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Von SpritFuchs Redaktion

Günstigster Wochentag zum Tanken: Samstag, nicht Montag

Günstigster Wochentag zum Tanken ist seit der 12-Uhr-Regel der Samstag, nicht der Montag – Diesel-Spanne zum teuersten Tag: 2,09 Cent.

Inhaltsverzeichnis

An welchem Wochentag ist Tanken am günstigsten?

Der günstigste Wochentag zum Tanken ist in Deutschland inzwischen der Samstag – und damit ausgerechnet der Tag, vor dem viele Ratgeber bis heute warnen. Über die 17 vollen Kalenderwochen seit Inkrafttreten der 12-Uhr-Regel am 1. April 2026 lag der bundesweite Diesel-Durchschnitt am Samstag 1,17 Cent unter dem jeweiligen Wochenschnitt, am teuersten war er dienstags mit 0,92 Cent darüber. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Wochentag liegen damit 2,09 Cent je Liter Diesel.

Das ist die Umkehrung der alten Faustregel. „Tank am Montag oder Dienstag, meide das Wochenende“ galt jahrelang, und sie stimmte auch, solange Tankstellen ihre Preise beliebig oft am Tag anheben durften. Seit die 12-Uhr-Regel Preiserhöhungen auf einen einzigen Zeitpunkt am Mittag begrenzt, hat sich das Wochenmuster gedreht: Das Wochenende ist heute die günstige Phase, die erste Wochenhälfte die teure. Wichtiger als der Wochentag bleibt allerdings die Uhrzeit, die den Preis um ein Vielfaches stärker verschiebt.

Grundlage sind die amtlichen MTS-K-Tagespreise, die SpritFuchs für die bundesweite Preisübersicht jede Nacht auswertet. Alle Werte in diesem Beitrag sind wochenbereinigt, damit der kräftige Preisanstieg des Jahres das Wochenmuster nicht überlagert. So lässt sich der reine Wochentagseffekt sauber vom allgemeinen Trend trennen.

Samstag vorn, Dienstag hinten: das neue Wochenmuster

Das aktuelle Muster ist über alle drei Sorten hinweg erstaunlich einheitlich: Freitag, Samstag und Sonntag liegen unter dem Wochenschnitt, Montag bis Donnerstag darüber. Am deutlichsten fällt der Effekt beim Diesel aus, am schwächsten beim Super E10. Die Tabelle zeigt, wie weit der durchschnittliche Tagespreis jedes Wochentags vom Schnitt seiner eigenen Woche abweicht, gemittelt über die 17 Wochen seit der 12-Uhr-Regel. Negative Werte heißen günstiger, positive teurer.

WochentagDieselSuper E5Super E10
Montag+0,82+0,35+0,35
Dienstag+0,92+0,46+0,48
Mittwoch+0,67+0,47+0,48
Donnerstag+0,60+0,49+0,49
Freitag-0,79-0,60-0,59
Samstag-1,17-0,65-0,67
Sonntag-1,06-0,51-0,52
Spanne (teuerster − günstigster Tag)2,091,141,16
Der Samstag ist bei allen drei Kraftstoffen der günstigste Tag. Beim Diesel trennt ihn vom teuersten Tag, dem Dienstag, eine Spanne von 2,09 Cent; bei Super E5 sind es 1,14 Cent, bei Super E10 1,16 Cent. Die beiden Benzinsorten schwanken also nur etwa halb so stark über die Woche wie Diesel. Dass der Dienstag der teuerste Diesel-Tag ist, überrascht am meisten, denn in der alten Ordnung zählte er zu den günstigen. Ein deutlicheres Zeichen dafür, dass die vertraute Rangfolge nicht mehr trägt, gibt es kaum. Auffällig ist, wie glatt der Übergang verläuft: Von Montag bis Donnerstag hält sich der Preis knapp über dem Schnitt, mit dem Freitag kippt er ins Minus und erreicht am Samstag den Tiefpunkt. Ein abrupter Knick fehlt, die Woche gleitet vielmehr von der teuren in die günstige Hälfte.

Gilt das neue Muster in allen Bundesländern?

Ja, das Wochenende ist inzwischen bundesweit die günstige Phase. In allen 16 Bundesländern liegt der günstigste Diesel-Tag seit der 12-Uhr-Regel auf einem Freitag, Samstag oder Sonntag; kein einziges Land führt noch einen Tag der ersten Wochenhälfte an. Am häufigsten ist es der Sonntag, der in acht Ländern vorn liegt, gefolgt vom Samstag in fünf und dem Freitag in drei.

Dass im Bundesschnitt der Samstag knapp führt, während auf Länderebene öfter der Sonntag den Spitzenplatz holt, ist kein Widerspruch. Die drei Wochenendtage liegen fast überall dicht beieinander, sodass mal der eine, mal der andere das Rennen macht. Entscheidend ist das gemeinsame Bild aus teurer erster Wochenhälfte und günstigem Wochenende, das sich quer durch die Republik zeigt und den nationalen Befund stützt. Die Tagespreise für den eigenen Ort lassen sich jederzeit in der bundesweiten Übersicht nachschlagen.

Warum sich der günstige Wochentag umgedreht hat

Vor der 12-Uhr-Regel war das Bild das klassische. In den zwölf vollen Wochen von Januar bis März 2026 war der Montag mit 1,79 Cent unter dem Wochenschnitt der klar günstigste Diesel-Tag, der Sonntag mit 2,17 Cent darüber der teuerste. Die Spanne betrug 3,96 Cent, fast doppelt so viel wie heute. Wochenanfang billig, Wochenende teuer: genau das Muster, das ADAC und Verbraucherportale über Jahre beschrieben haben, getrieben von der höheren Nachfrage durch Ausflugs- und Reiseverkehr am Wochenende.

Wie vollständig sich die Reihenfolge gedreht hat, zeigt der direkte Vergleich der beiden Diesel-Kurven vor und seit der Regel:

WochentagDiesel vor der RegelDiesel seit der Regel
Montag-1,79+0,82
Dienstag-1,46+0,92
Mittwoch-1,47+0,67
Donnerstag-0,20+0,60
Freitag+1,07-0,79
Samstag+1,67-1,17
Sonntag+2,17-1,06
Spanne3,962,09
Fast jeder Wert wechselt das Vorzeichen. Der frühere Spartag Montag ist zum teuren Tag geworden, der frühere Teuer-Tag Samstag zum günstigsten. Nur die Größenordnung bleibt bescheiden: In beiden Welten entscheidet der Wochentag über wenige Cent, nicht über den Preis.

Der Auslöser ist die Mechanik der Regel. Seit dem 1. April 2026 dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen; Senkungen sind jederzeit erlaubt. Damit fehlt das Werkzeug, mit dem sich zum Wochenende hin ein Aufschlag aufbauen ließ: Ein Preis, der am Freitagmittag steigt, kann über Samstag und Sonntag nur noch fallen, denn die nächste Anhebung ist erst am Montagmittag erlaubt. Genau in diese lange Senkungsphase fällt das Wochenende. Die erste Wochenhälfte dagegen startet unmittelbar nach den frischen Anhebungen vom Montag und Dienstag auf höherem Niveau.

Was den Dienstag zum neuen Spitzenreiter macht, lässt sich aus den Tagespreisen allein nicht restlos belegen. Sicher ist, dass der Bruch zeitlich mit der Regel zusammenfällt und die gesamte Wochenspanne von 3,96 auf 2,09 Cent geschrumpft ist. Der Wochentagseffekt fällt regional zudem unterschiedlich aus und bleibt in jedem Fall klein.

Stimmt der alte Dienstag-Tipp noch?

Nein, der beliebte Rat, dienstags oder mittwochs zu tanken, ist überholt. Viele Spartipps im Netz nennen bis heute den Wochenanfang als günstigste Zeit, doch dieses Wissen stammt aus der Welt vor der 12-Uhr-Regel. In den aktuellen MTS-K-Daten ist der Dienstag beim Diesel der teuerste Tag der Woche, und der Mittwoch liegt mit 0,67 Cent über dem Schnitt ebenfalls im oberen Feld.

Wird die alte Regel weiter befolgt, landet man heute tendenziell am falschen Tag, wenn auch nur um Haaresbreite. Der Abstand zwischen dem vermeintlich günstigen Dienstag und dem tatsächlich günstigen Samstag beträgt beim Diesel 2,09 Cent, bei den Benzinsorten noch weniger. Das rechtfertigt keine eigens verschobene Tankfahrt, aber es lohnt sich, das Bild im Kopf zu aktualisieren: Wenn schon nach Wochentag, dann in Richtung Wochenende statt Wochenanfang.

Warum die Uhrzeit den Wochentag klar schlägt

Der Wochentag bewegt den Preis nur um Nachkommastellen, die Uhrzeit um ein Mehrfaches. Nach der ADAC-Auswertung von über 14.000 Tankstellen im Mai 2026 lag Diesel kurz vor 12 Uhr im Schnitt 4,3 Cent unter dem Tagesdurchschnitt, Super E10 rund 3,7 Cent. Um 12 Uhr springt der Preis dann nach oben, beim Diesel im Mittel um 18,4 Cent, bei E10 um 14,6 Cent, bevor er über den Nachmittag und Abend wieder abschmilzt. Bis zum frühen Abend ist ein Großteil der Mittagsanhebung schon wieder verschwunden, über Nacht sinkt der Preis langsam weiter, und am nächsten Mittag beginnt der Zyklus von vorn.

Das ordnet die Wochentagsfrage ein. Selbst der vorsichtig gerechnete Vormittagsvorteil von 4,3 Cent beim Diesel übertrifft die gesamte Wochentagsspanne von 2,09 Cent, und der 12-Uhr-Sprung von 18,4 Cent stellt sie vollends in den Schatten. Wer wirklich sparen will, achtet zuerst auf die Tageszeit und tankt am späten Vormittag vor dem Mittagssprung. Der gemessene Tagesverlauf steht in unserem Ratgeber zur 12-Uhr-Regel im Detail; der Wochentag ist bestenfalls die Feinabstimmung darüber.

Was der richtige Wochentag im Geldbeutel bewegt

Konkret ist der Wochentag ein kleiner Hebel. Bei einer 60-Liter-Tankfüllung Diesel trennt den günstigen Samstag vom teuren Dienstag ein Betrag von 1,25 €, also 2,09 Cent mal 60 Liter. Über ein ganzes Jahr gerechnet, bei rund 900 Liter Diesel für etwa 15.000 Kilometer, summiert sich die konsequente Samstagswahl auf gut 18,81 €. Bei 30.000 Kilometern und rund 1.800 Liter Diesel verdoppelt sich der Betrag auf gut 37,62 €, immer noch überschaubar für den Aufwand, jede Tankfahrt auf einen festen Wochentag zu legen.

Zum Vergleich die Uhrzeit: Derselbe Tank, konsequent am Vormittag statt zum Tagesdurchschnitt gefüllt, bringt bei 4,3 Cent Vorsprung 2,58 € je Füllung und über 900 Liter rund 38,70 € im Jahr. Das ist gut das Doppelte des Wochentagseffekts, und dabei noch konservativ gegen den Tagesschnitt statt gegen den teuren Nachmittag gerechnet. Den größten Unterschied macht ohnehin der Ort: Der Preisabstand zwischen zwei Tankstellen am selben Tag in Berlin oder München ist regelmäßig größer als die 2,09 Cent zwischen bestem und schlechtestem Wochentag. Ein Blick in den Städtevergleich oder auf die Preise in Bayern spart mehr als jede Wochentagstaktik.

Am meisten holt heraus, wer die drei Hebel in der richtigen Reihenfolge kombiniert statt sich auf den Wochentag zu verlassen: zuerst der Ort, dann die Uhrzeit, dann als Feinschliff der Tag. In der Praxis bedeutet das, am späten Vormittag zu tanken, die günstigste Station im Umkreis anzusteuern und das Wochenende mitzunehmen, sofern es sich ohne Umweg ergibt. Welche Preis-App dabei hilft und warum alle Apps dieselben amtlichen Daten anzeigen, klärt der Vergleich der Tank-Apps. Unterm Strich bleibt der Wochentag die kleinste der drei Stellschrauben: Er kann eine ohnehin geplante Tankfahrt in die günstige Richtung schieben, ersetzt aber weder den Preisvergleich vor Ort noch den Griff zur Zapfsäule am Vormittag.

So haben wir den Wochentagseffekt berechnet

Die Auswertung beruht auf den amtlichen Tagespreisen der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K), die jede Nacht als Datendump verarbeitet werden. Betrachtet wurden alle Tanktage vom 1. Januar bis 14. August 2026, für den Vergleich der beiden Regime aufgeteilt in die Zeit vor und nach dem 1. April 2026. Insgesamt umfasst der Zeitraum 225 Tanktage mit im Schnitt über 14.000 meldenden Stationen pro Tag, jeder Tag vertreten durch seinen zeitgewichteten Durchschnittspreis. In die wochenbereinigte Rechnung fließen die 29 vollständigen Kalenderwochen ein, zwölf vor und 17 seit der 12-Uhr-Regel; angebrochene Wochen am Rand bleiben außen vor, damit jeder Wochentag pro Woche genau einmal zählt.

Um den starken Preistrend des Jahres herauszurechnen, Diesel startete im Januar deutlich billiger als heute, haben wir für jede vollständige Kalenderwoche zuerst den Wochenschnitt gebildet und dann die Abweichung jedes einzelnen Tages von genau diesem Schnitt gemessen. So zählt nur, wie ein Wochentag im Verhältnis zu seinen eigenen sechs Nachbartagen abschneidet, nicht der allgemeine Auf- oder Abwärtstrend. Gemittelt über 17 vollständige Wochen seit der 12-Uhr-Regel ergibt sich das oben gezeigte Muster; die zwölf Wochen davor liefern das klassische Gegenbild. Die Preisniveaus schwanken von Woche zu Woche stark, das relative Wochenmuster ist über beide Zeiträume dagegen bemerkenswert stabil. Wie sich die Sorten davon unabhängig entwickeln, zeigt der Spritpreis-Report für Juli 2026.

Häufig gestellte Fragen

Seit der 12-Uhr-Regel ist im bundesweiten Schnitt der Samstag der günstigste Wochentag, gefolgt von Sonntag und Freitag. Die teuersten Tage liegen früh in der Woche, allen voran der Dienstag. Der Abstand ist mit 2,09 Cent beim Diesel aber gering.

Weiterlesen bei SpritFuchs

Analyse

Spritpreis-Report Juli 2026: Diesel im Schnitt 2,102 €

Diesel kostete im Juli 2026 im Bundesschnitt 2,102 € — 28,0 Cent mehr als im Juni und der zweitgrößte Monatssprung des Jahres. Super E10 (2,103 €) und Super E5 (2,161 €) erreichten sogar ihren höchsten Monatswert seit Jahresbeginn. Am günstigsten tankte man im Saarland (2,079 €), am teuersten in Schleswig-Holstein (2,126 €).

Analyse

Günstigstes Bundesland zum Tanken: 7,9 Cent Diesel-Spanne

Im Zeitraum vom 1. bis 7. August 2026 kostet Diesel im günstigsten Bundesland Bayern durchschnittlich 2,155 €, im teuersten Nordrhein-Westfalen 2,234 € — eine Spanne von 7,9 Cent. Der Bundesschnitt liegt bei 2,203 €. Bayern und das Saarland trennen an der Spitze nur 0,4 Cent, sie liegen praktisch gleichauf.

Ratgeber

Tank-Apps im Vergleich: Warum alle dieselben Preise zeigen

Alle großen Tank-Apps beziehen dieselben Preise aus der amtlichen Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) — die günstigste Tankstelle ist überall gleich. Unterschiede gibt es nur bei Funktionen, Werbung und Datenschutz: clever-tanken (seit 1999) bietet Prognosen und eine werbefreie Version für 1,99 € im Jahr, die ADAC-App bündelt Navigation, mehr-tanken setzt auf Tankempfehlungen.

News

Diesel teurer als Benzin: 7,6 Cent Aufschlag im August

Der ADAC misst am 5. August 2026 einen Diesel-Bundesschnitt von 2,204 € und damit die sechste Woche in Folge einen Anstieg, während Super E10 auf 2,128 € nachgibt. Diesel kostet jetzt 7,6 Cent mehr als Benzin, doppelt so viel Abstand wie die 5,1 Cent der Vorwoche. Der Widerspruch: Brent-Rohöl liegt bei rund 79 US-Dollar und damit etwa 17 Prozent unter dem Juli-Hoch von gut 100 US-Dollar. Im SpritFuchs-Puls aus Berlin, München und Hamburg geben die Diesel-Mediane bereits nach, während der Bundesschnitt noch steigt.