Günstigstes Bundesland zum Tanken: 7,9 Cent Diesel-Spanne
Günstigstes Bundesland zum Tanken ist Anfang August 2026 Bayern, teuerstes Nordrhein-Westfalen: 7,9 Cent Diesel-Spanne im Ländervergleich.
Inhaltsverzeichnis
Welches Bundesland ist Anfang August 2026 am günstigsten?
Das günstigste Bundesland zum Tanken ist Anfang August 2026 Bayern: Über die erste Augustwoche kostet ein Liter Diesel dort im Schnitt 2,155 €, während Nordrhein-Westfalen mit 2,234 € das Schlusslicht bildet. Zwischen beiden liegen 7,9 Cent. Der bundesweite Diesel-Schnitt beträgt im selben Zeitraum 2,203 €.
An der Spitze ist das Feld eng. Bayern und das Saarland trennen nur 0,4 Cent (2,155 € gegenüber 2,159 €), sie liegen praktisch gleichauf. Baden-Württemberg folgt mit 2,182 € auf Rang drei. Diese drei südlichen Länder tanken durchgängig am günstigsten, während sich das teure Drittel aus Nordrhein-Westfalen, Hessen und Brandenburg zusammensetzt. Sechs Länder liegen unter dem Bundesschnitt, Niedersachsen trifft ihn mit 2,203 € punktgenau, die übrigen neun liegen darüber.
Die Reihenfolge widerspricht der gängigen Annahme, im dünn besiedelten Osten sei Tanken teuer und in den westlichen Ballungsräumen günstig. Tatsächlich stehen Sachsen (2,221 €) und Sachsen-Anhalt (2,212 €) im teureren Feld, das mit Abstand dichteste Tankstellennetz in Nordrhein-Westfalen führt aber nicht zu den niedrigsten Preisen, sondern zu den höchsten.
Wie groß ist der Preisunterschied zwischen den Bundesländern?
Beim Diesel beträgt die Spanne 7,9 Cent, bei Super E10 sind es 7,4 Cent: Am günstigsten ist E10 im Saarland mit 2,086 €, am teuersten in Hessen mit 2,160 €. Bei Super E5 reicht die Spanne von 2,144 € (Bayern und Saarland, erneut gleichauf) bis 2,217 € in Hessen, also 7,3 Cent. Über alle drei Sorten liegt der Abstand zwischen billigstem und teuerstem Land damit stabil bei sieben bis acht Cent.
Bemerkenswert ist, wie deutlich diese Spanne gewachsen ist. Im Juli lag der Abstand zwischen dem günstigsten und dem teuersten Bundesland beim Diesel noch bei knapp fünf Cent, Anfang August hat er sich auf 7,9 Cent ausgeweitet. Der Grund liegt weniger in dauerhaften Strukturverschiebungen als im bewegten Kursverlauf dieser Woche: Der Bundesschnitt kletterte bis zum 2. August auf ein Diesel-Hoch von 2,238 € und fiel danach steil auf 2,168 € am 6. August, bevor er am 7. August wieder auf 2,176 € anzog. Solche Ausschläge erreichen die Länder nicht im Gleichschritt. In Wochen mit starker Bewegung fällt die Spanne breiter aus als in ruhigen Phasen, in denen sich die Preise dicht am Bundesschnitt sammeln.
Spritpreise nach Bundesland: das komplette Ranking
Die folgende Tabelle listet alle 16 Bundesländer nach dem Diesel-Tagesschnitt der ersten Augustwoche, vom günstigsten zum teuersten. Die Spalten für Super E10 und Super E5 zeigen, dass sich die Rangfolge zwischen den Sorten leicht verschiebt, der grobe Nord-Süd- und West-Ost-Befund aber erhalten bleibt.
| Rang | Bundesland | Diesel | Super E10 | Super E5 | Stationen |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Bayern | 2,155 € | 2,088 € | 2,144 € | 3.108 |
| 2 | Saarland | 2,159 € | 2,086 € | 2,144 € | 190 |
| 3 | Baden-Württemberg | 2,182 € | 2,107 € | 2,165 € | 2.309 |
| 4 | Rheinland-Pfalz | 2,196 € | 2,123 € | 2,180 € | 942 |
| 5 | Thüringen | 2,199 € | 2,135 € | 2,190 € | 496 |
| 6 | Hamburg | 2,200 € | 2,125 € | 2,184 € | 222 |
| 7 | Niedersachsen | 2,203 € | 2,136 € | 2,193 € | 2.345 |
| 8 | Mecklenburg-Vorpommern | 2,207 € | 2,122 € | 2,181 € | 404 |
| 9 | Bremen | 2,210 € | 2,125 € | 2,184 € | 111 |
| 10 | Berlin | 2,210 € | 2,102 € | 2,162 € | 314 |
| 11 | Sachsen-Anhalt | 2,212 € | 2,151 € | 2,207 € | 519 |
| 12 | Sachsen | 2,221 € | 2,147 € | 2,204 € | 650 |
| 13 | Schleswig-Holstein | 2,223 € | 2,153 € | 2,214 € | 720 |
| 14 | Brandenburg | 2,227 € | 2,130 € | 2,188 € | 480 |
| 15 | Hessen | 2,230 € | 2,160 € | 2,217 € | 1.397 |
| 16 | Nordrhein-Westfalen | 2,234 € | 2,153 € | 2,211 € | 3.632 |
Warum ist Diesel im Süden günstiger als in Nordrhein-Westfalen?
Eine hohe Tankstellendichte allein drückt den Preis nicht. Nordrhein-Westfalen betreibt mit 3.632 Stationen das dichteste Netz aller Länder und liegt trotzdem an der Spitze der Skala, während das Saarland mit nur 190 Stationen zu den günstigsten zählt. Auch Bayern, mit 3.108 Stationen das zweitgrößte Netz, tankt am billigsten. Ein einfacher Zusammenhang „mehr Stationen, niedrigere Preise“ lässt sich aus den Zahlen nicht ablesen.
Der ADAC führt regionale Unterschiede in erster Linie auf die örtliche Wettbewerbslage zurück, weist aber zugleich darauf hin, dass die Nähe zu günstigeren Nachbarländern den Durchschnitt eines Bundeslandes kaum verschiebt. Das Bundeskartellamt nennt in seiner Sektoruntersuchung zu Raffinerien und Kraftstoffgroßhandel strukturelle Ursachen: unterschiedliche Bezugskosten, die Anbindung an die Rhein-Häfen und den Anteil freier Marken, die den Preisdruck vor Ort erhöhen. Gewerbliche Abnehmer sind zudem oft auf die wenigen Anbieter ihrer Region angewiesen, was die Ausweichmöglichkeiten begrenzt.
Dass die Rangfolge kein festes Naturgesetz ist, zeigt der Blick auf den Vormonat. Nordrhein-Westfalen stand im Juli noch im hinteren Mittelfeld und ist Anfang August das teuerste Land, Schleswig-Holstein rutschte umgekehrt vom teuersten Platz im Juli auf Rang 13. Die Ursachen einzelner Monatssprünge sind selten eindeutig, weshalb die stabilen Muster mehr wiegen als die Ausreißer: Der Süden bleibt günstig, das teure Drittel wechselt seine Bewohner. Warum sich die Länder überhaupt so hartnäckig unterscheiden, ordnet der Beitrag zu den regionalen Preisunterschieden ausführlicher ein.
Warum kostet Diesel in Berlin 10,8 Cent mehr als E10?
In Berlin fällt ein Detail auf, das die reine Diesel-Rangliste verdeckt: Beim E10 ist die Hauptstadt mit 2,102 € nach dem Saarland und Bayern das drittgünstigste Land, beim Diesel liegt sie mit 2,210 € dagegen im teuren Feld. Der Abstand zwischen beiden Sorten beträgt in Berlin 10,8 Cent und ist damit der größte im Ländervergleich. Bundesweit trennen Diesel und E10 nur 7,4 Cent (2,203 € gegenüber 2,129 €).
Solche Sorten-Abstände entstehen, weil sich Diesel- und Benzinpreise an unterschiedlichen Großhandelsmärkten und Nachfragemustern orientieren. Der Diesel-Aufschlag über E10 ist kein Ausreißer eines einzelnen Landes, sondern das seit dem Frühsommer 2026 bekannte Bild: Das frühere Preisprivileg des Diesels an der Zapfsäule ist verschwunden, Diesel ist die teurere der beiden Sorten geworden. Berlin zeigt dieses Muster nur besonders scharf, während Sachsen-Anhalt mit 6,1 Cent den geringsten Abstand aufweist.
Lohnt es sich, im günstigeren Nachbarland zu tanken?
Für den Alltag ist die entscheidende Frage, ob sich der Ländervergleich in barer Münze auszahlt. Auf eine 60-Liter-Tankfüllung Diesel übersetzt sich die Spanne von 7,9 Cent in 4,74 € Unterschied zwischen einer Füllung in Bayern und einer in Nordrhein-Westfalen. Über ein Jahr gerechnet summiert sich das: Ein Pkw mit 15.000 Kilometern Fahrleistung und einem Verbrauch von rund sieben Litern verbraucht gut 1.050 Liter, der Landesunterschied schlägt dann mit knapp 83 € zu Buche.
Das eigene Bundesland kann man nicht wählen, wohl aber die Tankstelle. Der Ländervergleich ist deshalb vor allem für zwei Gruppen bares Geld: für alle, die nah an einer Landesgrenze wohnen und die Seite mit dem günstigeren Schnitt ansteuern können, und für Vielfahrer auf langen Strecken, die ihren Tankstopp bewusst in ein günstiges Land legen. Weit wichtiger als das Bundesland bleibt der Zeitpunkt. Seit dem 1. April 2026 dürfen Tankstellen den Preis nur einmal täglich um 12:00 Uhr anheben, dazwischen ihn aber beliebig oft senken. Der günstigste Moment liegt am späten Vormittag zwischen etwa 8 und 11 Uhr, kurz vor der einzigen Anhebung des Tages. Wie sich dieses Zeitfenster über den Tag verschiebt, erklärt der Ratgeber „Wann tanken?“. Ein günstiger Vormittag im teuren Land schlägt einen teuren Nachmittag im günstigen Land locker.
Methodik: MTS-K-Tagesdaten der ersten Augustwoche
Grundlage dieses Rankings sind die amtlichen Preismeldungen der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) beim Bundeskartellamt, die SpritFuchs über den Tankerkönig-Datendump bezieht und in einem nächtlich berechneten Rollup pro Bundesland verdichtet. Ausgewertet wurde der Zeitraum vom 1. bis 7. August 2026, also sieben vollständige Tanktage. In diesem Fenster meldeten täglich rund 14.600 der etwa 17.800 registrierten Tankstellen Preise; nicht jede Station gibt an jedem Tag Werte ab.
Für jedes Bundesland und jede Sorte wurde der über die sieben Tage gemittelte Tagesdurchschnitt gebildet, gerundet auf Zehntelcent. Alle genannten Superlative beziehen sich ausschließlich auf dieses Datenfenster und den bei SpritFuchs seit dem 1. Januar 2026 erfassten Zeitraum. Die Datenlizenz ist CC BY-NC-SA 4.0. Da sich die Preise täglich ändern, verschiebt sich die Rangfolge im Mittelfeld von Woche zu Woche; der stabile Kern des Befunds ist der günstige Süden und die breite Streuung von rund sieben bis acht Cent zwischen den Ländern.
Häufig gestellte Fragen
Weiterlesen bei SpritFuchs
Analyse
Bundesländer-Ranking nach dem Tankrabatt-Ende: Wo Diesel jetzt am günstigsten ist
Nach dem Ende des Tankrabatts am 1. Juli 2026 kostet Diesel im Bundesschnitt 1,972 € (Stand 2. Juli). Am günstigsten tankt man im Saarland mit 1,953 €, am teuersten in Hessen mit 1,998 €. Sachsen-Anhalt verzeichnete mit +21,6 Cent den härtesten Preissprung gegenüber dem 28./29. Juni — der Bundesschnitt stieg um +19,4 Cent und liegt damit 2,7 Cent über der reinen Steuerwirkung von 16,7 Cent.
Analyse
Spritpreis-Report Juli 2026: Diesel im Schnitt 2,102 €
Diesel kostete im Juli 2026 im Bundesschnitt 2,102 € — 28,0 Cent mehr als im Juni und der zweitgrößte Monatssprung des Jahres. Super E10 (2,103 €) und Super E5 (2,161 €) erreichten sogar ihren höchsten Monatswert seit Jahresbeginn. Am günstigsten tankte man im Saarland (2,079 €), am teuersten in Schleswig-Holstein (2,126 €).
Ratgeber
Spritpreise nach Bundesland: Warum im Saarland sieben Cent weniger fließen als in Sachsen
Zwischen dem günstigsten und teuersten Bundesland liegen im Juni 2026 rund sieben Cent pro Liter Diesel. Das Saarland zieht den Tanktourismus nach Luxemburg systematisch nach unten, Sachsen und Hessen leiden unter dünner Wettbewerbsdichte. Die Nähe zu Raffinerien macht nur ein bis zwei Cent aus — entscheidend sind Tankstellen pro Einwohner und der Druck der Grenznachbarn.
News
Diesel teurer als Benzin: 7,6 Cent Aufschlag im August
Der ADAC misst am 5. August 2026 einen Diesel-Bundesschnitt von 2,204 € und damit die sechste Woche in Folge einen Anstieg, während Super E10 auf 2,128 € nachgibt. Diesel kostet jetzt 7,6 Cent mehr als Benzin, doppelt so viel Abstand wie die 5,1 Cent der Vorwoche. Der Widerspruch: Brent-Rohöl liegt bei rund 79 US-Dollar und damit etwa 17 Prozent unter dem Juli-Hoch von gut 100 US-Dollar. Im SpritFuchs-Puls aus Berlin, München und Hamburg geben die Diesel-Mediane bereits nach, während der Bundesschnitt noch steigt.