahr
Klimaanlage Stadt (Kleinwagen)bis 2,0 Lrund 525 Euro
Tempo 160 statt 120 km/h1,5–3,0 Lrund 590 Euro
Dachbox geschlossen1,5–2,0 Lrund 460 Euro
Reifendruck 0,4 bar zu niedrig0,3 Lrund 80 Euro
Dauerhaft 50 kg Mehrgewicht0,2 Lrund 55 Euro
Leerer Dachträger bei Tempo 130bis 0,5 Lrund 130 Euro
Die Mehrkosten sind mit einem Mischpreis von 1,75 Euro je Liter und einer typischen Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometern gerechnet. Selbst wenn nur ein Bruchteil der Strecke unter den genannten Bedingungen gefahren wird, kommen schnell dreistellige Beträge zusammen.

Kurzstrecken sind teurer, als man denkt

Kaltstarts sind die unauffälligsten Spritkiller im Alltag. In den ersten Kilometern nach dem Anlassen verbraucht ein Pkw bis zu 30 Prozent mehr, weil der Motor noch nicht auf Betriebstemperatur ist und das Gemisch fett gefahren wird. Auf einer Strecke von zwei Kilometern kommt der Motor nicht einmal auf Temperatur — der Verbrauch pro Kilometer ist auf solchen Wegen brutal hoch.

Die Konsequenz ist banal, aber wirksam: Erledigungen bündeln statt einzeln abfahren, kurze Wege zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen, Carsharing oder Mitfahrgelegenheit für regelmäßige Strecken prüfen. Eine Autofahrt zum Bäcker, weil die Brötchen vergessen wurden, kostet bei zwei Kilometern Kaltstart pro Strecke leicht 0,4 Liter — das sind 70 Cent für ein Brötchen, das im Laden 50 Cent kostet.

Im Berufspendelverkehr lohnt sich der Blick auf den Reifendruck und die Strecke selbst. Manchmal liegt die günstigere Tankstelle nur 500 Meter weiter als der vertraute Stopp — und kostet trotzdem zwei oder drei Cent weniger pro Liter. Ein Blick auf die aktuellen Stadtpreise vor der Pendelstrecke kann mehrere Euro pro Tankfüllung ausmachen.

Auch das Standheizungs- und Standlicht-Verhalten gehört in diese Kategorie. Wer im Winter den Motor vor der Abfahrt zum Aufwärmen laufen lässt, verbraucht reinen Spritverlust — und in Deutschland ist das ohnehin eine Ordnungswidrigkeit. Eis kratzen, einsteigen, losfahren, langsam beschleunigen ist nicht nur sparsamer, sondern auch deutlich materialschonender für den Motor.

Tankzeitpunkt und Tankstellenwahl mitnehmen

Spritsparen endet nicht beim Fahrstil. Auch der Zeitpunkt und Ort des Tankens sind ein Hebel. Die Preise an deutschen Tankstellen schwanken im Tagesverlauf um sechs bis zwölf Cent pro Liter — laut Bundeskartellamt liegt das Tagestief in der Regel zwischen 18 und 22 Uhr, das Tageshoch in den frühen Morgenstunden. Wer die Tankerei konsequent in den Abend verlegt, spart auf eine 50-Liter-Füllung schnell 3 bis 5 Euro. Auch der Wochentag spielt eine Rolle: Montags und dienstags sind die Spritpreise im Schnitt günstiger als am Wochenende, weil Pendler und Reisende dann weniger nachfragen. Mehr Hintergrund dazu liefert der Beitrag zum Thema Spritpreise morgens teurer.

Die Wahl der Tankstelle ist der dritte Sparposten. Freie Tankstellen und Discountmarken wie JET, STAR und HEM liegen im Bundesschnitt drei bis vier Cent unter Aral und Shell. Auf eine 50-Liter-Tankfüllung sind das 1,50 bis 2 Euro, hochgerechnet aufs Jahr gut 50 Euro. Autobahn-Tankstellen sind dagegen tabu, sofern es vermeidbar ist — der Preisaufschlag liegt regelmäßig bei 15 bis 25 Cent pro Liter.

Was man heute ändern kann

Spritsparen ist kein einmaliger Akt, sondern eine Summe kleiner Routinen. Vergleichen Sie heute den Reifendruck mit dem Sollwert im Tankdeckel und korrigieren Sie nach. Räumen Sie den Kofferraum aus. Schalten Sie auf der nächsten Stadtfahrt bewusst früher hoch und lassen Sie an der nächsten roten Ampel den Wagen rollen, statt zu beschleunigen und zu bremsen. Wer diese drei Hebel über zwei Wochen konsequent zieht, sieht den Effekt am Bordcomputer — und an der Frequenz, mit der man die Tankstelle ansteuern muss.

Und beim nächsten Tankstopp lohnt sich der kurze Blick auf den Preisvergleich für Ihre Stadt, bevor Sie zur gewohnten Säule fahren. Drei Cent Unterschied pro Liter klingen nach wenig — auf das Jahr gerechnet sind sie der Unterschied zwischen einer beiläufigen Routine und 40 bis 60 Euro, die im Geldbeutel bleiben.

Häufig gestellte Fragen

Realistisch sind zehn bis fünfzehn Prozent. Das deckt sich mit Tests des ADAC und des Umweltbundesamts: Wer früher hochschaltet, vorausschauend fährt und Rollphasen konsequent nutzt, senkt den Verbrauch eines durchschnittlichen Pkw von rund 7,4 auf 6,3 bis 6,7 Liter je 100 Kilometer. Bei 15.000 Kilometern Jahresfahrleistung sind das 100 bis 170 Liter weniger im Tank.

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