Neue Regel ab 1. April 2026: Tankstellen dürfen Preise nur noch einmal täglich erhöhen
Ab 1. April 2026 dürfen Tankstellen in Deutschland Preise nur noch um 12:00 Uhr anheben. Orientiert am Österreich-Modell. Die wichtigsten Eckdaten des Gesetzes.
Tagesmeldung zur Gesetzeseinführung. Empirische Wirkung erst im Folge-Artikel vom 8. April 2026 belegt.
Inhaltsverzeichnis
Der 1. April 2026 ist ein Stichtag, kein Scherz
Heute tritt in Deutschland eine der größten Eingriffe in die Preisgestaltung an Tankstellen seit Jahrzehnten in Kraft. Ab 0:00 Uhr gilt: Tankstellen dürfen ihre Preise für Benzin und Diesel nur noch einmal pro Tag anheben — und zwar exakt um 12:00 Uhr mittags. Preissenkungen bleiben rund um die Uhr erlaubt.
Laut SpritFuchs-Daten vom 1. April 2026 liegt der bundesweite Diesel-Durchschnitt bei 2,342 Euro, Super E10 bei 2,141 Euro. Wer die aktuelle Preisentwicklung verfolgt, wird ab heute ein völlig neues Muster sehen.
Was genau ändert sich an der Zapfsäule?
Die Regel im Telegrammstil:
- Nur eine Preiserhöhung pro Tag, zulässig ausschließlich um 12:00 Uhr.
- Preissenkungen jederzeit erlaubt — 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.
- Bußgeld bis 100.000 Euro bei Verstößen, verhängt durch das Bundeskartellamt.
- Überwachung in Echtzeit durch die MTS-K (Markttransparenzstelle für Kraftstoffe).
- Orientiert am Österreich-Modell, das seit 2011 in Österreich gilt.
Warum wurde das Gesetz so schnell durchgedrückt?
Auslöser war der seit vier Wochen anhaltende Iran-Nahost-Konflikt. Der sogenannte "Raketen- und Feder-Effekt" (Preise steigen bei teurem Rohöl rasant wie eine Rakete, sinken aber langsam wie eine Feder) hat Verbraucher besonders hart getroffen. Die Bundesregierung verspricht sich mit dem Österreich-Modell mehr Planbarkeit und ein Ende des minütlichen Preis-Ping-Pongs. Die Kritik kam postwendend: Ökonom Justus Haucap bezweifelt, dass die Preise dadurch nachhaltig sinken. Der Bundesverband Freier Tankstellen verweist auf die eigentlichen Preistreiber — Energiesteuer, CO2-Bepreisung und Mehrwertsteuer.
Was heißt das fürs Tankverhalten?
Kurzfassung: Noch zu früh für konkrete Strategien. Heute ist Tag eins. Ob 11:59 Uhr tatsächlich der günstigste Zeitpunkt wird oder ob die Stationen um 12:00 Uhr einen Risikoaufschlag einpreisen, werden die Daten der nächsten Tage zeigen.
Wir werten die MTS-K-Zahlen sekündlich aus — und melden uns mit einer harten Auswertung eine Woche später. Wer die Tankstellen in Berlin oder anderen Städten heute Abend vergleicht, wird erste Muster sehen.
Ein-Wochen-Follow-up: Was unsere Daten zeigen
Die empirische Auswertung — mit überraschendem Ergebnis — steht im Folge-Beitrag Spritpreise steigen weiter: Diesel teurer als 2022. Kurz vorweg: Die Regel wirkt anders, als die Politik gehofft hatte.
Datenstand: 1. April 2026. Preisdaten: SpritFuchs / MTS-K (Bundeskartellamt).
Häufig gestellte Fragen
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Analyse
Eine Woche Österreich-Modell: Warum Diesel jetzt teurer ist als 2022
Eine Woche nach Einführung des Österreich-Modells ist Diesel teurer als 2022: 2,444 € am 8. April 2026, plus 12,7 Cent in sechs Tagen. Die Ursache ist nicht nur die Geopolitik, sondern die Regel selbst — Tankstellen preisen um 12:00 Uhr Risikoaufschläge ein, weil sie danach nicht mehr nachziehen dürfen. Die neue beste Tankzeit ist 11:45 Uhr.
Ratgeber
Warum sind Spritpreise morgens teurer als abends?
Tankstellen heben Preise gezielt zur Pendlerzeit um 7 Uhr auf ihr Tageshoch und senken sie abends wieder. Der Unterschied beträgt durchschnittlich 10–13 Cent, in Spitzen bis 17 Cent — je nach Tankstellendichte und lokalem Wettbewerb.
Ratgeber
So setzt sich der Benzinpreis zusammen: Steuern, Rohöl und Marge
Rund 64 % des Benzinpreises sind Steuern und Abgaben: 65,45 Cent Energiesteuer, 7–8 Cent CO2-Abgabe, plus 19 % Mehrwertsteuer (auch auf die anderen Abgaben). Die Marge der Tankstellen liegt nur bei 5–12 Cent pro Liter — die meisten Preisschwankungen stammen also nicht von den Pächtern.
News
Tankrabatt-Endspurt: Vier Wochen, bevor der Liter wieder 17 Cent teurer wird
Der Tankrabatt endet am 30. Juni 2026 — Autofahrer haben noch 26 Tage, bevor die Energiesteuer wieder um 14,04 Cent pro Liter ansteigt und der Bruttopreis an der Zapfsäule um rund 17 Cent zulegt. Aktuell liegt Diesel im SpritFuchs-Median über Berlin, München und Hamburg bei 1,854 Euro, E10 bei 1,869 Euro — parallel klettert Brent wieder Richtung 100 US-Dollar. Wer planen kann, sollte den letzten Volltank-Termin Ende Juni vormerken.