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Von SpritFuchs Redaktion

Günstigste Tankstädte August 2026: 23,8 Cent Spanne

Günstigste Tankstädte im August 2026: Kaufbeuren tankt Diesel für 2,170 €, Eschweiler für 2,408 € — 23,8 Cent Spanne zwischen den Städten.

Inhaltsverzeichnis

Wo tankt man im August 2026 am günstigsten? Kaufbeuren mit 2,170 €

Die günstigste Tankstadt Deutschlands heißt im August 2026 Kaufbeuren: Im bayerischen Allgäu kostete der Liter Diesel im Wochenmittel vom 15. bis 21. August 2026 nur 2,170 €. Am anderen Ende steht das nordrhein-westfälische Eschweiler mit 2,408 € pro Liter. Zwischen der günstigsten und der teuersten deutschen Tankstadt liegen damit 23,8 Cent pro Liter Diesel.

Bei einer 60-Liter-Tankfüllung sind das 14,28 € Unterschied für exakt denselben Kraftstoff. Kaufbeuren unterbietet den bundesweiten Diesel-Schnitt der gleichen Woche von 2,267 € um 9,7 Cent, Eschweiler liegt 14,1 Cent darüber. Ausgewertet wurden alle Städte mit mindestens zehn dauerhaft meldenden Tankstellen; die tagesaktuellen Werte für jeden Ort stehen in der nationalen Preisübersicht.

Kaufbeuren verteidigt damit die Spitze aus dem SpritFuchs-Städte-Ranking vom Juli. Dass ausgerechnet eine Mittelstadt im Allgäu vor den Millionenstädten liegt, ist kein Zufall, sondern folgt einem Muster, das sich durch das gesamte Ranking zieht: Nicht die Größe einer Stadt drückt den Preis, sondern die Wettbewerbsdichte an ihren Zapfsäulen.

Warum liegen sieben der zehn günstigsten Tankstädte in Bayern?

Sieben der zehn günstigsten Tankstädte liegen in Bayern. Neben Kaufbeuren (2,170 €) reihen sich Bayreuth (2,184 €), Rosenheim (2,196 €), Regensburg (2,200 €), Kempten (2,204 €), Ingolstadt (2,204 €) und Fürth (2,207 €) unter die ersten zehn. Die drei bayerischen Lücken füllen das niedersächsische Friesoythe (2,187 €) und Stade (2,189 €) sowie Kaiserslautern (2,205 €) aus Rheinland-Pfalz.

Die bayerische Dominanz reicht tiefer als die Top-Ten-Plätze. Erweitert man den Blick auf die zwanzig günstigsten Tankstädte, stellt Bayern allein zwölf davon; Niedersachsen folgt mit fünf. Es sind dabei gerade nicht die größten Städte, die vorn liegen, sondern Mittel- und Kreisstädte wie Kaufbeuren, Kempten oder Bayreuth, in denen freie Ketten und Konzernstationen auf engem Raum konkurrieren.

Der Bundesland-Effekt bestätigt das Bild: Mit einem Landesschnitt von 2,231 € Diesel ist Bayern im August das günstigste Flächenland der Woche. Die Nähe zur österreichischen Grenze, wo Kraftstoff strukturell niedriger besteuert ist, erzeugt einen Preissog, der bis in die Städte im Landesinneren zurückwirkt. Das Bundeskartellamt führt regionale Preisunterschiede in seinen Sektorberichten wiederholt auf „unterschiedliche wettbewerbliche Verhältnisse“ zurück: Wo viele freie Tankstellen und mittelständische Betreiber um dieselbe Kundschaft konkurrieren, sinkt das Niveau messbar.

Kaiserslautern ist der interessante Einzelfall in dieser Spitzengruppe. Der Diesel-Landesschnitt von Rheinland-Pfalz liegt im August mit 2,274 € über dem Bundesschnitt, doch die Stadt selbst hält mit 2,205 € klar dagegen. Die kurze Distanz nach Luxemburg mit seinen niedrigen Kraftstoffsteuern und eine überdurchschnittliche Dichte freier Anbieter halten Kaiserslautern günstig, obwohl das Land ringsum teurer geworden ist. Ein Städteschnitt ist eben kein Landesschnitt: Der Ort, an dem man tatsächlich tankt, kann Cent für Cent von der Landesstatistik abweichen.

Wo ist Tanken am teuersten? Nordrhein-Westfalen stellt sieben der zehn teuersten Städte

Sieben der zehn teuersten Tankstädte liegen in Nordrhein-Westfalen. Eschweiler (2,408 €) führt dieses Feld an, gefolgt von Remscheid (2,404 €), Siegburg (2,391 €), Frechen (2,383 €), Overath (2,377 €), Grevenbroich (2,374 €) und Dormagen (2,373 €). Melle in Niedersachsen (2,378 €), Neumünster in Schleswig-Holstein (2,374 €) und Gotha in Thüringen (2,365 €) vervollständigen das teure Ende.

Das teuerste Flächenland Nordrhein-Westfalen kommt im August auf einen Diesel-Landesschnitt von 2,297 €. Auffällig ist die geografische Ballung im Rheinland: Eschweiler, Frechen, Overath, Grevenbroich, Dormagen und Siegburg liegen alle im Dreieck zwischen Köln, Düsseldorf und Aachen. Die Sektoruntersuchung Kraftstoffe des Bundeskartellamts hatte schon 2011 eine Häufung oligopolistischer Marktstrukturen im westlichen Nordrhein-Westfalen dokumentiert; das Institut der deutschen Wirtschaft bestätigte den Befund 2022 in einer Kurzstudie zu Tankstellen-Oligopolen. Wenige Konzernstationen und wenig freie Konkurrenz bedeuten weniger Preisdruck nach unten. Auch in der Breite ist das Muster stabil: Unter den zwanzig teuersten Tankstädten des Augusts stellt Nordrhein-Westfalen dreizehn.

Ein zweiter Faktor am teuren Ende ist die Autobahn-Kopplung. Orte, deren Kraftstoffangebot stark von Autobahnstationen geprägt ist, tragen deren Aufschlag in den Ortsschnitt. Der Preisunterschied zwischen einer Autobahn- und einer innerstädtischen Station erreicht in den SpritFuchs-Auswertungen regelmäßig 20 bis 30 Cent pro Liter; Eschweiler, Frechen und Siegburg liegen alle an oder nahe stark befahrenen Achsen des Rheinlands. Wo eine Stadt kaum innerstädtische Alternativen zur Autobahnzapfsäule bietet, schlägt dieser Aufschlag voll auf den Durchschnitt durch.

In Eschweiler zeigt sich zugleich, dass ein hoher Städteschnitt nicht jede einzelne Station teuer macht. Die günstigste Zapfsäule der Stadt verlangt aktuell 2,249 €, die teuerste 2,759 €. Dieser eine Ausreißer nach oben zieht den Ortsdurchschnitt spürbar mit; der Abstand zwischen billigster und teuerster Station am selben Ort ist hier mit 51,0 Cent sogar größer als die 23,8 Cent zwischen der günstigsten und der teuersten Stadt. An der richtigen Säule zahlt man in Eschweiler also weniger, als der Ortsschnitt vermuten lässt.

Das komplette Tankstädte-Ranking für August 2026

Die folgende Tabelle listet die zehn günstigsten und die zehn teuersten Tankstädte im 7-Tage-Durchschnitt vom 15. bis 21. August 2026, sortiert nach Diesel. E5 und E10 sind zur Einordnung ausgewiesen; sie folgen der Diesel-Rangfolge nicht exakt, weil der Ethanolanteil die Sorten unterschiedlich verteuert. Im oberen Block bezeichnet Rang 1 die günstigste, im unteren Block die teuerste Stadt.

RangStadtBundeslandDiesel (€/L)E5 (€/L)E10 (€/L)Stationen
1KaufbeurenBayern2,1702,1152,05611
2BayreuthBayern2,1842,1642,11321
3FriesoytheNiedersachsen2,1872,1832,13511
4StadeNiedersachsen2,1892,1642,10612
5RosenheimBayern2,1962,1602,10010
6RegensburgBayern2,2002,1502,09131
7KemptenBayern2,2042,1332,07413
7IngolstadtBayern2,2042,1432,08325
9KaiserslauternRheinland-Pfalz2,2052,1702,11222
10FürthBayern2,2072,2002,14015
BundesdurchschnittDeutschland2,2672,2312,173~15.000
10GothaThüringen2,3652,3462,28711
9DormagenNordrhein-Westfalen2,3732,3562,30411
8NeumünsterSchleswig-Holstein2,3742,3412,28318
7GrevenbroichNordrhein-Westfalen2,3742,3742,33312
6OverathNordrhein-Westfalen2,3772,3332,27310
5MelleNiedersachsen2,3782,3612,30312
4FrechenNordrhein-Westfalen2,3832,3742,31511
3SiegburgNordrhein-Westfalen2,3912,3672,32210
2RemscheidNordrhein-Westfalen2,4042,3082,24820
1EschweilerNordrhein-Westfalen2,4082,3672,30711
Grevenbroich und Neumünster teilen sich mit je 2,374 € Diesel den siebten Platz von unten, Kempten und Ingolstadt mit je 2,204 € den siebten von oben. Die Diesel-Rangfolge deckt sich nicht immer mit E5 und E10: Remscheid etwa liegt beim Diesel auf dem zweiten Platz der Teuersten, beim E10 mit 2,248 € jedoch günstiger als ein Dutzend Städte über ihm.

Warum die Preisspanne zwischen Städten größer ist als zwischen Bundesländern

Der Standort innerhalb eines Landes entscheidet stärker über den Preis als das Bundesland selbst. Zwischen dem günstigsten Bundesland (Bayern, 2,231 €) und dem teuersten (Nordrhein-Westfalen, 2,297 €) liegen im August nur 6,6 Cent pro Liter Diesel. Zwischen der günstigsten und der teuersten Stadt sind es mit 23,8 Cent mehr als dreimal so viel.

Diese Diskrepanz hat einen klaren Grund: Ein Landesschnitt mittelt Ballungsräume, Autobahnkreuze und günstige Kreisstädte zu einer einzigen Zahl. Auf Stadtebene wird sichtbar, was diese Mittelung verdeckt. In Bayern ziehen Grenznähe und freie Konkurrenz die Preise nach unten, in Teilen von Nordrhein-Westfalen fehlt genau dieser Wettbewerb. Das gleiche Bundesland kann beides enthalten: Niedersachsen stellt mit Friesoythe und Stade zwei der zehn günstigsten Städte, mit Melle zugleich eine der zehn teuersten.

Noch enger wird es innerhalb einer einzigen Stadt. In Kaufbeuren trennen günstigste und teuerste Station aktuell 9,0 Cent, in Regensburg 12,0 Cent. Für die meisten Autofahrer ist der wirksamste Hebel deshalb nicht die Wahl der Stadt, sondern die Wahl der Säule am eigenen Ort und der Zeitpunkt des Tankens. Der ADAC dokumentiert regelmäßig, dass sich das Preisniveau zwischen Regionen um mehrere Cent unterscheidet; innerhalb einer Stadt ist die Spanne oft noch breiter.

Wie viel spart die richtige Standortwahl beim Tanken wirklich?

Über ein ganzes Autojahr summieren sich die 23,8 Cent zu einem spürbaren Betrag. Ein Kleinwagen mit 12.000 Kilometern Fahrleistung und einem Verbrauch von sieben Litern Diesel auf 100 Kilometer verbraucht rund 840 Liter im Jahr. Der Unterschied zwischen Kaufbeurener und Eschweilerer Preisniveau macht auf diese Menge knapp 200 € aus — allein aus der Frage, an welchem Ort getankt wird.

Für die meisten lässt sich dieser Standortvorteil nicht frei wählen: Man tankt dort, wo man wohnt und arbeitet. Zwei Hebel bleiben aber jedem. Der erste ist der Preisvergleich vor Ort. Weil die Spanne innerhalb einer Stadt oft breiter ist als zwischen zwei Städten, lohnt der Blick auf die günstigste Säule am eigenen Ort mehr als jeder Umweg. Der zweite Hebel ist das Timing. Seit dem 1. April 2026 gilt die 12-Uhr-Regel des Kraftstoff-Preisanpassungsgesetzes: Preiserhöhungen sind nur noch einmal täglich um 12:00 Uhr erlaubt, Preissenkungen dagegen jederzeit. Das öffnet ein günstiges Vormittagsfenster zwischen 8 und 11 Uhr, in dem der Liter regelmäßig 3 bis 5 Cent unter den Nachmittagswerten liegt. Wie sich das über den Tag verteilt, zeigt der Ratgeber Wann tanken?.

Wer beides kombiniert — die günstigste Station am Ort ansteuern und vormittags tanken — holt einen großen Teil der Ortsspanne heraus, ohne einen einzigen Kilometer Umweg zu fahren. Welche Stadt gerade wie teuer ist, lässt sich in der Städte-Übersicht mit den tagesaktuellen Preisen jederzeit nachschlagen; Rangfolgen verschieben sich von Monat zu Monat.

So entsteht das Tankstädte-Ranking

Für dieses Ranking hat SpritFuchs die amtlichen MTS-K-Daten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe des Bundeskartellamts für den Zeitraum vom 15. bis 21. August 2026 ausgewertet — sieben volle Tanktage. Grundlage sind rund 100.700 Preisbeobachtungen aus etwa 15.000 aktiven Tankstellen, importiert aus dem nächtlich aktualisierten MTS-K-Datendump. Ausgewertet wurde je Stadt der einfache Durchschnitt aller gemeldeten Diesel-Preise; ergänzend sind E5- und E10-Mittelwerte für dieselbe Periode ausgewiesen.

In das Ranking kamen nur Städte mit mindestens zehn dauerhaft meldenden Stationen. Diese Schwelle filtert Kleinstorte mit ein oder zwei Autohof-Stationen heraus, deren Mittelwerte statistisch fragil sind, und lässt zugleich mittelgroße Kreisstädte zu, in denen sich Wettbewerbseffekte sauber ablesen lassen. Weil die Ortsnamen im Rohdatenbestand in unterschiedlichen Schreibweisen vorkommen — Groß- und Kleinschreibung, Umlaut oder Umschrift —, wurden Schreibvarianten desselben Ortes vor der Auswertung zusammengeführt; ohne diesen Schritt zerfällt eine Stadt in mehrere Mini-Gruppen und die Rangfolge verzerrt sich. Der Bundesschnitt der Woche lag bei 2,267 € Diesel und dient in der Tabelle als Bezugslinie zwischen dem günstigen und dem teuren Block.

Häufig gestellte Fragen

Kaufbeuren im bayerischen Allgäu führt das SpritFuchs-Ranking mit einem 7-Tage-Mittel von 2,170 € pro Liter Diesel (Zeitraum 15. bis 21. August 2026). Die Stadt liegt damit 9,7 Cent unter dem bundesweiten Diesel-Schnitt der gleichen Woche von 2,267 €.

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