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Neue Regel: Tankstellen dürfen Preise nur um 12 Uhr erhöhen

Neue Regel für Tankstellen: Ab 1. April 2026 sind Preiserhöhungen nur noch einmal täglich um 12:00 Uhr erlaubt, orientiert am Österreich-Modell.

Überarbeitung vom 17. September 2026: Titel des Folgebeitrags berichtigt, eine nicht belegte Zahlenangabe entfernt und den Hinweis zur Datenauswertung präzisiert.

Tagesmeldung zur Gesetzeseinführung. Empirische Wirkung erst im Folge-Artikel vom 8. April 2026 belegt.

Inhaltsverzeichnis

Der 1. April 2026 ist ein Stichtag, kein Scherz

Heute tritt in Deutschland einer der größten Eingriffe in die Preisgestaltung an Tankstellen seit Jahrzehnten in Kraft. Ab 0:00 Uhr gilt: Tankstellen dürfen ihre Preise für Benzin und Diesel nur noch einmal pro Tag anheben – und zwar exakt um 12:00 Uhr mittags. Preissenkungen bleiben rund um die Uhr erlaubt.

Laut SpritFuchs-Daten vom 1. April 2026 liegt der bundesweite Diesel-Durchschnitt bei 2,342 €, Super E10 bei 2,141 €. Wer die aktuelle Preisentwicklung verfolgt, wird ab heute ein völlig neues Muster sehen.

Was ändert die neue Preisregel an der Zapfsäule?

Die Regel im Telegrammstil:

  • Nur eine Preiserhöhung pro Tag, zulässig ausschließlich um 12:00 Uhr.
  • Preissenkungen jederzeit erlaubt – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.
  • Bußgeld bis 100.000 € bei Verstößen, verhängt durch das Bundeskartellamt.
  • Überwachung in Echtzeit durch die MTS-K (Markttransparenzstelle für Kraftstoffe).
  • Orientiert am Österreich-Modell, das seit 2011 in Österreich gilt.
Bisher änderten Tankstellen ihre Preise viele Male am Tag, mehrfache Preiserhöhungen inklusive. Das soll ab heute der Vergangenheit angehören.

Warum wurde das Gesetz so schnell durchgedrückt?

Auslöser war der seit vier Wochen anhaltende Iran-Nahost-Konflikt. Der sogenannte „Raketen- und Feder-Effekt“ (Preise steigen bei teurem Rohöl rasant wie eine Rakete, sinken aber langsam wie eine Feder) hat Verbraucher besonders hart getroffen. Die Bundesregierung verspricht sich mit dem Österreich-Modell mehr Planbarkeit und ein Ende des minütlichen Preis-Ping-Pongs. Die Kritik kam postwendend: Ökonom Justus Haucap bezweifelt, dass die Preise dadurch nachhaltig sinken. Der Bundesverband Freier Tankstellen verweist auf die eigentlichen Preistreiber: Energiesteuer, CO2-Bepreisung und Mehrwertsteuer.

Wann tankt man nach der neuen Regel am günstigsten?

Kurzfassung: Noch zu früh für konkrete Strategien. Heute ist Tag eins. Ob 11:59 Uhr tatsächlich der günstigste Zeitpunkt wird oder ob die Stationen um 12:00 Uhr einen Risikoaufschlag einpreisen, werden die Daten der nächsten Tage zeigen.

Wir werten die MTS-K-Zahlen täglich aus und melden uns mit einer harten Auswertung eine Woche später. Wer die Tankstellen in Berlin oder anderen Städten in den kommenden Tagen vergleicht, wird erste Muster sehen. Wie sich die beste Tankzeit seither entwickelt hat, zeigt unser Ratgeber: Wann ist Tanken am günstigsten?

Ein-Wochen-Follow-up: Was unsere Daten zeigen

Die empirische Auswertung – mit überraschendem Ergebnis – steht im Folge-Beitrag Eine Woche Österreich-Modell: Diesel teurer als 2022. Kurz vorweg: Die Regel wirkt anders, als die Politik gehofft hatte.



Datenstand: 1. April 2026. Preisdaten: SpritFuchs / MTS-K (Bundeskartellamt).

Häufig gestellte Fragen

Ab wann gilt die neue Preisregel für Tankstellen?

Das neue Gesetz zur Preisbindung an Tankstellen tritt am 1. April 2026 in Kraft. Ab diesem Stichtag dürfen die Preise für Kraftstoffe wie Benzin und Diesel nur noch einmal täglich angehoben werden.

Um wie viel Uhr dürfen Tankstellen die Preise erhöhen?

Künftig ist eine Preiserhöhung nur noch exakt einmal am Tag um 12:00 Uhr mittags erlaubt. Preissenkungen bleiben hingegen weiterhin jederzeit möglich, um den Wettbewerb zu fördern.

Welche Strafen drohen Tankstellen bei Verstößen?

Halten sich Tankstellenbetreiber nicht an die neue Vorgabe und erhöhen die Preise mehrfach, drohen empfindliche Strafen. Das Bundeskartellamt kann in solchen Fällen Bußgelder von bis zu 100.000 Euro verhängen.

Warum wurde das neue Tankstellen-Gesetz beschlossen?

Die Maßnahme ist eine Reaktion auf extreme Preissprünge und hohe Volatilität, ausgelöst durch den Iran-Nahost-Konflikt. Sie soll den sogenannten Raketen- und Feder-Effekt stoppen und Autofahrern mehr Planbarkeit bieten.

Funktioniert die neue Regel in der Praxis?

Nein – eine Woche nach Einführung zeigen unsere Daten, dass Tankstellen um 12:00 Uhr sprunghaft hohe Risikoaufschläge ansetzen. Die empirische Auswertung steht im Folge-Artikel 'Eine Woche Österreich-Modell: Diesel teurer als 2022'.

Weiterlesen bei SpritFuchs

Analyse

Eine Woche Österreich-Modell: Diesel teurer als 2022

Eine Woche nach Einführung des Österreich-Modells ist Diesel teurer als 2022: 2,444 € am 8. April 2026, plus 12,7 Cent in sechs Tagen. Eine mögliche Ursache neben der Geopolitik ist die Regel selbst – Tankstellen preisen um 12:00 Uhr Risikoaufschläge ein, weil sie danach nicht mehr nachziehen dürfen. Die neue beste Tankzeit ist 11:45 Uhr.

Ratgeber

Warum sind Spritpreise morgens teurer als abends?

Bis zur 12-Uhr-Regel (1. April 2026) waren Spritpreise oft morgens am teuersten und abends am günstigsten. Seitdem dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen – heute ist es meist vormittags kurz vor 12 Uhr am günstigsten und direkt nach dem Mittagssprung am teuersten.

Ratgeber

Benzinpreis-Zusammensetzung: Steuern, Rohöl und Marge

Bei 1,70 € pro Liter sind rund 63 % des Benzinpreises Steuern und Abgaben: 65,45 Cent Energiesteuer, etwa 13 bis 15 Cent CO2-Abgabe, plus 19 % Mehrwertsteuer (auch auf die anderen Abgaben). Die Marge der Tankstellen liegt nur bei 5–12 Cent pro Liter – die meisten Preisschwankungen stammen also nicht von den Pächtern.

News

Tankrabatt bei Super E10: Preis nur 11,7 Cent gesunken

Am sechsten Tag des Tankrabatts, dem 6. Oktober 2026, kostete Super E10 im Bundesschnitt 2,129 €, nur 11,7 Cent weniger als am 30. September. Diesel fiel um 15,9 Cent, die Steuer sank um 16,7 Cent. Beim Rabatt im Mai lief die erste Woche nahezu gleich: Diesel minus 15,0 Cent, Super E10 minus 11,3 Cent.