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Spritpreise diese Woche: Diesel springt auf 2,321 €

Spritpreise diese Woche: Diesel springt auf 2,321 €, Super E10 auf 2,259 €. Brent klettert wegen der Nahost-Eskalation über 100 US-Dollar.

Inhaltsverzeichnis

Warum sind die Spritpreise diese Woche so stark gestiegen?

Die Spritpreise diese Woche sind vor allem wegen des Rohölpreises gesprungen: Diesel kostet im bundesweiten Mittel 2,321 € je Liter, fast 9 Cent mehr als vor sieben Tagen. Das geht aus der ADAC-Erhebung vom 9. September 2026 hervor. Konkret verteuerte sich Diesel um 8,9 Cent, ausgehend von 2,232 € in der Vorwoche, und Super E10 um 7,6 Cent auf 2,259 €. Damit verteuerten sich beide Sorten binnen einer Woche um mehr als sieben Cent.

Die eigenen MTS-K-Tagesdaten zeigen dasselbe Bild, und sie datieren den Sprung genauer. Zwischen dem 1. und dem 6. September zog der bundesweite Diesel-Tagesschnitt von 2,247 € auf 2,327 € an, ein Plus von 8,0 Cent in nur fünf Tagen. Der größte Teil davon fiel auf den 1. und 2. September, als der Ölmarkt zu drehen begann. Danach verharrte der Preis auf hohem Niveau. Stand 10. September 2026 gibt es an der Zapfsäule keine Entspannung, im Gegenteil.

Der Anstieg beschränkt sich nicht auf Diesel. Über dasselbe Fenster kletterte Super E5 im bundesweiten Tagesschnitt von 2,205 € (28. August) auf 2,329 € (6. September) und Super E10 von 2,148 € auf 2,271 €, jeweils gut zwölf Cent. Getragen wird die Auswertung von rund 14.200 Tankstellen, die am 6. September Preise meldeten, also dem weit überwiegenden Teil des deutschen Netzes. Wie sich die Lage in der Fläche entwickelt, lässt sich in der bundesweiten Preisübersicht tagesaktuell verfolgen.

Was treibt Brent über die 100-Dollar-Marke?

Hinter dem Preissprung steht ein Ölmarkt in Aufruhr. Ein Barrel der Nordseesorte Brent überschritt am 9. September die Marke von 100 US-Dollar, zum ersten Mal seit dem 23. Juli. Auslöser ist die militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran rund um die Straße von Hormus, jene Meerenge, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports läuft. Nach iranischen Raketenangriffen auf ein US-Kriegsschiff meldete das US-Zentralkommando die Zerstörung von fünf iranischen Tankern am 8. September. Dazu kommt, dass die OPEC+ ihre Fördermenge für Oktober nicht ausweitet, dem Markt also kein zusätzliches Angebotspolster zuführt. Der Sprung kam entsprechend schnell: Seit Mitte der Vorwoche legte Brent um fast 20 Prozent zu, seit die Kämpfe rund um die wichtigste Öldrehscheibe der Welt wieder aufflammten.

Der Konflikt ist nicht neu. Schon in der Preisrunde der Vorwoche trieb die Spannung zwischen Washington und Teheran Brent auf rund 95 US-Dollar, nachdem die Waffenruhe Mitte August ausgelaufen war. Von dort bis knapp über 100 US-Dollar sind es weitere fünf Dollar, die nun an den Tankstellen ankommen. Der ADAC nennt Ölpreis und Wechselkurs als Gründe, betont aber, dass sie das aktuelle Preisniveau nur teilweise erklären. Übersetzt heißt das: Ein Teil des Aufschlags entsteht in den Raffinerie- und Großhandelsstufen, nicht am Rohölmarkt allein. Das deckt sich mit einem Muster, das an der Säule seit Monaten zu beobachten ist, die rasche Weitergabe steigender Kosten bei zäher Rückgabe fallender.

Zum Ölpreis kommt der Wechselkurs. Rohöl wird in Dollar gehandelt, und ein schwächerer Euro verteuert jede Lieferung zusätzlich. Beides zusammen erklärt laut ADAC das Preisniveau aber nur zum Teil. Daraus liest der Automobilclub, dass an den Raffinerie- und Großhandelsstufen Spielraum nach unten bleibt, sobald der geopolitische Druck nachlässt.

Diesel oder Benzin, welche Sorte trifft es härter?

Beide Sorten legten kräftig zu, doch das gewohnte Preisgefälle zwischen ihnen hat sich verschoben. Im eigenen Tagesschnitt vom 6. September kostet Diesel 2,327 € und Super E5 2,329 €, die beiden Sorten liegen also praktisch gleichauf. Super E10 folgt mit 2,271 € rund sechs Cent darunter. Diesel ist damit keineswegs mehr die günstige Sorte für Vielfahrer, es ist die teuerste neben Super E5.

Dass Diesel teurer sein kann als Benzin, ist inzwischen der Normalfall und kein Ausrutscher, wie schon der wachsende Abstand im August zeigte. Der steuerliche Vorteil von gut 18 Cent, den Diesel gegenüber Benzin an der Energiesteuer genießt, wird an der Zapfsäule seit dem Sommer 2026 vom höheren Produktpreis aufgezehrt. Wer einen Diesel fährt, spürt den aktuellen Ölschub deshalb mit voller Wucht und ohne das Polster, das die Sorte über Jahre bot.

Ein direkter Cent-Vergleich zwischen Super E5 und Super E10 führt dabei in die Irre, weil E10 einen höheren Ethanolanteil und einen etwas geringeren Energiegehalt hat. Aussagekräftig ist der Blick auf dieselbe Sorte über die Zeit, und da zeigt seit Monatsbeginn jede der drei Sorten steil nach oben.

Was kostet Tanken gerade in Berlin, München und Hamburg?

Ein Blick in die drei größten Städte zeigt, dass der Standort beim Benzin mehr Unterschied macht als beim Diesel. Die folgende Momentaufnahme fasst den Median aller meldenden Stationen je Stadt zusammen, Stand 6. September 2026.

StadtDiesel-MedianSuper-E5-MedianStationen (Diesel)
Berlin2,289 €2,329 €267
Hamburg2,289 €2,319 €205
München2,289 €2,209 €83

Dass der Diesel-Median in allen drei Städten auf denselben Wert von 2,289 € fällt, ist ein Artefakt gehäufter Preispunkte und nicht das Zeichen dreier identischer Märkte, denn 2,289 € ist ein besonders oft ausgeschilderter Preis. Beim Benzin dagegen trennen sich die Wege: München liegt mit einem Super-E5-Median von 2,209 € rund 12 Cent unter Berlin und gut 11 Cent unter Hamburg. Die kleinere Zahl von 83 gemeldeten Stationen im Münchner Stadtgebiet ändert daran wenig, der Abstand ist zu groß, um Zufall zu sein.

Alle drei Städte liegen mit ihrem Diesel-Median knapp vier Cent unter dem bundesweiten Tagesschnitt von 2,327 €. Das ist kein Metropolen-Rabatt, sondern der Effekt der Tageszeit: Die Momentaufnahme entstand am Vormittag, bevor die Preise ihren Mittagssprung machen.

Innerhalb einer Stadt ist die Spanne oft größer als zwischen den Städten. In Berlin reichen die aktuellen Diesel-Preise von 2,249 € an der günstigsten bis 2,749 € an der teuersten Station, ein Abstand von 50 Cent auf denselben Liter. Der Weg zur richtigen Tankstelle im eigenen Viertel spart deshalb schnell mehr als jeder Bundesland-Vergleich, und wie sich die Städte insgesamt sortieren, zeigt fortlaufend das Städte-Ranking der Spritpreise.

Wann sollte man diese Woche tanken?

Der Hebel liegt bei der Tageszeit, nicht beim Wochentag. Seit der 12-Uhr-Regel vom 1. April 2026 dürfen Tankstellen die Preise werktags erst um 12 Uhr anheben, weshalb der Vormittag zwischen 8 und 11 Uhr im Schnitt 3 bis 5 Cent günstiger ist als der Nachmittag. In einer Woche, in der jeder Cent mehr direkt aus dem Ölmarkt kommt, ist das der einzige Rabatt, den man selbst steuern kann. Die Hintergründe und die gemessene Tageskurve stehen im Ratgeber Wann tanken am günstigsten ist.

Wie viel das ausmacht, zeigt eine einfache Rechnung. Eine Tankfüllung von 60 Litern Diesel kostet beim ADAC-Schnitt von 2,321 € rund 139 €. Vor einer Woche, bei 2,232 €, waren es knapp 134 €, also gut fünf Euro weniger für dieselbe Menge. Wer den Anstieg nicht aufhalten kann, sollte ihn wenigstens am Vormittag und an der günstigsten Station im Ort abfangen. Solange Brent über der 100-Dollar-Marke bleibt, ist mit Entlastung an der Säule nicht zu rechnen.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel kostet Diesel diese Woche?

Diesel kostet im bundesweiten Mittel 2,321 € je Liter, fast 9 Cent mehr als in der Vorwoche (ADAC-Erhebung vom 9. September 2026). Super E10 liegt bei 2,259 €.

Warum steigen die Spritpreise im September 2026 so stark?

Der Rohölpreis ist der Haupttreiber: Brent überschritt am 9. September die 100-Dollar-Marke, so hoch wie seit dem 23. Juli nicht. Hintergrund ist die militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran rund um die Straße von Hormus. Der ADAC nennt Ölpreis und Wechselkurs, sieht das Preisniveau damit aber nur teilweise erklärt.

Ist Diesel jetzt teurer als Benzin?

Diesel und Super E5 liegen praktisch gleichauf, im eigenen Tagesschnitt vom 6. September bei 2,327 € und 2,329 €. Gegenüber Super E10 (2,271 €) bleibt Diesel rund sechs Cent teurer. Das Dieselprivileg an der Zapfsäule ist damit weiter verschwunden.

Wo tankt man in Berlin, München und Hamburg am günstigsten?

In der Momentaufnahme vom 6. September liegt der Diesel-Median in allen drei Städten bei 2,289 €. Beim Benzin ist München mit einem Super-E5-Median von 2,209 € deutlich günstiger als Berlin (2,329 €) und Hamburg (2,319 €).

Wann ist Sprit diese Woche am günstigsten?

Meist am Vormittag zwischen 8 und 11 Uhr. Seit der 12-Uhr-Regel vom 1. April 2026 dürfen die Preise werktags erst um 12 Uhr steigen, davor ist Sprit im Schnitt 3 bis 5 Cent günstiger.

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