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Tankrabatt-Weitergabe: Diesel müsste auf 2,242 € fallen

Tankrabatt-Weitergabe prüfen: Bei vollen 16,7 Cent müsste Diesel ab 1. Oktober im Schnitt auf 2,242 € fallen. Zielwerte für Bund und Länder.

Inhaltsverzeichnis

Tankrabatt-Weitergabe: Wie tief müssten die Preise jetzt fallen?

Kommt der Tankrabatt vollständig an, müsste Diesel im Bundesschnitt auf 2,242 € je Liter fallen und Super E10 auf 2,090 €. Seit dem 1. Oktober 2026 ist die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14,04 Cent je Liter gesenkt, mit Mehrwertsteuer sind das 16,7 Cent. Ausgangspunkt der Rechnung ist der 29. September, der jüngste Tag in den amtlichen Daten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K): Diesel kostete im Tagesmittel 2,409 €, Super E10 2,257 € und Super E5 2,314 €. Für Super E5 läge der Zielwert bei 2,147 €.

Der Bundesrat hat das Gesetz am 25. September 2026 gebilligt, die Senkung gilt bis zum 31. Dezember. Eine Pflicht, sie an der Zapfsäule weiterzugeben, gibt es nicht. „Ob und in welchem Umfang dieser Steuervorteil an der Zapfsäule ankommt, entscheiden jedoch die Mineralölunternehmen und Tankstellenbetreiber mit ihrer Preisgestaltung“, schreibt der Bundesrat. Bei den aktuellen Spritpreisen erscheinen die Bundesschnitte der ersten Oktobertage, sobald sie nächtlich eingelesen sind. Stand dieses Beitrags: 1. Oktober 2026.

Wie weit liegen die Zielwerte der Bundesländer auseinander?

Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Bundesland liegen die Zielwerte beim Diesel 5,4 Cent auseinander, bei Super E10 7,0 Cent. Gerechnet ist jeweils der Landesschnitt vom 29. September minus 16,7 Cent; die Tabelle zeigt den Bund und die vier Länder an den Enden der Rangfolge.

GebietDiesel am 29.9.Diesel ZielSuper E10 am 29.9.Super E10 Ziel
Deutschland2,409 €2,242 €2,257 €2,090 €
Sachsen-Anhalt2,384 €2,217 €2,244 €2,077 €
Bayern2,395 €2,228 €2,220 €2,053 €
Hessen2,435 €2,268 €2,290 €2,123 €
Brandenburg2,438 €2,271 €2,286 €2,119 €

Am günstigsten startete Diesel in Sachsen-Anhalt, am teuersten in Brandenburg. Super E10 war in Bayern am günstigsten und in Hessen am teuersten. Die Zielwerte sind eine Messlatte, keine Prognose: Sie unterstellen, dass sich außer der Steuer nichts ändert. Liegt der Tagesschnitt eines Landes nach einigen Tagen deutlich darüber, ist entweder nicht alles angekommen oder der Einkaufspreis gestiegen. Beides lässt sich aus den Tagesmitteln allein nicht trennen.

Was ist vor dem Start schon passiert?

Schon vor dem Start sind die Preise um knapp 7 Cent gesunken. Vom 16. September, dem bislang teuersten Diesel-Tag seit Beginn der SpritFuchs-Daten am 1. Januar 2026, bis zum 29. September 2026 fiel Diesel im Bundesschnitt um 6,8 Cent von 2,477 € auf 2,409 €, Super E10 um 6,6 Cent und Super E5 um 6,7 Cent. Dazwischen ging es nicht gleichmäßig abwärts: Am 25. September kostete Diesel mit 2,441 € wieder mehr als am 22. September.

Tag (2026)Super E5Super E10Diesel
Mi, 16. September2,381 €2,323 €2,477 €
Di, 22. September2,325 €2,267 €2,425 €
Fr, 25. September2,345 €2,287 €2,441 €
So, 27. September2,345 €2,287 €2,437 €
Mo, 28. September2,335 €2,278 €2,428 €
Di, 29. September2,314 €2,257 €2,409 €

Vom Ölpreis kommt zum Start eher Gegenwind. Nach Angaben des ADAC kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent am 29. September zum Handelsschluss rund 103 US-Dollar, in der Woche davor knapp unter 100. Den Verlauf seit Januar zeigt die Preisentwicklung.

Kam der Tankrabatt im Mai sofort an?

Am ersten Tag fielen die Preise deutlich, danach stiegen sie zunächst wieder. Am 1. Mai 2026 lag Diesel im Bundesschnitt 13,7 Cent unter dem Vortag, Super E10 13,6 Cent. Schon bis zum 3. Mai stiegen beide Sorten wieder um gut 5 Cent: Diesel von 2,058 € auf 2,111 €, Super E10 von 1,970 € auf 2,022 €.

Auffällig war auch der Tag davor. Am 30. April, dem letzten Tag ohne Rabatt, kostete Diesel 2,4 Cent mehr als am 29. April. Der Rückgang am 1. Mai setzte also auf einem erhöhten Niveau auf. Diesel lag erst gegen Ende der ersten Woche klar unter dem Wert des ersten Tages: Am 7. Mai war er 17,4 Cent billiger als am 30. April. Super E10 lag am 7. Mai 12,3 Cent unter dem 30. April und damit noch über dem Wert vom 1. Mai. Wie viel davon der Steuer und wie viel dem Ölmarkt zuzurechnen ist, zeigen diese Zahlen nicht.

Das ifo-Institut, die Monopolkommission und das Bundeskartellamt kamen für Mai und Juni zu dem Ergebnis, dass der Rabatt weitgehend, aber nicht vollständig weitergegeben wurde. Der Branchenverband en2x bestreitet das.

Was versprechen Branche und ADAC für Oktober?

Die Mineralölwirtschaft kündigt die volle Weitergabe ab Mitternacht an, der ADAC verlangt sie für die ersten Oktobertage. Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Verbands en2x, sagte laut dpa, die Senkung werde ab 1. Oktober um Mitternacht „ohne Einschränkungen und Aufschläge“ weitergegeben, wie schon im Mai und Juni. Er verweist auf den Wettbewerb von rund 14.000 Tankstellen.

Ganz ohne Verzögerung geht es technisch nicht. Die Energiesteuer entsteht, wenn der Kraftstoff Raffinerie oder Tanklager verlässt; Ware, die schon in den Tanks der Stationen liegt, ist noch voll versteuert. Laut dpa sanken die Preise im Mai trotzdem über Nacht deutlich. Was der Rabatt gemessen am September-Anstieg bedeutet, steht im Beitrag zum Tankrabatt ab Oktober.

Wann sollte man jetzt tanken?

Nicht in der ersten Stunde volltanken, sondern ein paar Tage vergleichen und kurz vor 12 Uhr tanken. Nach der 12-Uhr-Regel dürfen Tankstellen seit dem 1. April 2026 ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen, danach sinken sie wieder. Die gemessene Kurve für jede Stunde zeigt der Ratgeber Wann tanken?.

Auch laut ADAC ist Tanken kurz vor dem Mittag am günstigsten. Die Regel selbst will der Automobilclub trotzdem loswerden: Sie habe ihr Ziel aus Verbrauchersicht nicht erreicht, „deshalb sollte sie abgeschafft werden“, zitiert der ADAC in seiner Mitteilung vom 30. September seinen Verkehrspräsidenten Peter König. Bei 45 Litern macht der volle Rabatt 7,52 € pro Füllung aus. Ob eine einzelne Station ihn weitergibt, zeigt der Bundesschnitt nicht; dafür hilft nur der Preisvergleich in der Umgebung.

Wie wurden die Zielwerte berechnet?

Der Zielwert ist der Tageswert vom 29. September minus 16,7 Cent (14,04 Cent Energiesteuer plus 19 % Mehrwertsteuer). Die Tageswerte sind zeitgewichtete Mittel aller meldenden Tankstellen, nächtlich berechnet aus den amtlichen MTS-K-Preismeldungen (Datendump von Tankerkönig, 14.672 Stationen am 29. September 2026). Der 30. September wird erst im Lauf des 1. Oktober eingelesen und fehlt deshalb noch. Die ADAC-Angaben stammen aus der ADAC-Erhebung und werden nicht mit den eigenen Tagesmitteln verrechnet.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel billiger wird Tanken durch den Tankrabatt?

Rechnerisch um 16,7 Cent je Liter: Die Energiesteuer sinkt vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2026 um 14,04 Cent, dazu kommt die darauf entfallende Mehrwertsteuer. Bei 45 Litern sind das 7,52 €, sofern die Senkung vollständig ankommt.

Müssen Tankstellen den Tankrabatt weitergeben?

Nein. Eine gesetzliche Pflicht zur vollständigen Weitergabe gibt es nach Angaben des Bundesrats nicht. Der Branchenverband en2x hat die volle Weitergabe ab Mitternacht angekündigt, der ADAC fordert sie für die ersten Oktobertage.

Wie viel kostet Diesel mit Tankrabatt?

Gemessen am Bundesschnitt vom 29. September 2026 (2,409 €) wären es bei voller Weitergabe 2,242 €. Das gilt nur, wenn sich sonst nichts ändert; der Ölpreis ist zuletzt wieder gestiegen.

Wann gilt der Tankrabatt 2026?

Vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2026. Der Bundesrat hat das Gesetz am 25. September 2026 gebilligt. Es ist der zweite Tankrabatt des Jahres nach Mai und Juni.

Sollte man am 1. Oktober volltanken?

Nicht unbedingt. Beim Start im Mai war der erste Tag zwar deutlich billiger, bis zum 3. Mai stiegen Diesel und Super E10 aber wieder um gut 5 Cent. Diesel lag erst am 7. Mai klar unter dem Wert des ersten Tages. Sinnvoller ist es, einige Tage zu vergleichen und kurz vor 12 Uhr zu tanken.

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Analyse

Tankrabatt ab Oktober: Reichen 17 Cent?

Vom 1. Oktober bis Ende 2026 soll die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14 Cent sinken, mit Mehrwertsteuer sind das 17 Cent je Liter; Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen. Diesel hat sich im Bundesschnitt allein vom 1. bis 19. September 2026 um 19,9 Cent auf 2,446 € verteuert, also um mehr als die Entlastung, bei Super E10 waren es 8,5 Cent. Vom Literpreis gingen am 19. September bei Super E10 50,4 % an den Staat, bei Diesel 41,1 %.

News

Ölpreis sinkt: Diesel erst 5,2 Cent billiger

Der Ölpreis ist gefallen: Brent schloss am 22. September 2026 unter 100 US-Dollar, mehr als zehn Dollar unter dem Wert der Vorwoche (ADAC). An der Zapfsäule kam davon bis zum 22. September nur ein Teil an: Diesel ist seit seinem Rekord vom 16. September erst 5,2 Cent billiger geworden, Super E10 5,6 Cent. Beim Diesel ist damit knapp ein Fünftel des September-Anstiegs wieder weg.

News

Tankrabatt-Start am 1. Mai: Was kommt an der Zapfsäule an?

Am 1. Mai 2026 tritt der zweite deutsche Tankrabatt in Kraft – 17 Cent brutto weniger pro Liter Benzin und Diesel, befristet bis 30. Juni. Die Erfahrung von 2022 zeigt: Nur 87 Prozent der Diesel- und 71 Prozent der E10-Entlastung kamen damals beim Endkunden an, mit fallender Tendenz Richtung Laufzeitende. Wer den vollen Effekt mitnehmen will, tankt frühestens am 2. oder 3. Mai – und vergleicht vorher die Preise.

News

Bundeskartellamt: Bis zu 3,7 Cent vom Tankrabatt einbehalten

Am 10. Juli 2026 hat das Bundeskartellamt seine Quartalsbilanz zum Tankrabatt vorgelegt: Vom 16,7 Cent brutto großen Steuernachlass kamen bei Diesel 13,8 Cent (82,6 %) und bei Super E5 nur 13,0 Cent (77,8 %) am Zapfhahn an. Die restlichen 2,9 bis 3,7 Cent blieben laut MTS-K überwiegend als zusätzliche Tankstellenmarge hängen. Nach Auslaufen des Rabatts sprangen die Preise am 1. Juli um rund 10 Cent nach oben, und in der aktuellen Woche liegt Diesel bundesweit bei 1,953 €, E10 bei 2,024 €.