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Ölpreis stürzt unter 100 Dollar, Sprit wird kaum billiger

Ölpreis fällt unter 100 Dollar, doch Diesel wird nur 4,5 Cent und Super E10 nur 2,7 Cent billiger. Der ADAC kritisiert die träge Weitergabe.

Überarbeitung vom 17. September 2026: Rechenbeispiel zur Weitergabe des Rohölrückgangs berichtigt (beim Diesel entsprach der Rückgang dem rechnerischen Spielraum) und unbelegte Ursachenangaben zu Raffineriestandorten und Konzernmargen entfernt.

Inhaltsverzeichnis

Wie stark sind Ölpreis und Spritpreise Ende Mai 2026 gefallen?

Der Rohölpreis ist binnen einer Woche regelrecht abgestürzt – am Tank merkt man davon kaum etwas. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am 27. Mai 2026 unter 100 US-Dollar, nachdem es Mitte des Monats noch bei rund 111 Dollar gehandelt worden war. Ausgelöst hat den Rutsch die Aussicht auf eine Annäherung zwischen den USA und dem Iran sowie die teilweise Entspannung an der Straße von Hormus, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports verläuft. Rund zehn Prozent weniger Rohöl in zehn Tagen – eine Bewegung, die normalerweise spürbar bei den Spritpreisen ankommt. Die bundesweite Preisübersicht von SpritFuchs zeigt allerdings, wie zäh die Entlastung an der Zapfsäule sickert (Stand 28. Mai 2026).

Konkret: Im ADAC-Wochenvergleich zum 26. Mai 2026 wurde Super E10 um 2,7 Cent günstiger und kostete 1,981 € je Liter. Diesel sank um 4,5 Cent auf 1,952 € je Liter. Der Diesel-Rückgang fällt damit etwas deutlicher aus als der bei Benzin, beide Bewegungen bleiben aber klar hinter dem prozentualen Rohölabschlag zurück. Würde der Brent-Rückgang eins zu eins durchgereicht, müsste die Entlastung an der Zapfsäule rechnerisch deutlich höher liegen, selbst nach Abzug von Energiesteuer und Mehrwertsteuer.

Der ADAC findet dazu klare Worte. Der Verkehrsclub spricht von einer viel zu trägen Weitergabe und kritisiert, dass die Mineralölkonzerne den gesunkenen Einkaufspreis nicht angemessen an die Autofahrer durchreichen. Im Hintergrund läuft seit dem 1. Mai der Tankrabatt: Die Energiesteuer für Benzin und Diesel ist befristet um 14,04 Cent je Liter gesenkt, brutto also rund 17 Cent inklusive Mehrwertsteuer. Das Bundeskartellamt hat in einer ersten Auswertung ermittelt, dass im Mai zwischen 82 und 94 Prozent dieses Steuerrabatts tatsächlich an der Tankstelle angekommen sind, je nach Sorte und Erhebungsfenster. Das ist ordentlich, aber nicht vollständig; und es ändert nichts daran, dass der zusätzliche Spielraum aus dem fallenden Rohölpreis bisher überwiegend hängen bleibt.

Die folgende Tabelle zeigt einen kompakten Drei-Städte-Schnitt aus den MTS-K-Tagesdaten, also den Preis, den ein Autofahrer Ende Mai an einer typischen Stadttankstelle vorfindet. Einen Vergleich weiterer Großstädte liefert unser Städtevergleich:

StadtDiesel-MedianE10-MedianStationen
Berlin1,889 €1,929 €267
Hamburg1,939 €1,979 €202
München1,909 €1,899 €116

MTS-K-Daten, Datenstand 27. Mai 2026, Mediane über alle Stadt-Tankstellen. München fällt mit weiterhin unter dem Diesel liegendem E10-Preis aus dem Bild, eine Eigenheit, die in Bayern schon seit Wochen zu beobachten ist.

Bemerkenswert ist auch, dass Diesel bundesweit seit dem 16. Mai wieder unter dem E10-Preis liegt. Die jüngste Beruhigung am Ölmarkt verstärkt diesen Effekt, weil Diesel als krisenempfindlicherer Kraftstoff stärker auf Rohölbewegungen reagiert; wer aktuell ein Dieselfahrzeug fährt, profitiert doppelt von der Bewegung am Weltmarkt.

Eine kurze Rechnung ordnet die Größenordnung ein. Ein Rückgang von 111 auf 98 Dollar je Barrel entspricht knapp zwölf Prozent. Bei einem Rohöleinkaufsanteil von rund 35 bis 40 Cent je Liter Diesel ergibt sich rechnerisch ein Spielraum von etwa vier bis fünf Cent allein aus dem Ölmarkt, zusätzlich zu den 17 Cent, die der Tankrabatt seit dem 1. Mai brutto entlasten soll. Real angekommen sind im Wochenvergleich 4,5 Cent beim Diesel und 2,7 Cent bei E10. Beim Diesel entspricht das in etwa dem rechnerischen Spielraum, bei E10 bleibt nach grober Schätzung eine Lücke im niedrigen einstelligen Cent-Bereich pro Liter. Bei 50 Litern Tankvolumen ist das rund ein Euro pro Tankfüllung.

Kommt der gesunkene Ölpreis noch an der Zapfsäule an?

Für Autofahrer bedeutet die Lage Ende Mai: Die Entlastung ist real, aber sie kommt schleppend. Solange der Tank noch eine Reserve hat, kann man in den kommenden Tagen mit einer leichten weiteren Senkung rechnen, vorausgesetzt, der Rohölpreis bleibt unter 100 Dollar und keine neuen geopolitischen Schocks treiben die Notierung wieder hoch. Ökonomen nennen das Muster, das sich gerade abspielt, seit Jahrzehnten „Rockets and Feathers“: Preise schießen wie eine Rakete nach oben, wenn das Rohöl teurer wird, und sinken wie eine Feder nach unten, wenn es billiger wird. Das Bundeskartellamt hat die Preismuster am deutschen Kraftstoffmarkt schon 2011 in einer Sektoruntersuchung untersucht.

Die regionalen Unterschiede sind dabei nicht zu unterschätzen. Während Berlin mit einem Diesel-Median von 1,889 € am unteren Rand liegt, zahlt man in Hamburg im Mittel rund fünf Cent mehr. München steht in einer eigenen Liga: Dort ist Super E10 trotz des bundesweiten Trends weiterhin günstiger als Diesel. Auf Fahrten durch unterschiedliche Regionen sollte man das im Hinterkopf behalten und Preise systematisch vergleichen, statt sich auf den vermeintlichen Heimatpreis zu verlassen.

Dazu kommt der zeitliche Horizont. Der Tankrabatt läuft am 30. Juni 2026 aus. Schon die Bilanz nach drei Wochen zeigt, dass die Weitergabe je nach Sorte und Erhebungsfenster zwischen 82 und 94 Prozent schwankt. Eine detaillierte Auswertung dazu hat SpritFuchs vergangene Woche veröffentlicht. Solange der Rabatt gilt, ist jeder Liter im Tank ein Liter zum Vorzugspreis; ab dem 1. Juli kehrt der reguläre Steuersatz zurück, und ohne weitere Entlastung am Ölmarkt dürften die Preise sprunghaft anziehen. Die Lücke zwischen Rohöl und Pumpe wird dann von der anderen Seite zugemacht – als plötzlicher Aufschlag, nicht als allmähliche Erleichterung.

Wie tankt man Ende Mai 2026 trotzdem günstig?

Vergleichen Sie vor jeder Tankfüllung systematisch die Preise in Ihrer Umgebung. Schon innerhalb einer Stadt trennen die günstigste und die teuerste Station regelmäßig zehn Cent und mehr, bei einer 50-Liter-Tankfüllung also rund fünf Euro. Solange der Rohölrückgang nur langsam an der Zapfsäule ankommt, ist der bewusste Stationswechsel der wirksamste Hebel, den ein einzelner Autofahrer hat.

Achten Sie außerdem auf den Tankzeitpunkt. Seit Einführung der 12-Uhr-Regel am 1. April dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr anheben – Senkungen bleiben jederzeit erlaubt. In der Praxis heißt das: Am günstigsten ist Sprit meist vormittags kurz vor 12 Uhr, am teuersten direkt nach dem Mittags-Preissprung. Details zum optimalen Tankzeitpunkt liefert unser Ratgeber zur 12-Uhr-Regel.

Warten lohnt dagegen nur dosiert. Wenn Brent unter 100 Dollar bleibt, dürften die Pumpenpreise in den nächsten ein bis zwei Wochen noch ein wenig nachgeben, verbindlich ist das aber nicht. Wer mit der Reserveleuchte unterwegs ist, sollte vergleichen und tanken. Wer noch eine halbe Tankfüllung hat, kann ein paar Tage abwarten, dann den Preistrend in der eigenen Stadt prüfen und bei einer günstigen Station nachfüllen. Spätestens Mitte Juni sollte der Tank ohnehin gefüllt sein, denn mit dem Auslaufen des Tankrabatts am 30. Juni droht ein abrupter Sprung nach oben.

Vergleichen Sie jetzt die Preise in Ihrer Region, beispielsweise bei den Tankstellen in Hamburg, wo der Median fünf Cent über Berlin liegt und der Spareffekt durch gezielten Stationswechsel besonders sichtbar wird. SpritFuchs aktualisiert die Daten jede Nacht aus dem offiziellen MTS-K-Bestand, sodass Sie die günstigste Station in Ihrer Umgebung ansteuern können, bevor Sie an die Zapfsäule fahren.

Häufig gestellte Fragen

Wie stark ist der Rohölpreis Ende Mai 2026 gefallen?

Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete in der Woche zum 27. Mai 2026 unter 100 US-Dollar – nach rund 111 Dollar Mitte Mai. Auslöser sind Anzeichen einer Annäherung zwischen den USA und dem Iran sowie die teilweise Entspannung an der Straße von Hormus. Innerhalb von etwa zehn Tagen ergibt das einen Rückgang von rund zehn Prozent.

Wie viel günstiger ist Sprit in Deutschland geworden?

Im bundesweiten ADAC-Wochenvergleich zum 26. Mai 2026 wurde Super E10 um 2,7 Cent günstiger und kostete 1,981 Euro je Liter. Diesel sank um 4,5 Cent auf 1,952 Euro je Liter. Damit fiel Diesel deutlicher als Benzin, beide Rückgänge bleiben aber klar hinter dem prozentualen Rohölabschlag zurück.

Warum kritisiert der ADAC die Mineralölkonzerne?

Der ADAC bemängelt, dass die Preise an der Zapfsäule nur einen Bruchteil des Rohölrückgangs widerspiegeln. Ein zweistelliger prozentualer Sturz des Brent-Preises müsste rechnerisch deutlich mehr als zwei bis fünf Cent Entlastung an der Tankstelle ergeben. Der Klub spricht von einer unangemessen langsamen Weitergabe und wirft den Konzernen einen ausgeweiteten Margenpuffer vor.

Wie viel vom Tankrabatt kommt laut Bundeskartellamt an?

Das Bundeskartellamt beziffert die Weitergabe der Energiesteuersenkung im Mai 2026 auf 82 bis 94 Prozent – je nach Kraftstoffsorte und Erhebungsfenster. Die Behörde betont, dass sie keine Preisaufsicht ist und auf Wettbewerbsrecht statt Preisdiktat setzt. Eine vollständige Bewertung folgt nach Auswertung von Rohöl- und Großhandelspreisen.

Warum sinken Spritpreise langsamer, als sie steigen?

Ökonomen nennen das Muster „Rockets and Feathers“: Preise reagieren auf Rohölsprünge nach oben rasch wie eine Rakete, nach unten dagegen langsam wie eine Feder. Als Erklärung gilt, dass Anbieter Spielraum haben, solange der Wettbewerb regional schwach ist und Verbraucher die Preisbewegung nicht sofort übertragen sehen. Das Bundeskartellamt hat die Preismuster am deutschen Kraftstoffmarkt bereits in seiner Sektoruntersuchung Kraftstoffe 2011 untersucht.

Sollte man Ende Mai 2026 mit dem Tanken warten?

Ein gewisser Nachholeffekt ist plausibel, falls Brent unter 100 Dollar bleibt – verbindlich ist das aber nicht. Solange der Tankrabatt noch gilt, lohnt sich Warten höchstens für ein paar Tage und nur bei ausreichender Restmenge im Tank. Wer auf die Reserveleuchte zusteuert, sollte vergleichen und tanken, statt zu spekulieren.

Wann läuft der Tankrabatt aus?

Die befristete Energiesteuersenkung von 14,04 Cent je Liter (brutto rund 17 Cent) endet am 30. Juni 2026. Ab dem 1. Juli gilt wieder der reguläre Steuersatz – wenn sich an der Rohölentwicklung nichts dreht, dürften die Preise dann sprunghaft anziehen. Bis dahin bleibt Zeit, Preisspitzen gezielt zu meiden.

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Diesel ist seit Samstag, dem 16. Mai 2026, zum ersten Mal seit Anfang März wieder billiger als die günstigste gängige Benzinsorte Super E10. Am 19. Mai kostete Diesel im bundesweiten Mittel 1,997 Euro je Liter, E10 dagegen 2,008 Euro – und ist damit über die Zwei-Euro-Marke zurückgekehrt. Beide Sorten sind binnen einer Woche teurer geworden; Treiber ist der von rund 105 auf etwa 111 US-Dollar gestiegene Rohölpreis. Regional bleibt das Bild gespalten: In zwölf von sechzehn Bundesländern ist Diesel günstiger, in Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg und Bremen liegt E10 weiter darunter.

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Tankrabatt-Bilanz nach drei Wochen: Diesel fällt stärker

Drei Wochen nach Start des Tankrabatts liegt Diesel im Bundesschnitt bei 1,937 Euro – 25,8 Cent unter dem Niveau vom 30. April. E10 fiel im selben Zeitraum nur um 13,5 Cent auf 1,971 Euro und blieb damit sogar unter der theoretischen Steuerentlastung von 16,7 Cent. Größter Profiteur sind Diesel-Fahrer in Hamburg (-30,1 Cent), das Schlusslicht bilden Bayern (-20,2 Cent) und Baden-Württemberg (-21,4 Cent) – beide Bundesländer waren vorher schon vergleichsweise günstig und hatten weniger Spielraum nach unten. STAR, Shell und TotalEnergies haben die größten Diesel-Senkungen weitergegeben, ESSO fällt mit nur 8,3 Cent Diesel-Rückgang und einer leichten E10-Erhöhung aus dem Rahmen.

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Anfang Mai 2026 treffen drei abwärts wirkende Kräfte zusammen: 16,7 Cent brutto Tankrabatt seit dem 1. Mai, ein auf unter 100 Dollar gefallener Brent-Preis und eine OPEC+-Quotenanhebung um 206.000 Barrel pro Tag. Beim Endkunden kommen davon laut ADAC bislang 7,8 Cent bei Super E10 und 10,5 Cent bei Diesel an. Den Rest behalten die Mineralölkonzerne in der Marge – eine Lücke von rund 9 Cent bei E10 und 6 Cent bei Diesel pro Liter. Stand 7. Mai 2026.

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Zwei Wochen nach dem Tankrabatt-Start vom 1. Mai liegt Diesel im bundesweiten Mittel bei rund 1,983 Euro pro Liter, Super E10 bei etwa 1,973 Euro – beide erstmals seit Monaten wieder unter der Zwei-Euro-Marke. Doch die Preise fallen nicht weiter, sondern steigen tageweise sogar leicht. Der ADAC sieht darin ein Problem: Der Brent-Ölpreis ist seit den Höchstständen Ende April deutlich gesunken, und das Argument vom teuer eingekauften Kraftstoff in den Tanks gilt nach zwei Wochen nicht mehr. Damit bleibt nach Einschätzung des Automobilclubs spürbarer Spielraum nach unten – die Mineralölwirtschaft behält offenbar einen Teil der 16,7 Cent Steuerentlastung ein.