Welcher Wochentag ist 2026 am günstigsten zum Tanken? 1,9 Millionen Preise verraten das Muster
SpritFuchs hat 132 Tage Preisdaten von rund 17.500 Tankstellen ausgewertet: Freitag schlägt Donnerstag, Montag ist der teuerste Wochentag. In 15 von 16 Bundesländern gilt das gleiche Muster — eine deutliche Verschiebung gegenüber dem klassischen Mittwochs- und Donnerstags-Tipp.
Basierend auf 1.901.280 Preisdatenpunkten aus dem MTS-K-Tagesdump, Zeitraum 01.01.2026 bis 14.05.2026, ausgewertet am 16.05.2026.
Inhaltsverzeichnis
Methodik
Für diese Auswertung hat SpritFuchs den kompletten Tagesdump der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) zwischen dem 1. Januar und dem 14. Mai 2026 ausgelesen — 132 Handelstage, im Schnitt rund 14.500 meldepflichtige Tankstellen pro Tag, insgesamt 1.901.280 einzelne Preisbeobachtungen. Jede Beobachtung entspricht dem amtlich gemeldeten Tagespreis einer Station für Diesel, E5 und E10. Implausible Werte (unter 1,00 € oder über 3,50 € pro Liter) wurden vor der Aggregation entfernt, was weniger als 0,1 Prozent der Datensätze betraf.
Für die Wochenanalyse wurde jeder Beobachtung der entsprechende Wochentag zugeordnet (Montag bis Sonntag) und der gewichtete arithmetische Mittelwert pro Wochentag, Bundesland und Kraftstoffart berechnet. Pro Wochentag fallen 260.000 bis 275.000 Beobachtungen ins Sample — eine Datendichte, bei der einzelne Ausreißertage keinen Einfluss mehr auf das Wochenbild haben. Die Auswertung umfasst sowohl den Zeitraum vor dem Tankrabatt (1. Januar bis 30. April) als auch die ersten zwei Wochen der Energiesteuersenkung (1. bis 14. Mai 2026).
Kernergebnisse
- Freitag ist im Bundesschnitt der günstigste Wochentag — über alle drei Kraftstoffsorten hinweg.
- Diesel: 1,9454 € am Freitag gegenüber 1,9717 € am Montag — Spreizung 2,63 Cent pro Liter.
- E10: 1,8924 € am Freitag gegenüber 1,9155 € am Montag — Spreizung 2,31 Cent.
- E5: 1,9505 € am Freitag gegenüber 1,9734 € am Montag — Spreizung 2,29 Cent.
- 15 von 16 Bundesländern haben Freitag als günstigsten Tag (Bremen knapp auf Samstag), 15 von 16 haben Montag als teuersten Tag (Bayern hat Dienstag).
- Die Spreizung zwischen günstigstem und teuerstem Tag reicht von 2,36 Cent in Bayern bis 3,31 Cent in Berlin.
- Bei 15.000 km Jahresfahrleistung und 7 Litern Diesel-Verbrauch ergibt sich eine reine Wochentag-Ersparnis von rund 27,60 € im Jahr — ohne Tageszeit-Optimierung.
- Das klassische Donnerstag-und-Mittwoch-Muster, das ADAC und viele Ratgeber bis 2025 empfahlen, ist seit der 12-Uhr-Regel im April 2026 nicht mehr zu erkennen.
Freitag schlägt Donnerstag — das Bundesranking der Wochentage
Wer in einen klassischen Tankratgeber blickt, liest meistens die gleiche Reihenfolge: Mittwoch oder Donnerstag sei der günstigste Tag, Montag der teuerste, weil dann die Pendlernachfrage zu Wochenbeginn die Preise nach oben treibt. Diese Faustregel gilt seit Jahrzehnten und sie hat lange auch gestimmt. Bis April 2026.
Mit der Einführung der 12-Uhr-Regel — Tankstellen dürfen ihre Preise seit dem 1. April 2026 nur noch einmal pro Tag erhöhen, nämlich um Punkt 12 Uhr mittags — hat sich die Mechanik der Wochenkurve verschoben. Senken dürfen die Stationen beliebig oft, was den klassischen Abendabstieg nicht verändert hat. Aber die wöchentliche Großhandelspreis-Dynamik trifft jetzt auf eine starre tägliche Preis-Obergrenze und das verschiebt das Wochenbild deutlich nach hinten. Wer den älteren Donnerstag-Tipp aus reinem Reflex weiter befolgt, zahlt schon beim Wochentag drauf — statt die aktuelle Datenlage zu nutzen.
Das Wochenbild im Bundesschnitt aller 17.500 Tankstellen, Zeitraum 1. Januar bis 14. Mai 2026:
| Rang | Wochentag | Diesel | E10 | E5 | Preisbeobachtungen |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Freitag | 1,9454 € | 1,8924 € | 1,9505 € | 260.581 |
| 2 | Donnerstag | 1,9553 € | 1,9030 € | 1,9611 € | 275.559 |
| 3 | Samstag | 1,9581 € | 1,9043 € | 1,9624 € | 272.862 |
| 4 | Sonntag | 1,9636 € | 1,9085 € | 1,9668 € | 266.123 |
| 5 | Mittwoch | 1,9647 € | 1,9125 € | 1,9706 € | 275.602 |
| 6 | Dienstag | 1,9687 € | 1,9140 € | 1,9721 € | 260.356 |
| 7 | Montag | 1,9717 € | 1,9155 € | 1,9734 € | 275.263 |
Was die Verschiebung gegenüber dem alten ADAC-Tipp bedeutet
Der ADAC empfahl bis 2025 den Donnerstag als günstigsten Tankt-Tag und den Montag als teuersten. Den ersten Teil dieser Regel bestätigen die SpritFuchs-Daten heute nur noch halb: Donnerstag liegt auf Platz 2, nicht mehr auf Platz 1. Den zweiten Teil — Montag als Worst Case — bestätigen sie dagegen sehr klar. Der Montagspreis liegt im Januar-bis-Mai-Schnitt um 2,63 Cent über dem Freitagspreis und um 0,30 Cent über dem zweitteuersten Tag (Dienstag).
Die wahrscheinlichste Erklärung für die Verschiebung Donnerstag → Freitag: Die alte Donnerstags-Spitze entstand, weil Tankstellen bis vor Kurzem die Preise mehrfach am Tag heben durften. Mittwoch- und Donnerstagabend war oft der letzte Moment, bevor die Markenketten am Freitagmorgen für das Wochenende aufschlugen. Seit dem 1. April 2026 ist dieser Mehrmals-Aufschlag verboten — Tankstellen können nur noch einmal um 12 Uhr nach oben, danach den ganzen Tag nur senken. Das verlagert das tägliche Niedrigfenster nach hinten in den Nachmittag und in die Nacht und entzieht dem Freitag seine alte Strafprämie. Wer abends an die Säule fährt, tankt im aktuellen Markt freitags am günstigsten — nicht mehr donnerstags.
Das Sparpotenzial in Cent und Euro
2,63 Cent pro Liter klingen erstmal nach Pfennigfuchserei. In der Hochrechnung sind sie aber spürbar. Ein paar konkrete Beispielfälle, jeweils Freitag vs. Montag im Bundesschnitt:
- Eine 50-Liter-Tankfüllung Diesel: Ersparnis 1,32 €.
- Eine 60-Liter-Tankfüllung Diesel (Mittelklasse-Diesel): 1,58 €.
- Eine 80-Liter-Tankfüllung Diesel (Transporter): 2,10 €.
- Diesel-Pkw mit 15.000 km Jahresfahrleistung und 7 Litern Verbrauch: 1.050 Liter × 2,63 Cent = 27,62 € pro Jahr.
- Vielfahrer-Diesel mit 30.000 km und 8 Litern Verbrauch: 2.400 Liter × 2,63 Cent = 63,12 € pro Jahr.
- Benziner mit 15.000 km, 6 Litern E10-Verbrauch: 900 Liter × 2,31 Cent = 20,79 € pro Jahr.
Wichtig: Diese Rechnung ignoriert den deutlich größeren Tageszeit-Effekt. Wer zusätzlich den Abend-Sweet-Spot zwischen 18 und 20 Uhr trifft, addiert nochmal 6 bis 10 Cent pro Liter dazu — beim Diesel sogar bis zu 16 Cent laut ADAC-Auswertung. Wochentag und Tageszeit sind zwei unabhängige Hebel, die sich aufaddieren.
Bundesländer-Check: Gilt das Freitags-Muster überall?
Eine berechtigte Sorge bei jeder bundesweiten Auswertung: Was im Schnitt gilt, muss regional nicht stimmen. Bei der Wochentag-Analyse ist die Antwort aber ungewöhnlich klar — das Muster ist robust über alle 16 Bundesländer hinweg. In 15 von 16 Ländern ist Freitag der günstigste Tag für Diesel, in 15 von 16 ist Montag der teuerste. Die einzige Abweichung beim günstigsten Tag ist Bremen (Samstag knapp vor Freitag), die einzige Abweichung beim teuersten Tag ist Bayern (Dienstag knapp vor Montag). Beides sind statistische Wackler, keine Gegenargumente — die zugrunde liegende Wochenkurve ist überall die gleiche.
| Bundesland | Günstigster Tag | Diesel ct/l | Teuerster Tag | Diesel ct/l | Spread (Cent) |
|---|---|---|---|---|---|
| Berlin | Freitag | 194,28 | Montag | 197,58 | 3,31 |
| Brandenburg | Freitag | 196,47 | Montag | 199,68 | 3,21 |
| Schleswig-Holstein | Freitag | 196,32 | Montag | 199,45 | 3,13 |
| Sachsen | Freitag | 195,16 | Montag | 198,05 | 2,89 |
| Bremen | Samstag | 194,03 | Montag | 196,86 | 2,83 |
| Nordrhein-Westfalen | Freitag | 193,65 | Montag | 196,47 | 2,82 |
| Sachsen-Anhalt | Freitag | 194,96 | Montag | 197,76 | 2,81 |
| Hamburg | Freitag | 194,84 | Montag | 197,63 | 2,79 |
| Thüringen | Freitag | 194,46 | Montag | 197,20 | 2,75 |
| Hessen | Freitag | 195,18 | Montag | 197,86 | 2,68 |
| Baden-Württemberg | Freitag | 193,97 | Montag | 196,55 | 2,58 |
| Saarland | Freitag | 192,90 | Montag | 195,43 | 2,53 |
| Rheinland-Pfalz | Freitag | 193,26 | Montag | 195,76 | 2,50 |
| Niedersachsen | Freitag | 194,64 | Montag | 197,14 | 2,49 |
| Mecklenburg-Vorpommern | Freitag | 195,26 | Montag | 197,73 | 2,48 |
| Bayern | Freitag | 195,23 | Dienstag | 197,59 | 2,36 |
Hat der Tankrabatt das Muster verändert?
Eine berechtigte Frage angesichts der historischen Energiesteuersenkung um 16,7 Cent brutto, die am 1. Mai 2026 in Kraft trat: Funktioniert die Wochenkurve unter den neuen Bedingungen überhaupt noch? Die ersten beiden Tankrabatt-Wochen sind ein durchwachsenes Bild. In den Tagen direkt nach dem Stichtag dominiert die Tankrabatt-Weitergabe selbst — also die Frage, wie schnell die Markenketten die Steuersenkung an die Säule durchreichen. Diese Anpassungsdynamik überlagert die wöchentliche Schwankung, weil sich die Preisniveaus auf einem neuen Plateau einpendeln. In den Tagen 1. bis 8. Mai schwankte der Bundesschnitt für Diesel zwischen 195,42 und 209,04 Cent — eine Spanne, gegen die jedes Wochenmuster verblasst.
Ab der zweiten Tankrabatt-Woche (8. bis 14. Mai) flacht die Anpassung sichtbar ab. Der Freitag, 8. Mai, lag im Bundesschnitt bei 196,17 Cent Diesel und 194,53 Cent E10 — und damit nach drei deutlich teureren Wochenanfangstagen wieder klar am unteren Rand der Woche. Die Mechanik funktioniert also auch unter Tankrabatt-Bedingungen, sie braucht nur zwei bis drei Wochen Anpassungsphase, bis sich das neue Wochenmuster eingependelt hat. Wer im Mai und Juni 2026 auf das Wochenende warten kann, profitiert von der Steuersenkung doppelt — am günstigsten Wochentag.
Was erklärt den Freitags-Vorteil?
Drei Mechanismen treiben das Muster zusammen. Erstens: Der wöchentliche Großhandelspreis-Zyklus. Mineralölgroßhändler in Rotterdam und Hamburg setzen ihre Wochenpreise mittwochs und donnerstags fest — bis sich die neuen Konditionen über die Pipelines und Tanklastwagen-Logistik bis an die Säule durchgesetzt haben, ist es Freitag. Die Tankstellen nehmen die neue, oft günstigere Kalkulation dann am Wochenstart in den Preisautomaten auf.
Zweitens: Die Pendlernachfrage am Wochenanfang. Montag und Dienstag tanken besonders viele Berufspendler nach dem ungünstigsten Wochenende-Ende. Mit der Nachfrage steigen die Margen — Tankstellen heben um 12 Uhr stärker und senken nachmittags weniger aggressiv, weil sie sicher sein können, dass die Pendler auch zum Mondpreis tanken müssen. Diese Mechanik haben Untersuchungen der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe seit Jahren bestätigt — sie gilt heute genauso wie 2018.
Drittens: Die Wochenend-Nachfragekurve. Viele Autofahrer planen die Tankfüllung für die Freizeit-Mobilität am Wochenende und verschieben den Tankstopp gezielt auf Freitag — eine Selbsterfüllung der Spar-Vermutung, die durch zahllose Tank-Apps und Vergleichsportale verstärkt wird. Die Markenketten reagieren darauf mit Preissenkungen am Freitag, weil sie wissen: Wer Freitagmittag noch zu Preisniveau A nicht tankt, wird Freitagabend bei B tanken. Wettbewerb zwingt zur Senkung. Der Effekt ist über die letzten 18 Wochen stabil — quer durch Rohölzyklen, Winter und Frühling und auch über den Tankrabatt-Stichtag hinweg.
Was das für Autofahrer heißt
Die Empfehlung ist nach der aktuellen Datenlage eindeutig: Wer flexibel planen kann, sollte den Tankstopp auf Freitag legen, vorzugsweise auf den späten Nachmittag oder frühen Abend. Wer eng getaktet ist und nicht warten kann, fährt mit Donnerstag oder Samstag fast genauso gut. Der Montag dagegen ist der konsistent teuerste Tag — und das ist die wichtigere Botschaft als die Frage, welcher genaue Wochentag optimal ist. Wer eine Tankfüllung von Montag auf Freitag verschiebt, spart bei einer 60-Liter-Diesel-Füllung zuverlässig 1,58 € im Bundesschnitt und bis zu 1,99 € in Berlin oder Brandenburg.
Vergleichen Sie vor jedem Tankstopp die Live-Preise in Ihrer Umgebung — egal welcher Wochentag. Der Wochentag-Vorteil ist real, aber Preisunterschiede zwischen einzelnen Tankstellen am gleichen Tag sind oft noch größer: 5 bis 10 Cent zwischen der günstigsten und teuersten Station im 5-Kilometer-Radius sind die Regel, nicht die Ausnahme. Wer den Freitags-Bonus mit der günstigsten Station im Umkreis kombiniert, spart auf das Jahr gerechnet realistisch 100 bis 150 € allein durch besseres Timing. Die tagesaktuellen Spritpreise für alle deutschen Tankstellen finden Sie jederzeit aktuell bei SpritFuchs — inklusive der Standorte, die in Ihrer Region heute am günstigsten anbieten.
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