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Von SpritFuchs Redaktion

Diesel wieder billiger als E10: Was hinter der Preis-Umkehr im Mai steckt

Seit dem 16. Mai 2026 ist Diesel im bundesweiten Schnitt zum ersten Mal seit März wieder günstiger als Super E10 — während E10 mit 2,008 Euro je Liter über die Zwei-Euro-Marke geklettert ist. Was hinter der Preis-Umkehr steckt und in welchen Bundesländern das Bild noch anders aussieht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist passiert?

Diesel ist im Mai 2026 wieder billiger als Benzin: Seit Samstag, dem 16. Mai, liegt der bundesweite Tagesdurchschnitt für einen Liter Diesel unter dem von Super E10 — zum ersten Mal seit Anfang März. Am Dienstag, dem 19. Mai, kostete Diesel laut ADAC im Mittel 1,997 Euro, Super E10 dagegen 2,008 Euro. Damit ist E10 über die psychologisch wichtige Zwei-Euro-Marke zurückgekehrt, während Diesel knapp darunter blieb. Wer die tagesaktuelle Entwicklung beider Sorten nachvollziehen möchte, findet die bundesweiten Mittelwerte in der Preisübersicht von SpritFuchs, die jede Nacht aus den offiziellen MTS-K-Daten neu berechnet wird.

Bemerkenswert ist diese Umkehr vor allem deshalb, weil Diesel über Wochen hinweg teurer war als Benzin — obwohl er niedriger besteuert wird und im langjährigen Normalfall günstiger an der Zapfsäule steht. Auf dem Höhepunkt der Spritpreis-Welle Anfang April lag Diesel zwischenzeitlich mehr als 25 Cent über E10. Seither hat er kräftig nachgegeben: Rund 45 Cent ist Diesel seit den April-Höchstständen billiger geworden, Super E10 dagegen nur knapp 20 Cent. Die Schere zwischen beiden Sorten hat sich also nicht nur geschlossen, sondern wieder in die gewohnte Richtung gedreht. Zur Einordnung: In den Jahren 2024 und 2025 war Diesel im Schnitt etwas mehr als 8 Cent günstiger als E10 — von diesem Normalzustand ist der Markt allerdings noch ein gutes Stück entfernt.

Gleichzeitig sind beide Kraftstoffe in der vergangenen Woche wieder teurer geworden. Gegenüber der Vorwoche legte Super E10 um 3,5 Cent zu, Diesel um 1,4 Cent. Hauptursache ist der gestiegene Rohölpreis: Ein Barrel der Nordseesorte Brent kletterte binnen einer Woche von rund 105 auf etwa 111 US-Dollar. Dahinter stehen erneute geopolitische Spannungen im Nahen Osten und Unsicherheit rund um die Straße von Hormus, durch die ein großer Teil des weltweiten Öltransports verläuft. Der zu Monatsbeginn beobachtete Abwärtstrend ist damit vorerst gestoppt (Stand 21. Mai 2026).

Die folgende Tabelle fasst die Bewegung der vergangenen Woche zusammen:

KraftstoffVorwoche19. Mai 2026Veränderung
Super E101,973 €2,008 €+3,5 Cent
Diesel1,983 €1,997 €+1,4 Cent
Bundesweite Tagesdurchschnitte, Datenbasis ADAC. Die Vorwochenwerte entsprechen dem Stand um Mitte Mai 2026.

Der Tankrabatt, der seit dem 1. Mai die Energiesteuer um rund 14 Cent pro Liter senkt, federt diesen Anstieg ab — aufhalten kann er ihn nicht. Ohne die befristete Steuerentlastung lägen beide Sorten klar über zwei Euro. Ausgelöst wurde die gesamte Preis-Welle übrigens schon Ende Februar 2026, als der Iran-Konflikt die Ölmärkte in Aufruhr versetzte. Seither schwanken die Spritpreise stärker als in ruhigeren Jahren — und genau diese Nervosität erklärt, warum sich das Verhältnis von Diesel und Benzin innerhalb weniger Wochen umkehren kann.

Was heißt das für Autofahrer?

Für Autofahrer bedeutet die Preis-Umkehr vor allem eines: Welche Kraftstoffsorte sich rechnet, hängt jetzt wieder davon ab, was im Tank des eigenen Autos landet. Dieselfahrer profitieren erstmals seit Monaten wieder von der niedrigeren Besteuerung ihres Kraftstoffs — statt eines Aufschlags zahlen sie an vielen Tankstellen nun weniger als Benziner. Wer dagegen E10 tankt, hat den Preisvorteil verloren, der über den ganzen Frühling hinweg bestand, und steht wieder über der Zwei-Euro-Marke.

Allerdings gilt das nicht überall. Das bundesweite Mittel verdeckt eine deutliche regionale Spreizung. Am Samstag, dem 17. Mai, war Diesel in zwölf von sechzehn Bundesländern günstiger als E10 — in vier Ländern aber nicht: In Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg und Bremen lag E10 weiterhin unter dem Dieselpreis. Wer also in München oder Hamburg tankt, erlebt die Umkehr bislang nicht, während sie in Berlin und weiten Teilen Ostdeutschlands bereits angekommen ist. Solche Unterschiede haben mit der Nähe zu Raffinerien, der Tankstellendichte und dem lokalen Wettbewerb zu tun. Wie stark die Preise zwischen Regionen auseinanderlaufen, lässt sich gut am Beispiel Bayern nachvollziehen, wo die Raffineriestandorte im Süden das Preisniveau prägen.

Warum schwankt Diesel überhaupt so viel stärker als Benzin? Diesel gilt als der krisenempfindlichere Kraftstoff. Deutschland ist bei Diesel teilweise auf Importe angewiesen, und der Preis reagiert sensibler auf Veränderungen in der Raffinerielandschaft, auf Konjunkturzyklen und auf die weltweite Nachfrage — Diesel hängt eng am Industrie- und Güterverkehr. Steigt die geopolitische Unsicherheit, schlägt das beim Diesel oft heftiger durch; entspannt sich die Lage, sinkt der Preis ebenso rasch. Genau dieser Mechanismus hat den Kraftstoff seit April so weit nach unten gezogen. Wer wissen möchte, welche Benzinsorte das eigene Fahrzeug verträgt und worin sich E10 und E5 unterscheiden, findet die Details in unserem Ratgeber.

Für die politische Debatte um den Tankrabatt ist die Lage zwiespältig. Einerseits verhindert die Steuersenkung, dass die Preise noch deutlicher davonlaufen. Andererseits zeigt der erneute Anstieg, wie schnell ein steigender Rohölpreis die Entlastung von 16,7 Cent wieder auffrisst. Wer auf dauerhaft niedrige Spritpreise gehofft hatte, dürfte enttäuscht sein — die Entlastung wirkt, aber sie ist kein Schutzschild gegen den Weltmarkt.

Was Sie jetzt tun können

Prüfen Sie zuerst, ob Ihr Auto E10 verträgt. An den meisten Tankstellen ist E10 nach wie vor die günstigste gängige Benzinsorte — Super E5 liegt weiterhin spürbar darüber, oft mehr als zehn Cent. Auch wenn sich der Abstand zu Diesel gedreht hat, bleibt E10 für Benziner damit die preiswerte Wahl. Eine Freigabe für E10 lässt sich über die Herstellerliste oder das Fahrzeughandbuch klären; passt der Kraftstoff, sparen Sie bei jeder Tankfüllung mehrere Euro.

Achten Sie außerdem auf den Tankzeitpunkt. Seit der Einführung der 12-Uhr-Regel am 1. April dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um die Mittagszeit anheben — Preissenkungen bleiben dagegen jederzeit möglich. In der Praxis heißt das: Morgens ist Sprit am teuersten, am frühen Abend zwischen 17 und 22 Uhr meist am günstigsten. Laut einer ADAC-Umfrage hat die Mehrheit der Autofahrer ihr Tankverhalten bereits an dieses Muster angepasst und fährt gezielt am Abend zur Zapfsäule. Wer denselben Reflex entwickelt, holt sich einen Teil der jüngsten Preiserhöhung über den richtigen Zeitpunkt zurück.

Planen Sie eine größere Fahrt, füllen Sie den Tank eher jetzt, als auf einen weiteren Preisrutsch zu warten. Solange der Rohölpreis steigt und die Lage im Nahen Osten angespannt bleibt, ist die Wahrscheinlichkeit für kurzfristig fallende Preise gering — und der Tankrabatt läuft ohnehin nur noch bis zum 30. Juni 2026. Vergleichen Sie vor dem Tanken die Preise in Ihrer Umgebung: Schon innerhalb einer Stadt trennen die günstigste und die teuerste Station häufig zehn Cent und mehr, bei einer 50-Liter-Füllung also rund fünf Euro. Einen tagesaktuellen Überblick für Ihre Region — etwa für Tankstellen in Berlin — liefert SpritFuchs auf Basis der offiziellen MTS-K-Daten, sodass Sie die günstigste Station ansteuern können, bevor Sie an die Zapfsäule fahren.

Häufig gestellte Fragen

Seit dem 16. Mai 2026 liegt der bundesweite Diesel-Tagesschnitt erstmals seit Anfang März wieder unter dem von Super E10. Diesel ist seit den Höchstständen Anfang April um rund 45 Cent gefallen, E10 dagegen nur um knapp 20 Cent. Diesel reagiert als krisenempfindlicherer Kraftstoff stärker auf die Entspannung am Ölmarkt — dadurch hat sich das Preisverhältnis wieder in die historisch übliche Richtung gedreht.

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Zwei Wochen nach dem Tankrabatt-Start vom 1. Mai liegt Diesel im bundesweiten Mittel bei rund 1,983 Euro pro Liter, Super E10 bei etwa 1,973 Euro — beide erstmals seit Monaten wieder unter der Zwei-Euro-Marke. Doch die Preise fallen nicht weiter, sondern steigen tageweise sogar leicht. Der ADAC sieht darin ein Problem: Der Brent-Ölpreis ist seit den Höchstständen Ende April deutlich gesunken, und das Argument vom teuer eingekauften Kraftstoff in den Tanks gilt nach zwei Wochen nicht mehr. Damit bleibt nach Einschätzung des Automobilclubs spürbarer Spielraum nach unten — die Mineralölwirtschaft behält offenbar einen Teil der 16,7 Cent Steuerentlastung ein.

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E10 vs E5: Was ist der Unterschied und was tanke ich?

E10 kostet rund 2,7 % weniger als E5 bei 1–2 % höherem Verbrauch — netto sparen moderne Autos pro Tankfüllung etwa 1 Euro. Vor dem Umstieg sollte jeder Fahrer die E10-Freigabe seines Fahrzeugs bei der Herstellerliste oder auf dat.de prüfen.